Der Rheinturm: Betonspargel mit Blinksignal

Düsseldorfer Rheinturm - Copyright Karsten-Thilo Raab Textauszug: Wer sich der Silhouette der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nähert, erkennt ihn bereits aus der Ferne als unangefochtenen Herrscher über das Panorama. Der Rheinturm steht dort, wo das moderne Regierungsviertel den historischen Kern küsst, und reckt sich stolze 240 Meter in den Himmel. Es ist ein Bauwerk, das in seiner kühlen, funktionalen Ästhetik die Aufbruchstimmung der späten 1970er Jahre konserviert hat und dennoch bis heute kein bisschen altmodisch wirkt. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Fernsehturm erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Bauwerk mit doppelter Botschaft: Er überträgt Signale und misst zugleich sichtbar die Zeit. Damit wird der Rheinturm zu einer Art urbanem Metronom, das den Rhythmus Düsseldorfs taktet.

Thema: Turm mit größter Digitaluhr der Welt
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Crossness – die Kathedrale des Abwassers

Crossness Pumping StationTextauszug: Im Osten von London verbirgt sich ein Palast, der niemals für Könige gebaut wurde, sondern für den Unrat einer rasant wachsenden Weltmetropole. Wer die Crossness Pumping Station betritt, wähnt sich eher in einer farbenprächtigen orthodoxen Kirche oder einem opulenten Opernhaus als in einer ehemaligen Abwasserpumpstation. Es ist das Jahr 1865, als der visionäre Ingenieur Joseph Bazalgette dieses Meisterwerk der viktorianischen Ingenieurskunst eröffnet, um London vor dem „Großen Gestank“, dem „Great Stink“, und den tödlichen Choleraepidemien zu retten.

Thema: Faszination Industriekultur in London
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Der Hotelcheck: Frankfurt Airport Marriott

Frankfurt Airport Marriott - Copyright-Karsten-Thilo RaabTextauszug: Das Hotel ist eine Insel – nicht im Wasser, sondern zwischen bedeutenden Verkehrsadern. Auf der einen Seite die Autobahn sowie der ICE-Halt und auf der anderen Seite Deutschlands größter Flughafen. Was zunächst wenig verlockend klingt, erweist sich tatsächlich als perfekte Lage vor allem für alle, die spät abends oder früh morgens vom Frankfurter Flughafen zu Reisezielen rund um den Globus starten oder an dem internationalen Drehkreuz ankommen. Das Frankfurt Airport Marriott Hotel liegt mitten im bisweilen hektischen Strom der Reisenden und erweist sich doch als eine Oase der Ruhe und Eleganz mit viel Komfort.

Thema: Test des Marriott Flughafenhotels
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Conwy – ein walisisches Juwel am Meer

Conwy - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Das walisische Conwy klammert sich ans Ufer des Flusses, der ihren Namen trägt, als wollte sie die Gezeiten festhalten. Dunkle Schieferdächer ducken sich innerhalb der massiven Mauern, die seit dem Jahre 1287 das Herz der Stadt umrahmen. Das 1.300 Meter lange und mit Türmen verstärkte Bollwerk ist noch heute fast komplett begehbar und biete eine Perspektive, die im Mittelalter allein den Wachen vorbehalten war. Von hier wirkt das Geflecht aus kleinen Gassen, versteckten Gärten und rauchenden Schornsteinen fast wie ein detailverliebtes Wimmelbild. Man blickt hinab in die Hinterhöfe, in denen Wäsche im Wind flattert, und im nächsten Moment hinaus auf die gezeitenabhängige Flussmündung, wo die Fischerboote bei Ebbe sanft im Schlamm auf der Seite liegen.

Thema: Conwy als walisisches Kleinod
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Messina zwischen Mythos und Moderne

Messina, Sizilien - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Gerade einmal drei Kilometer trennen Sizilien an der engsten Stelle vom italienischen Festland. Während die Fähre im gemächlichen Tempo durch das tiefblaue Nadelöhr der Straße von Messina pflügt, blickt die goldene Madonna an der Hafeneinfahrt ein wenig erhaben und stolz zugleich auf die einlaufenden Boote und Schiffe herab. Messina riecht nach Diesel, Salz und frisch gebackenen Arancini, jenen fast schon legendären frittierten, gefüllten Reisbällchen, die unbedingt probiert werden wollen. Kaum angelandet, geben die meisten direkt Fersengeld, um zu den Postkartenmotiven von Taormina oder an die Hänge des Ätnas zu gelangen, ohne der 215.000-Seelen-Gemeinde auch nur eines Blickes zu würdigen. Ein Fehler.

Thema: Messina als Tor zu Sizilien
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Jumièges – die schönste Ruine Frankreichs

Jumièges - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer sich von Rouen aus flussabwärts bewegt, folgt dem trägen Lauf der Seine, die sich hier in gewaltigen Mäandern durch das grüne Herz der Normandie frisst. Hinter einer Biegung, dort, wo die Obstgärten des Pays de Caux besonders üppig blühen, geschieht es: Plötzlich schiebt sich ein steinernes Gebirge aus dem Dunst der Flusslandschaft. Es sind die Türme von Jumièges, die fast fünfzig Meter hoch in das normannische Blau ragen. Doch beim näheren Hinsehen offenbart sich das Paradoxon dieses Ortes. Was aus der Ferne wie eine stolze Festung des Glaubens wirkt, ist bei Licht betrachtet ein hohler Zahn, ein Skelett aus Kalkstein, dessen Rippen den Himmel stützen müssen, weil das Dach längst der Schwerkraft und der Geschichte nachgegeben hat.

Thema: Abbaye de Jumièges in der Normandie
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Tønder – das südliche Tor zu Dänemark

Tønder - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Dort, wo Dänemark seinen südlichsten Punkt markiert, liegt Tønder. Die Nähe zur deutschen Grenze hat über Jahrhunderte hinweg Spuren hinterlassen, die sich in Architektur, Sprache und Mentalität widerspiegeln. Tønder ist dänisch, ohne Zweifel, aber es trägt eine Offenheit in sich, die aus Begegnungen, Handel und kulturellem Austausch gewachsen ist. Weite Felder, niedriger Himmel und ein Licht, das je nach Tageszeit zwischen sanft und dramatisch wechselt, verleihen der Umland der 7.500-Seelen-Gemeinde eine besondere Stimmung. Die Nähe zur Nordsee ist spürbar, auch wenn sie nicht direkt vor der Haustür liegt. Der Wind trägt ihren salzigen Atem heran, und die Marschlandschaft erzählt von einem Leben im Rhythmus der Natur.

Thema: Tønder als grenznahes Kleinod
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Epidaurus – wo die Antike bis heute atmet

Epidaurus - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer die kurvenreichen Straßen der Argolis entlangfährt, vorbei an silbrig schimmernden Olivenhainen und dem herben Duft von wildem Thymian, der ahnt nicht, dass er sich einem Epizentrum der antiken Welt nähert. Epidaurus ist kein bloßes Ansammlung verwitterter Marmorblöcke, die unter der griechischen Sonne langsam zu Staub zerfallen. Es ist ein Ort, an dem die Grenze zwischen Wissenschaft und Wunder seit über 2.000 Jahren verschwimmt. Hier, im Osten der Peloponnes, rund 30 Kilometer von der historischen Hauptstadt Nauplia entfernt, schufen die Griechen in der Antike ein Heiligtum, das in seiner Komplexität und ästhetischen Vollendung bis heute seinesgleichen sucht.

Thema: Epidaurus zwischen Heilkunst und Klangwunder
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Filmberühmtheiten am Leicester Square

Leicester Square - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer durch Londons West End streift, landet früher oder später auf dem Leicester Square, einem Ort, der seit dem 19. Jahrhundert als Magnet für Unterhaltung, Theater und später vor allem für das Kino gilt. Der Platz ist nicht nur Mittelpunkt eines der lebendigsten Stadtviertel der britischen Hauptstadt, sondern auch ein kultureller Knotenpunkt, an dem sich die Geschichte der britischen Filmindustrie wie in einem Brennglas bündelt. Seit den 1930er-Jahren rollt hier der rote Teppich für Weltpremieren aus, und kaum ein anderer Ort im Vereinigten Königreich hat so viele Stars empfangen wie dieser Platz, der sich abends in ein funkelndes Lichtermeer verwandelt.

Thema: Londons cineastisches Herzstück
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Prunk, Pferde und Pistolen in Chantilly

Textauszug: Wenn der Morgennebel über den künstlich angelegten Kanälen aufsteigt, wirkt das Schloss Chantilly fast wie eine steinerne Fata Morgana vor den Toren von Paris. Nur 50 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt scheint die Zeit ein wenig stillzustehen. Zwischen prächtigen Galerien, die nach dem Louvre die bedeutendste Sammlung alter Meister in Frankreich beherbergen, und den weitläufigen Gärten scheint jeder Kieselstein hier die Eleganz vergangener Jahrhunderte zu atmen. Majestätisch und beinahe schwebend erhebt sich das Bauwerk aus den umliegenden Wassergräben, die das Licht der Ile-de-France in zahllosen Nuancen reflektieren.

Thema: Château de Chantilly
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Melnik – Balkan-Idyll im Kleinformat

Melnik - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Tief im Südwesten Bulgariens, nur einen Steinwurf von der griechischen Grenze entfernt, schmiegt sich die kleinste Stadt des Landes in ein enges Tal, das von einer Laune der Natur geformt wurde. Wer sich Melnik nähert, erblickt zuerst nicht die Häuser, sondern die gigantischen, ockerfarbenen Sandsteinpyramiden, die wie erstarrte Wellen eines urzeitlichen Meeres über der Siedlung thronen. Diese bizarren Formationen sind das Ergebnis jahrtausendelanger Erosion und verleihen der Umgebung eine fast schon sakrale Dramatik. Es ist eine Landschaft, die gleichermaßen zerbrechlich und unumstößlich wirkt. Inmitten dieser geologischen Skulpturen liegt ein Ort, der offiziell kaum mehr als 200 Seelen zählt und dennoch stolz das Stadtrecht verteidigt.

Thema: Bulgariens kleinste Stadt
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