Textauszug: Still und beinahe entrückt liegt der Formarinsee in den Lechtaler Alpen. Die umliegenden Bergkämme spiegeln sich in der glatten Oberfläche. Unweit des Sees, der im Jahre 2025 zum „schönsten Platz in Österreich“ gekürt wurde, tritt das Wasser aus den Felsen hervor, sickert durch Geröllfelder, sammelt sich zwischen Alpenrosen und Edelweiß und formt ein Rinnsal, das bald einen Namen tragen wird: Lech. Auf 1.793 Metern Höhe beginnt hier die Geschichte eines der letzten weitgehend ungezähmten Flüsse Europas. Mit gerade einmal sechs Grad Temperatur macht sich das Wasser auf eine 264 Kilometer lange Reise durch Österreich und Deutschland, bis es schließlich bei Marxheim in die Donau mündet.
Thema: Wandern auf dem Lechweg
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Textauszug: Zwischen den Kanalinseln Jersey und Guernsey liegt Sark, ein winziger Flecken im Ärmelkanal. Nur rund 5,5 Quadratkilometer groß und von kaum mehr als 500 Menschen bewohnt. Autos sind hier tabu, asphaltierte Straßen gibt es nicht. Die Landschaft auf Sark lebt von Kontrasten: zerklüftete Klippen, smaragdgrüne Wiesen, enge Pfade, die sich an Felswänden entlangschlängeln, und Buchten, die nur bei Ebbe zugänglich sind. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen Great Sark und Little Sark über den schmalen, windgepeitschten Landbrücke La Coupée, der den Blick weit über das Meer öffnet und nicht von ungefähr zu den spektakulärsten Naturpassagen Europas zählt.
Textauszug: Nicht von ungefähr gilt das kleine Bois-du-Luc in der wallonischen Provinz Hennegau als eines der bedeutendsten Zeugnissen europäischer Industriekultur. Die ehemalige Steinkohlenzeche, deren Ursprünge bis ins Jahr 1685 zurückreichen, war fast drei Jahrhunderte bis 1973 in Betrieb und gehört damit zu den langlebigsten Bergbauanlagen des Kontinents. Backsteinfassaden, gepflasterte Wege und der prägnante Förderturm vermitteln noch heute ein nahezu unverändertes Bild jener Epoche, in der Kohle als Motor der Industrialisierung galt.
Textauszug: Die Region Kunene im Nordwesten von Namibia, lange unter dem Namen Kaokoland bekannt, zählt zu den abgelegensten Landstrichen des afrikanischen Kontinents. Weniger als ein Mensch pro Quadratkilometer, Niederschläge von oft unter 100 Millimetern im Jahr und Temperaturen, die im Sommer regelmäßig über 40 Grad Celsius steigen, und Straßen, die oft nur als Spuren im Sand zu erahnen sind, kennzeichnen den kargen Landstrich. Dieser entpuppt sich als ein Mosaik aus ockerfarbenen Ebenen, schroffen Bergen und trockenen Flussbetten, die gelegentlich von extrem überlebensfähigen Pflanzen durchbrochen werden wie Flechten, dem Wüstenkohl, der an felsigen Hängen wächst, oder dem Köcherbaum, der das kostbare Wasser in seinem Stamm speichert.
Textauszug: Mitten in der sanften Hügellandschaft in der schottischen Grafschaft Stirlingshire ragt ein bizarres Meisterwerk aus dem Grün empor: Die 14 Meter hohe Dunmore Pineapple ist ein architektonisches Augenzwinkern aus dem 18. Jahrhundert, das die Ernsthaftigkeit der georgianischen Epoche mit einer gehörigen Portion Exotik bricht. John Murray, 4. Earl of Dunmore, ließ das Gartenhaus im Jahre 1761 zunächst als schlichte Orangerie errichten. Erst nach seiner Rückkehr aus Virginia, wo er als letzter königlicher Gouverneur amtierte, setzte er dem Bau 1777 die steinerne Krone auf – eine überdimensionale Ananas als architektonisches Andenken an seine Weltreise.
Textauszug: Im Nordwesten Namibias, wo das ausgetrocknete Bett des Hoanib-Flusses sich wie eine Lebensader durch eine der unwirtlichsten Landschaften der Erde zieht, flimmert die Luft in der unbarmherzigen Mittagshitze. Hier, zwischen schroffen Bergen und staubigen Wüstenbänken liegt die Heimat der Himba. Das halbnomadische Hirtenvolk trotzt der Moderne seit Jahr und Tag mit einer faszinierenden Mischung aus Stolz und Gelassenheit. Das Erste, was in der Weite der Wüste ins Auge fällt, ist die Farbe. Ein tiefes, warmes Rotbraun, das perfekt mit den umliegenden Felsen harmoniert. Es ist die Haut der Himba-Frauen, die intensiv im Sonnenlicht leuchtet. Zwei-, dreimal am Tag reiben sie ihren Körper mit „Otjize“ ein, einer feinen Mischung aus Ockerstaub und dem duftenden Harz des Omuvumba-Strauches.
Textauszug: Die Skelettküste Namibias ist ein Ort, der seit Jahrhunderten gleichermaßen Ehrfurcht und Furcht hervorruft. Der Name stammt nicht von ungefähr: Schiffswracks, Walknochen, zehn, zwölf Meter hohe Wellen und die Geschichten gestrandeter Seeleute prägen die Legenden dieses Küstenabschnitts. Der Atlantik trifft hier auf die Hitze der Namib-Wüste, erzeugt dichten Nebel und unberechenbare Strömungen. Im Laufe der Jahrhunderte sind mehr als tausend Schiffe gestrandet – zuletzt im Jahre 2018. Für Seefahrer war und ist dieser unwirtliche Küstenstreifen, der zu den am strengsten geschützten Gebieten Namibias gehört, ein absoluter Albtraum.
Textauszug: Wer glaubt, in den österreichischen Alpen ließe sich immer und überall die Stille genießen, war fraglos noch nicht in der Liechtensteinklamm. Hier, unweit von St. Johann im Pongau, ist die Urgewalt der Natur. Die knapp vier Kilometer lange Liechtensteinklamm zählt zu den tiefsten und längsten begehbaren Schluchten der Alpen und präsentiert sich als Naturdenkmal, das seit über 10.000 Jahren vom Wasser geformt wird. Die Felswände ragen bis zu 300 Meter in die Höhe, während sich unten das Wasser unermüdlich seinen Weg bahnt – mal tosend, mal geheimnisvoll murmelnd.
Textauszug: Die Reste des Morgennebels klammern sich mit letzter Kraft an die Pfeiler der Ponte de Dom Luís I, während auf dem darunter fließenden Douro die markanten Rabelo-Boote leise gegen ihre Vertäuung schlagen. Unten funkelnd das Wasser in Türkis- und Smaragd-Tönen, oben rumpeln die modernen grauen Straßenbahnen über die berühmte Brücke, deren filigrane Eisenkonstruktion fast wie ein „Eiffelturm der Horizontalen“ wirkt. Am Flussufer drängen sich die bunten Häuser des Altstadtviertels in Ribeira eng aneinander. Die Fassaden leuchten in Sonnengelb, Korallenrot und Mintgrün. Möwen kreisen über den Dächern des Weltkulturerbes.
Textauszug: Die Sonne brennt erbarmungslos auf den glänzenden Lack des 70 Jahre alten MGA, während sich das schmale Asphaltband in schier endlosen Windungen am Ufer des Douro entlangfrisst. Es ist eine Landschaft, die aussieht, als hätte ein Riese sie aus Schiefer und Granit geformt. Hier, im ältesten abgegrenzten Weinbaugebiet der Welt, ist der Rhythmus der Zeit ein anderer, langsamerer, der perfekt zur mechanischen Direktheit eines Oldtimers passt. Wenn der Motor im Leerlauf zufrieden vor sich hin brabbelt und der Duft von Benzin sich mit dem Aroma von Pinien und reifen Trauben vermischt, wird die Fahrt durch Nordportugal zu einer sinnlichen Zeitreise, bei der der Weg das eigentliche Ziel darstellt.
Textauszug: Die Gassen von Porto sind ein Geflecht aus steilen Treppen, abgewetzten Stufen und verwunschenen Durchgängen, oft gepflastert mit glänzenden calçada-Steinen, die im Sonnenlicht funkeln. Zwischen Azulejo Hauswänden und barocken Kirchenfassaden hängen Wäscheleinen wie bunte Girlanden, und aus winzigen Tavernen dringt der Duft von frisch gegrilltem Fisch, während unten der Douro wie seit Jahrhunderten seinen gemächlichen Weg zur Atlantikküste sucht. Doch wer den Blick über das glitzernde Wasser schweifen lässt, hinüber zum Südufer nach Vila Nova de Gaia, entdeckt eine neue Dimension der Gastfreundschaft, die das historische Erbe der Region mit modernem Luxus verwebt: Das Fünf-Sterne-Hotel Forte de Gaia.