Textauszug: Die britische Kapitale London erlebt einmal im Jahr eine ganz eigentümliche Entblößung. Während sonst Anzugträger durch die City eilen und Touristen dicht an dicht vor dem Buckingham Palace posieren, verwandeln sich die Straßen Mitte Juni in eine Bühne der Freiheit: Der World Naked Bike Ride, kurz WNBR, rollt durch die Themse-Metropole – splitterfasernackt, aber mit umso mehr Haltung. Kein schrilles Festival, kein anarchisches Chaos, sondern ein fließendes Manifest auf zwei Rädern. Hunderte, manchmal Tausende Menschen lassen ihre Hüllen fallen, nicht aus Voyeurismus, sondern als radikale Geste gegen eine Kultur, in der Autos dominieren, Erdölströme den Planeten vergiften und Körperideale noch immer eng geschnürt sind wie ein viktorianisches Korsett. Was wie nackter Spaß aussieht, ist in Wahrheit eine politische Performance – und London die perfekte Bühne dafür.
Thema: Der World Naked Bike Ride in London
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Textauszug: Wer den Norden Englands nur als graue Durchfahrtszone auf dem Weg nach Schottland abtut, hat vermutlich auch schon mal Instant-Tee für britische Kultur gehalten. Denn zwischen York und Newcastle-upon-Tyne, Chester und Carlisle zeigt sich eine Region, die viel mehr ist als ein nostalgischer Postkartenabdruck aus der Zeit der rauchenden Schlote. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland. Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.