Textauszug: Eines der faszinierendsten kulinarischen Erlebnisse der britischen Hauptstadt verbirgt sich hinter dicken Backsteinmauern und schweren Sicherheitstüren: Das Restaurant The Clink im Penge Building des seit dem Jahr 1830 betriebenen Gefängnisses HMP Brixton beweist auf eindrucksvolle Weise, dass gehobene Gastronomie und Resozialisierung eine unschlagbare Kombination bilden können. Dass draußen Stacheldraht und gesicherte Türen warten, während innen sorgfältig angerichtete Teller und ein aufmerksamer Service den Ton angeben, macht dabei den Reiz dieses besonderen Ortes aus.
Thema: Kulinarische Genüsse im Gefängnis-Restauarnt
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Textauszug: Der Morgennebel liegt wie ein seidener Schleier über den sanften Hügeln der Cotswolds, einer Region im Südwesten Englands, die für ihre charakteristischen Kalksteindörfer und unberührten Landschaften bekannt ist. In Castle Combe, verborgen im Tal des Bybrook, scheint die Zeit tatsächlich innezuhalten. Keine Stromleitungen durchziehen den Himmel, keine modernen Fassaden stören das historische Gesamtbild. Stattdessen prägt der warme Kalkstein das Erscheinungsbild eines Ortes, dessen architektonische Geschlossenheit in England nahezu einzigartig ist.
Textauszug: Hoch oben auf den Klippen von North Yorkshire gelegen, entfaltet Saltburn-by-the-Sea eine fast filmreife Mischung aus viktorianischer Eleganz, dramatischer Küstenlandschaft und lässiger Surferkultur. Seit dem 19. Jahrhundert gilt Saltburn, wie es im Volksmund schlicht heißt, als klassisches „Victorian Seaside Resort“ – ein Seebad am Rande der Region Teesside, das einst für wohlhabende Industrielle aus Nordengland geschaffen wurde. Die Stadt entstand im Wesentlichen am Reißbrett, nach einer Idee des Industriellen Henry Pease. Als Mitglied einer einflussreichen Quäker-Familie sah er im Jahr 1859 bei einem Spaziergang entlang der Klippen eine visionäre Stadt vor seinem inneren Auge und gab den Anstoß für den Ausbau des Dorfes.
Textauszug: Das „Prospect of Whitby“ im Londoner Stadtteil Wapping ist eine Legend unter den Wirtshäusern der britischen Millionenmetropole. Die Fundamente für das abseits gelegene, aber bis heute überaus beliebte Pub wurden bereits im Jahre 1520 gelegt. Damals, unter der Herrschaft von Heinrich VIII., trafen sich hier jene Gestalten, die den Geist des alten Londoner Hafens prägten: Seeleute, Schmuggler, Diebe und Piraten. Der berüchtigte Ruf eilte der Schenke voraus, was ihr im Volksmund rasch den düsteren Beinamen The Devil’s Tavern einbrachte. Der Fußboden besteht aus originalen Flaggensteinen, die angeblich schon von den schweren Stiefeln legendärer Seefahrer wie Sir Francis Drake oder Sir Hugh Willoughby poliert wurden, bevor diese von den nahegelegenen Docks zu ihren weltverändernden Entdeckungsreisen aufbrachen.
Textauszug: Wo früher Leder gegerbt wurde, fließt heute das flüssige Gold. Unter den massiven Backsteinbögen, die die Eisenbahntrassen in Richtung London Bridge tragen, hat sich eine bemerkenswerte Transformation vollzogen. Der herbe Geruch der Tierhautverarbeitung ist in diesem Teil von Southwark längst dem Aroma von frisch verarbeitetem Hopfen und malziger Süße gewichen. Dabei erweist sich die Bermondsey Beer Mile als Geflecht aus Mikrobrauereien, das sich über eine Länge von knapp anderthalb Meilen, also gut 2,5 Kilometer, verteilt. Während oben die Pendlerzüge im Minutentakt über die Gleise donnern, herrscht unten in den hohen, gewölbten Räumen eine Atmosphäre geschäftiger Gelassenheit.
Textauszug: Die Legende nach droht das Vereinigte Königreich bekanntlich unterzugehen, sollten im Tower of London keine Raben mehr leben. Im Spagat zwischen Aberglauben und Tradition werden daher die schwarzen Vögel seit Jahr und Tag nicht nur gezüchtet, sondern auch liebevoll umsorgt. Zudem werden den Raben die Flügel gestutzt. Sicher ist sicher. Doch dies ist nicht der einzige tierische Mythos, von dem die Festungsanlage am Ufer der Themse bis heute umgeben ist. Im Jahr 1252 erreichte den englischen Hof ein diplomatisches Präsent, das selbst in der prachtvollen Welt mittelalterlicher Herrscher herausragte.
Textauszug: Wer liebt ihn nicht? Den beeindruckenden Anblick des Big Bens mit seinem neugotischen Turm am Palace of Westminster. Die historische Anmutung, inspiriert von mittelalterlicher Gotik, die reiche Fassadendekoration aus Ziegelstein mit einer Kalksteinfassade und nicht zuletzt die gusseiserne Spitze mit den detaillierten Verzierungen zieht mit seinem Anblick jeden Besucher von London in den Bann. Durch seine stolze Größe von 96,30 Metern überragt er herrschaftlich den Parliament Square. Doch die Wahrheit ist, die beeindruckten Betrachter eines der Wahrzeichen der Hauptstadt Großbritanniens meinen in Wirklichkeit nicht den Big Ben, sondern sind fasziniert vom Elizabeth Tower, der im Jahre 1858 fertiggestellt wurde.
Textauszug: Der Regen peitscht fast unaufhörlich gegen die Scheibe des Black Cabs, jenes kultigen Taxis, das wie rote Telefonzellen und Briefkästen unverwechselbar zum Stadtbild gehören. Draußen rauscht das South Embankment vorbei. Grauer Beton flirrt im fahlen Licht, und für einen kurzen Moment meint man, das metallische Röhren eines Aston Martin DB5 direkt hinter einem zu hören. Willkommen in London – der Stadt, deren (filmischer) „Schutzheiliger“ seit über 60 Jahren einen maßgeschneiderten Anzug aus der Savile Row trägt und eine Lizenz zum Töten in der Brieftasche hat. Wer sich in der Millionenmetropole auf die Fährte von James Bond begibt, merkt schnell: Die Grenze zwischen Fiktion und Staatsraison ist fließend wie ein Martini, der geschüttelt und nicht gerührt langsam die Kehle hinunter läuft.
Textauszug: Charles III. ist seit dem 8. September 2022 König von Beruf und damit Regent über das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Was nur die wenigstens wissen, ist die Tatsache, dass zu seinen Untertanen nicht nur die gut 68 Millionen Einwohner des größten Inselstaats in Europa gehören, sondern qua Gesetz auch (fast) alle Schwäne, die sich auf seinem Grund und Boden tummeln. Und davon gibt es Land auf, Land ab nicht wenige. Nun ist dies mit den Tieren aus der Familie der Entenvögel so eine Sache. Denn die besitzen weder einen Pass noch einen festen Wohnsitz. Um sich dennoch einen Überblick über den Schwanbestand im britischen Königreich zu verschaffen, werden die Schwäne beim so genannten „Swan Upping“ jährlich gezählt.
Textauszug: Wer das schmale Gebäude im Londoner Stadtteil Hackney betritt, landet in einem Paralleluniversum. In gedämpftem Licht reihen sich Präparate, Fetische, Kunstwerke und skurrile Fundstücke aneinander, als hätten sie sich heimlich zu einer anarchischen Wohngemeinschaft zusammengeschlossen. Schädel und Schrumpfköpfe teilen sich den Raum mit erotischen Zeichnungen, viktorianischen Kuriositäten und zeitgenössischen Miniaturen, während ausgestopfte Tiere in Posen verharren, die irgendwo zwischen grotesk und charmant schweben. Hier mischt sich die Ästhetik eines Wunderkabinetts mit der Aura eines Traumarchivs: alles scheint aus einer Geschichte zu stammen, die vergessen, verdrängt oder nie ganz zu Ende erzählt wurde.
Textauszug: Die britische Kapitale London erlebt einmal im Jahr eine ganz eigentümliche Entblößung. Während sonst Anzugträger durch die City eilen und Touristen dicht an dicht vor dem Buckingham Palace posieren, verwandeln sich die Straßen Mitte Juni in eine Bühne der Freiheit: Der World Naked Bike Ride, kurz WNBR, rollt durch die Themse-Metropole – splitterfasernackt, aber mit umso mehr Haltung. Kein schrilles Festival, kein anarchisches Chaos, sondern ein fließendes Manifest auf zwei Rädern. Hunderte, manchmal Tausende Menschen lassen ihre Hüllen fallen, nicht aus Voyeurismus, sondern als radikale Geste gegen eine Kultur, in der Autos dominieren, Erdölströme den Planeten vergiften und Körperideale noch immer eng geschnürt sind wie ein viktorianisches Korsett. Was wie nackter Spaß aussieht, ist in Wahrheit eine politische Performance – und London die perfekte Bühne dafür.