Textauszug: Die Chinesische Mauer lässt grüßen. Kilometerlang geht es auf dem Weg vom Heydar Aliyev International Airport in die Innenstadt von Baku, der pulsierenden Hauptstadt der Kaukasusrepublik Aserbaidschan, an hohen Mauern vorbei. Dahinter ducken sich moderne Häuser aller Größen und Formen. Die Vorliebe von Mauern rund um die Behausungen zeugt aus der Zeit, als hier noch alle Frauen Kopftücher trugen. Hinter dem gemauerten Sichtschutz durften die holden Schönheiten dann auch mal die Haare ein wenig im Wind wehen lassen, ohne Gefahr zu laufen, dass jemand dies sehen konnte. Heute tragen nur wenige Frauen in Baku noch ein Kopftuch. Geblieben ist die Vorliebe für die Mauern. Diese garantieren ein Stück Privatsphäre inmitten der rasant wachsenden Millionenmetropole. Gleichzeitig dienen sie natürlich auch als Lärmschutz. Denn auf den Hauptverbindungsachsen rollt der Verkehr auf mindestens vier Spuren in alle Richtungen.
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Textauszug: Das Wasser der Rhône schimmert im nachmittäglichen Sonnenlicht, während sich das elegante Schiff mit dem charakteristischen Kussmund-Logo und der roten Rose am Bug seinen Weg durch den Süden Frankreichs bahnt. Die A-Rosa Luna, im Jahr 2005 erbaut, schippert vornehmlich von Lyon aus tief in das Herz der Provence sowie der Camargue und besticht dabei durch modernem Hotelkomfort auf 125,8 Metern Länge. Mit Platz für maximal 174 Gäste bewahrt das gerade einmal 11,4 Meter breite Boutiqueschiff eine angenehme Intimität.
Textauszug: Gerade einmal 15 Monate seines Lebens verbrachte Vincent van Gogh in Arles – doch diese vergleichsweise kurze Zeit hinterließ tiefe Spuren in der Kunstgeschichte. Zwischen Februar 1888 und Mai 1889 arbeitete der niederländische Maler mit außergewöhnlicher Intensität in der südfranzösischen Stadt an der Rhône. Rund 300 Gemälde und etwa 200 Zeichnungen entstanden während dieser Zeit. Zu den bekanntesten Arbeiten aus dieser Schaffensphase zählen die berühmte „Sunflowers“-Serie, „Das Gelbe Haus“, „Das Schlafzimmer in Arles“ und „Caféterrasse am Abend“. Heute gilt Arles deshalb als einer der bedeutendsten Orte, um den Lebens- und Schaffensspuren des Künstlers nachzuspüren.
Textauszug: Wer durch die mittelalterlichen Straßen von Avignon schlendert, landet früher oder später am Papstpalast – und damit mitten in jener Epoche, die der 92.000-Seelen-Gemeinde am Ufer der Rhône den Beinamen „Stadt der Päpste“ eingebracht hat. Im Jahr 1309 verlegte Papst Clemens V. den Sitz des Kirchenoberhaupts von Rom ins französische Avignon. Mehrere Jahrzehnte lang wurde die Stadt zum Zentrum der katholischen Welt. Päpste, Kardinäle und Gesandte prägten das politische und religiöse Leben, bevor der päpstliche Hof im Jahr 1377 nach Rom zurückkehrte.
Textauszug: Manchmal braucht es keinen spektakulären Aussichtspunkt, keinen mittelalterlichen Marktplatz und nicht einmal ein Schloss, damit ein Dorf zum lohnenden Ziel wird. In Redu in der Wallonie reichen dafür Bücher, Tonnen von Büchern. Sie stehen in Schaufenstern, stapeln sich hinter alten Türen und warten zwischen knarrenden Regalen auf ausgesprochene Leseratten oder einfach auf jemanden, der eigentlich nur kurz hineinschauen wollte. Aus dem kurzen Schauen kann allerdings schnell ein halber Nachmittag werden. Das kleine Redu mit seinen schiefergedeckter Häusern liegt in der belgischen Provinz Luxemburg, eingebettet in die bewaldete Landschaft der Ardennen.
Textauszug: Der morgendliche Nebel hängt tief über den sanften Hügeln der Ardennen, während die Straße sich durch scheinbar endlose Buchenwälder schlängelt und plötzlich ein Dorf wie aus dem Nichts freigibt: Redu, seit 1984 das erste „Bücherdorf“ in Belgien, empfängt mit blaugrauen Schieferdächern und einer Vielzahl an Buchhandlungen, die in alten Scheunen, Ställen und Werkstätten untergebracht sind. Tausende Besucher pilgern jährlich in das nur 500 Einwohner zählende Dorf, um zwischen Kilometer langen Bücherregalen nach Raritäten zu stöbern – von Comic-Alben über Reiseberichte bis hin zu historischen Werken.
Textauszug: Wenn sich der Bug der A-Rosa Luna von den Ufern am Zusammenfluss der Saône mit der Rhône löst, beginnt eine Entdeckungsreise durch den Süden Frankreichs, die kulinarische Raffinesse mit landschaftlicher Erhabenheit verbindet. Lyon, die Hauptstadt der Region Auvergne-Rhône-Alpes, präsentiert sich bei der Ausfahrt als eindrucksvolles architektonisches Panorama aus Renaissance-Fassaden, verborgenen Fußgängerpassagen, den Traboules, der berühmten Presqu’île, wo sich Modeboutiquen und Cafés aneinanderreihen und der über allem thronenden Basilika Notre-Dame de Fourvière mit der daneben liegenden Miniausgabe des Eiffelturms, des 101 Meter hohen Tour métallique de Fourvière.
Textauszug: Im Terminal herrscht geschäftiges Treiben. Rollkoffer rattern über den Boden, Monitore blinken, irgendwo piept ein Scanner. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine bemerkenswerte Veränderung: Immer häufiger fehlt der Mensch auf der anderen Seite des Schalters. Stattdessen steht dort ein Bildschirm. Ein paar Klicks, Pass oder Smartphone vor den Scanner, Sitzplatz bestätigen, Bordkarte aufs Handy laden – fertig. Jedenfalls fast. Denn wer Gepäck dabei hat, darf anschließend immer häufiger selbst Hand anlegen. Koffer auf die Waage, Gepäckanhänger ausdrucken, am Griff befestigen, den Koffer auf das Band stellen und hoffen, dass die Maschine das gute Stück anstandslos verschluckt.
Textauszug: Mallorca kann Sonne, Strand und türkisblaues Meer. Aber die Insel kann auch dunkel, kühl und dramatisch. Wer bei Porto Cristo die Cuevas del Drach, die Drachenhöhlen, betritt, tauscht mediterranes Licht gegen eine unterirdische Kathedrale aus Kalkstein. Statt Palmen wachsen hier Stalaktiten von der Decke, hallen Wassertropfen durch die Finsternis und am Ende der Erkundungstour wartet ein See, auf dem Musiker auftauchen. Mehrere miteinander verbundene Kammern – darunter die Cova Negra, Cova Blanca, Cova de Lluis Salvador und Cova dels Francesos – verbinden sich hier zu einem faszinierenden Höhlensystem.
Textauszug: Die Straße windet sich durch die Serra de Tramuntana, Kurve um Kurve, vorbei an Olivenhainen, steinernen Mauern und Hängen. Dann taucht das 1.500-Seelen-Nest Valldemossa auf, dessen Häuser kleben förmlich an den Hängen zu kleben scheinen. Schmale, kopfsteingepflasterte Gassen steigen zum Teil steil an, grüne Fensterläden setzen Farbakzente in die sandfarbenen Fassaden. Manche Gassen sind kaum schulterbreit. Treppen ersetzen Straßen, und hinter manchen Mauern öffnen sich unvermutet kleine, liebevoll angelegte Gärten.
Textauszug: Unten zieht die Jagst gemächlich ihre Schleifen durch Wiesen und Felder, oben knarren alte Türen, führen Treppen durch Jahrhunderte und wartet ein Hotel, das mit dem klassischen Bild einer fürstlichen Behausung erfreulich wenig anfangen kann: das Biohotel Schloss Kirchberg. Wer hier zum ersten Mal aus dem Fenster schaut, könnte kurz vergessen, in welchem Jahrhundert er gerade lebt. Tief unten schlängelt sich die Jagst durch die Hohenloher Landschaft, gegenüber liegen Wälder und Felder. Hier wird nicht nur in historischen Mauern übernachtet.