Textauszug: Der Regen peitscht fast unaufhörlich gegen die Scheibe des Black Cabs, jenes kultigen Taxis, das wie rote Telefonzellen und Briefkästen unverwechselbar zum Stadtbild gehören. Draußen rauscht das South Embankment vorbei. Grauer Beton flirrt im fahlen Licht, und für einen kurzen Moment meint man, das metallische Röhren eines Aston Martin DB5 direkt hinter einem zu hören. Willkommen in London – der Stadt, deren (filmischer) „Schutzheiliger“ seit über 60 Jahren einen maßgeschneiderten Anzug aus der Savile Row trägt und eine Lizenz zum Töten in der Brieftasche hat. Wer sich in der Millionenmetropole auf die Fährte von James Bond begibt, merkt schnell: Die Grenze zwischen Fiktion und Staatsraison ist fließend wie ein Martini, der geschüttelt und nicht gerührt langsam die Kehle hinunter läuft.
Thema: Unterwegs zu den Bon-Drehorten in London
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Textauszug: Wenn Städte sprechen könnten, würde Istanbul flüstern – und zwar staatsmännisch und geheimnisvoll in der sonoren Stimmlage von Sean Connery. Die Metropole am Bosporus ist ein Schauplatz der Superlative: dynamisch, hier und da durchaus wuselig, dann wieder majestätisch und vor allem filmreif. Kein Wunder also, dass der britische Geheimagent Ihrer Majestät gleich mehrmals hier mit der Lizenz zu Töten unterwegs war, um einmal mehr die Welt vor größenwahnsinnigen Schurken zu bewahren. In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) schleicht Bond in seinem maßgeschneiderten Anzug durch die ehrwürdigen Hallen der Hagia Sophia, während ahnungslose Touristen Tauben füttern und Spione sich mit bedeutungsschwangeren Blicken zuwinken.