Textauszug: Wer glaubt, die Pariser Kunstszene sei nur im berühmten Louvre konserviert oder im Musée d’Orsay gerahmt, wer glaubt, Kunst müsse immer nur still, ehrfürchtig und hinter Glas präsentiert werden, der hat noch nicht die 59, rue de Rivoli in der französischen Hauptstadt betreten. Ein Gebäude, das aussieht, als hätte Banksy mit Vincent Van Gogh und Keith Haring eine WG gegründet und Picasso zusammen mit Andy Warhol die Wände mitgestaltet. Denn das alternative Künstlerhaus präsentiert nicht nur Kunst auf gleich sechs Etagen, sondern ist selbst ein beeindruckendes Kunstwerk. Schon von außen wirkt das Künstlerhaus wie ein rebellischer Farbtupfer im eleganten Grau der Pariser Innenstadt: wild bemalt, verspielt, ein bisschen verrückt. Wer hier eintritt, lässt die Welt der klassischen Kunst hinter sich und taucht ein in ein kreatives Paralleluniversum, in dem Pinsel, Spraydose und Fantasie eindeutig das Sagen haben. Ein Meer aus ungebremster Schaffensfreude, Kreativität voller gewagter Kunstwerke. Ob Malereien, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen oder Installationen – sie alle finden hier ihren Raum. Ebenso wie einige Kunstrichtungen, die sich eher schwerlich kategorisieren lassen. Aber gerade diese Phänomen macht den besonderen Charme des Künstlerhauses an der rue de Rivoli aus.
Thema: Alternatives Künstlerhaus in Paris
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Textauszug: Graffitis sind nicht jedermanns Sache. Wohl auch, weil sie oft als sinnbefreite Schmierereien an Hausfassaden, Brückenpfeilern oder Schallschutzmauern auftreten. Doch es gibt auch die andere Seite der Graffitis, die von vielen als Streetart geschätzt wird. Beispiele dafür sind etwa die international gefeierten Werke des britischen Guerilla-Künstlers Banksy. Auch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf findet sich eine große, überaus aktive Streetart-Szene. Deren Aushängeschild ist die Kiefernstraße. Ein jäher Kontrast zum Prunk der Königsallee, der Vorzeigeflaniermeile der Rheinmetropole, oder zur Pracht des Medienhafens.
Textauszug: Bristol treibt es im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Zwar finden sich auch an anderen Orten rund um den Erdball Wandbilder und Graffitis, doch die Universitätsstadt im Südwesten von England reklamiert für sich, die heimliche Streetart-Kapitale der Welt zu sein. Nirgendwo sonst soll die Straßenkunst an Hausfassaden, Wänden und Mauern derart stark verbreitet sein wie in der 470.000-Seelengemeinde am River Avon. Mit dem Upfest im Stadtteil Bedminster stellt Bristol sogar das größte Streetart-Festival in Europa jährlich auf die Beine. Eine der schillerndsten Figuren der Streetart-Szene ist fraglos der weltweit operierende Guerilla-Künstler Banksy, in dessen Heimatstadt Bristol in Nacht- und Nebelaktionen seine ersten Wandbilder auftauchten.
Textauszug: Fassaden, Hauswände und Mauern sind üblicherweise sein Metier. Dort tauchen die Werke des Guerilla-Künstlers Banksy in der Regel in Nacht- und Nebelaktionen wie aus dem Nichts auf. Anders in Köln. Im Stadtteil Ehrenfeld wird die Straßenkunst häuslich. Und dies in den ehemaligen Räumlichkeiten eines Autohauses. Bis zum 17. März 2024 ist hier die Ausstellung „The Mystery of Banksy – a genius mind“ zu sehen. In der Tat werden hier keine Originale präsentiert, was allein technisch nicht möglich wäre. Dann nämlich, müssten die Kunstwerke von ihren Originalschauplätzen entfernt werden. Was weder im Sinne des Künstlers noch im Sinne der Liebhaber von Straßenkunst wäre. Daher folgen die Macher bereitwillig dem Banksy-Slogan „Copyright is for losers“ und laden zu einer famosen Ausstellung voller Highlights in die Domstadt. Quasi ein „Best of Banksy“ in nicht weniger als 15 Galerien auf 1.700 Quadratmetern. Zu sehen sind weit mehr als 150 Graffitis, Fotografien, Skulpturen, Drucke und Videoinstallationen. Viele mit politischen und gesellschaftskritischer Note, nicht wenige augenzwinkernd und humorvoll sowie bisweilen sogar ein wenig philosophisch.
Textauszug: Eine klassische Fassade fehlt. Dennoch darf sich der Gare des Guillemins, der hochmoderne Bahnhof im belgischen Lüttich, rühmen, eines der wohl markantesten Bauwerke in der Metropole an der Maas zu sein. Der ikonische Bahnhalt ist komplett durch ein gigantisches, wellenförmiges Dach bedeckt. Ein 10.000 Tonnen schweres Konstrukt aus Glas, Stahl und Weißbeton, das nach Plänen von Stararchitekt Santiago Calatrava im Jahre 2009 fertiggestellt wurde. Dabei überspannt das gigantisch große Dachkonstrukt eine Fläche von nicht weniger als 32.000 Quadratmetern. Neben dem Bestreben, dem Bahnhof auch optisch eine gewisse Dynamik durch die Wellenform zu verleihen, legte Calatrava bei seiner Planung ein besonderes Augenmerk darauf, in das monumentale Bahnhofsgebäude ein Maximum an natürlichem Licht einströmen zu lassen.
Textauszug: Bei der Blondine im roten Kostüm und den langen roten Handschuhen könnte es sich bei genauerem Hinsehen auch um einen Mann handeln. Allein die Größe legt den Verdacht nahe, zumal die Dame den Großteil der Tür in Beschlag nimmt. Im Vorbeigehen könnte der Gedanke aufkommen, die Tür sei der Zugang zu einer Welt der käuflichen Liebe. Doch weit gefehlt, die Blondine ist Teil eines Kunstprojekts, bei dem das Gros der Türen in der ohnehin charmanten Altstadt von Funchal künstlerisch gestaltet wurde. Seit dem Jahre 2010 treibt es die Insel-Kapitale von Madeira diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes bunt.
Textauszug: Es gibt Künstler mit einer Inselbegabung und es gibt Inseln, die begabten Künstlern als Ausstellungsfläche dienen. So das kleine Vallisaari Island, das die diesjährige Helsinki Biennale beherbergt. 41 Künstler aus aller Welt nutzen den einstigen Militärstandort vor den Toren der finnischen Hauptstadt, um zwischen ausgedienten Baracken und Munitionsdepots aus dem 18. Jahrhundert mit ihren zeitgenössischen Kunstwerken und Installationen zu begeistern und zu polarisieren sowie hier und da zu Diskussionen oder Kopfschütteln anzuregen. Gezeigt werden 75 Kunstwerke und Installationen, die sich unter dem Motto „The same Sea“ („Das gleiche Meer“) auf unterschiedlichste Art und Weise mit der Kulturgeschichte, der geopolitischen Lage und der vielfältigen Umgebung von Vallisaari auseinandersetzen.
Textauszug: Alltagsmenschen im ostwestfälischen Wiedenbrück immer wieder für kollektive Entzückung. Die meisten von ihnen scheinen einen Hang zum Adipösen zu haben; besitzen deutlich mehr Körperauswuchtungen als das Gros der Bewunderer. Dafür sind sie im Schnitt ein wenig größer als Otto-Normal-Verbraucher. Die Alltagsmenschen sind keine Super-Size-Modells, sondern dienen an mehr als zwei Dutzend Stellen in der von Fachwerkhäusern durchzogenen Innenstadt von Wiedenbrück als ungewöhnliche Blickfänge. Kaum einer, der ohne ein Lächeln im Gesicht an ihnen vorbeihuscht; kaum einer, der nicht das Handy für einen Schnappschuss oder ein Selfie mit den Kunstfiguren zückt.
Textauszug: „The best things in life are free“, lautet ein bekanntes Sprichwort. So auch in der norwegischen Hauptstadt Oslo, die gemeinhin als eines der teuersten Pflaster der Welt gilt. Und doch gibt es hier einige grandiose Einrichtungen, die sich vollkommen kostenfrei genießen lassen können. Zu diesen zählt der Ekebergpark. Das weitläufige Areal südlich der Innenstadt und der neuen Oper dient der norwegischen Hauptstadt seit rund 130 Jahren als grüne Lunge und Naherholungsgebiet. Und obschon das gut 4,3 Quadratkilometer große Areal zwischenzeitlich in eine Art Dornröschenschlaf verfiel, erlebt es seit Herbst 2013 eine wahre Renaissance.
: Eigentlich ist es eher unüblich, Kunstobjekte derart an den Rand zu rücken. Dabei geht es hier nicht um Diebstahlsicherung oder Angst vor Vandalismus. Dazu sind die 28 Kunstobjekte schlicht zu groß und zu schwer. Zudem kommen hier nachts und im Morgengrauen wohl keine zwielichtigen Gestalten oder übermutige Jugendliche mit Spraydosen vorbei. Die Wahl der Standorte für die ungewöhnlichen Hingucker erfolgte vielmehr rein aus Sicherheitsaspekten. Denn der Schutz der Skifahrer und Snowboarder genießt oberste Priorität. Und doch geht es gleichzeitig darum, den Wintersport mit Kunstgenuss und Aha-Erlebnissen zu kombinieren. Wobei die Skulpturen und Installationen in der Regel eher im Vorbeigehen – oder besser gesagt, im Vorbeiwedeln – wahrgenommen werden. Oftmals auch erst, wenn die Pisten an der Schmittenhöhe im österreichischen Zell am See zum zweiten oder dritten Mal runtergerauscht werden.