Textauszug: Die Reste des Morgennebels klammern sich mit letzter Kraft an die Pfeiler der Ponte de Dom Luís I, während auf dem darunter fließenden Douro die markanten Rabelo-Boote leise gegen ihre Vertäuung schlagen. Unten funkelnd das Wasser in Türkis- und Smaragd-Tönen, oben rumpeln die modernen grauen Straßenbahnen über die berühmte Brücke, deren filigrane Eisenkonstruktion fast wie ein „Eiffelturm der Horizontalen“ wirkt. Am Flussufer drängen sich die bunten Häuser des Altstadtviertels in Ribeira eng aneinander. Die Fassaden leuchten in Sonnengelb, Korallenrot und Mintgrün. Möwen kreisen über den Dächern des Weltkulturerbes.
Thema: Streifzug durch Porto
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Textauszug: Die Sonne brennt erbarmungslos auf den glänzenden Lack des 70 Jahre alten MGA, während sich das schmale Asphaltband in schier endlosen Windungen am Ufer des Douro entlangfrisst. Es ist eine Landschaft, die aussieht, als hätte ein Riese sie aus Schiefer und Granit geformt. Hier, im ältesten abgegrenzten Weinbaugebiet der Welt, ist der Rhythmus der Zeit ein anderer, langsamerer, der perfekt zur mechanischen Direktheit eines Oldtimers passt. Wenn der Motor im Leerlauf zufrieden vor sich hin brabbelt und der Duft von Benzin sich mit dem Aroma von Pinien und reifen Trauben vermischt, wird die Fahrt durch Nordportugal zu einer sinnlichen Zeitreise, bei der der Weg das eigentliche Ziel darstellt.
Textauszug: Die Gassen von Porto sind ein Geflecht aus steilen Treppen, abgewetzten Stufen und verwunschenen Durchgängen, oft gepflastert mit glänzenden calçada-Steinen, die im Sonnenlicht funkeln. Zwischen Azulejo Hauswänden und barocken Kirchenfassaden hängen Wäscheleinen wie bunte Girlanden, und aus winzigen Tavernen dringt der Duft von frisch gegrilltem Fisch, während unten der Douro wie seit Jahrhunderten seinen gemächlichen Weg zur Atlantikküste sucht. Doch wer den Blick über das glitzernde Wasser schweifen lässt, hinüber zum Südufer nach Vila Nova de Gaia, entdeckt eine neue Dimension der Gastfreundschaft, die das historische Erbe der Region mit modernem Luxus verwebt: Das Fünf-Sterne-Hotel Forte de Gaia.
Textauszug: Bei der Blondine im roten Kostüm und den langen roten Handschuhen könnte es sich bei genauerem Hinsehen auch um einen Mann handeln. Allein die Größe legt den Verdacht nahe, zumal die Dame den Großteil der Tür in Beschlag nimmt. Im Vorbeigehen könnte der Gedanke aufkommen, die Tür sei der Zugang zu einer Welt der käuflichen Liebe. Doch weit gefehlt, die Blondine ist Teil eines Kunstprojekts, bei dem das Gros der Türen in der ohnehin charmanten Altstadt von Funchal künstlerisch gestaltet wurde. Seit dem Jahre 2010 treibt es die Insel-Kapitale von Madeira diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes bunt.
Textauszug: Schöner kann der Auftakt kaum sein. Von der Inselhauptstadt Funchal aus geht es an der Küste entlang gen Westen. Die Route führt abwechselnd durch ellenlange Tunnel und vorbei an riesig sich auftürmenden Bergen mit steilen Hängen und terrassenförmig angelegten Bananenplantagen. Dazwischen schmiegen sich Häuser verstreut an die steilen Hänge. Ganz Madeira scheint ein Hanghuhn zu sein – ein durchlöchertes noch dazu. Denn auf der gerade einmal 57 Kilometer langen und 22 Kilometer breiten Atlantikinsel wurden allein im Laufe der letzten zweieinhalb Jahrzehnte mehr als 300 Tunnel angelegt. Diese ersetzen die zum Teil extrem steilen und kurvenreichen Straßen entlang der Küste, aber auch im Inselinneren, wo sich der Pico Ruivo als höchster Berg stattliche 1.862 Meter hoch aufbäumt.
Textauszug: So abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch die Küche der Algarve. Naturgemäß führt die Nähe zum Meer dazu, dass fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte großen Raum auf der Speisekarte einnehmen. Die Gaumenfreuden der Algarve werden aber nicht allein vom Meer geprägt. Je weiter ihr euch ins Hinterland, den so genannten Barrocal, oder ins Gebirge, die Serra, bewegt, desto fleischiger und wilder werden die Mahlzeiten. Hier kommen neben Lamm oder Schwein auch Fasane, Hasen, Rebhühner oder Wildschweine auf den Tisch. Auch sonst ist dieser Teil Portugals von der Natur reich gesegnet. Abseits der Küste finden sich unzählige Oliven-, Johannisbrot-, Mandel-, Feigen- und Orangenbäume.
Textauszug: Weihnachten kommt auch in diesem Jahr wieder schneller als manch einer denkt. Und mit dem Näherrücken des Festes der Feste wird der Druck immer größer, ein möglichst ausgefallenes, am besten noch individuelles Geschenk für die Liebsten zu finden. Daher dürfte nun kollektive Erleichterung über einen zunächst einmal verbalen Silberstreif am Horizont herrschen. Denn an den Küsten, an denen manche schon küssten, könnte schon bald eine kleine Scholle in den Familienbesitz übergehen. Gemeint ist nicht der schmackhafte Fisch, sondern ein Stück Land.
Textauszug: Vorbei führt die Fahrt mit der gelb-weißen Tram bergauf und bergab durch enge Häuserschluchten an Häusern mit bröckelnden Fassaden. Hier scheint die Gleichung zu gelten, je kaputter die Fassade, umso mehr bunte Wäsche hängt vor den Fenstern. Vielleicht ist dies Ausdruck einer kollektiven Reinlichkeit, vielleicht ein Zeichen für fehlende Wäschetrockner, vielleicht aber auch nur ein Mittel, um von der maroden Bausubstanz vieler Gebäude abzulenken. Dass am Gros der Häuser deutlich sichtbar der Zahn der Zeit nagt, liegt sicherlich zum einen an den fehlenden finanziellen Mitteln vieler Hausbesitzer, aber auch daran, dass der nahe gelegene Atlantik mit seinen bisweilen harschen Winden permanent an den Fassaden rüttelt. Dafür ist aber die Wäsche im wahrsten Sinne des Wortes in Windeseile Luft getrocknet.
Textauszug: Wer hat nicht schon mal im Urlaub am Strand eine Burg aus Sand gebaut? Nichts Besonderes werden die meisten sagen; vollendete Kunst werden es diejenigen nennen, die in den vergangenen Jahren dem internationalen Sandskulpturen-Festival im portugiesischen Pêra beigewohnt haben. Alljährlich verwandelt sich seit 2003 der Badeort unweit von Albufeira an der Algarve von Mai bis Ende Oktober in einen kilometerlangen Kunstwanderpfad, wenn hier mit dem Festival Internacional de Escultura em Areia (FIESA) das weltweit größte Event dieser Art steigt.