Textauszug: Die Gläubigen verbeugen sich beim Betreten des Tempels mit zusammengefalteten Händen, um den Göttern Respekt und Dank zu erweisen. Mit dem tamilischen Gruß „Vanakkam“ heißt Arumugam Paskaran die Gäste im Sri Kamadchi Ampal Tempel, einem der wohl ungewöhnlichsten Bauten im westfälischen Hamm, willkommen. In dem prachtvollen Tempel residieren gemäß Hinduglauben verschiedene Gottheiten. Es riecht nach fremdartigen Gewürzen und frischen Früchten. Ein für die meisten Europäer wohl völlig unverständlicher Sprechgesang des Priesters erklingt und lädt gleichzeitig dazu ein, am Rande des Ruhrgebiets in eine völlig unbekannte Welt abzutauchen. Gäste sind im Sri Kamadchi Ampal Tempel jederzeit willkommen, sofern sie denn einige simple Grundregel befolgen.
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Textauszug: Früher waren es vornehmlich Gläubige und Menschen ohne eigenes Bad, die hierher kamen. Später folgten die Stars und Sternchen, Reichen, Gekrönten und Gefönten aus Adel, Politik, Sport und Showbusiness. Der Bogen spannt sich von Kaiser Wilhelm II., Englands König Edward VIII. und Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk über Komponist Franz Liszt, Rennfahrer Jenson Button, Queen-Gitarrist Brian May und Supermodel Kate Moss bis hin zu Schauspielern wie Omar Sharif, Tony Curtis, John Travolta oder Cameron Diaz. Sie alle ließen sich im Cağaloğlu Hamami in die Geheimnisse der türkischen Badekultur einführen.
Textauszug: Allabendlich können sich Besucher aus aller Welt auf eine kleine Zeitreise begeben, wenn sie im Tower of London der wohl ältesten militärischen Zeremonie der Welt beiwohnen – und das bei freiem Eintritt. Das Abschließen der Tore, hat heute noch eine ebenso große Bedeutung wie vor Jahrhunderten. Zwar residiert kein König mehr im Tower, doch die Kronjuwelen und andere kostbare Gegenstände werden nach wie vor in dem Prachtbau am Ufer der Themse aufbewahrt. Dabei verläuft die Ceremony of the Keys seit 750 Jahren nach exakt dem gleichen Muster ab: Würdevoll schreitet der Chief Warder, der Leiter der auch unter dem Spitznamen „Beefeater“ bekannten Torwächter, der Yeomen Warders, um exakt 21.53 Uhr mit den Schlüsseln der altehrwürdigen Festung sowie einer Laterne in der Hand entlang der Water Lane zum Traitors’ Gate, dem Verrätertor.
Textauszug: Mit seinen mittelalterlichen Giebelhäusern, Prachtbauten wie dem Belfried, dem Provinzialpalast oder dem gotischen Rathaus, den verwinkelten Gässchen und verträumten Grachten ist Brügge eine Stadt voller Postkartenmotive. Dabei gilt Europas Kulturhauptstadt des Jahres 2002, deren historische Altstadt seit dem Jahre 2000 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht, nicht nur als schönste Stadt in Flandern, sondern auch als Belgiens Schokoladenhauptstadt. Allein rekordverdächtige 52 Chocolatiers und unzählige kleine Geschäfte, die hochwertige Schokoladenprodukte anbieten, zeugen vom süßen Zahn der 117.000 Einwohner.
Textauszug: Das Gemurmel der Menschen wird lediglich noch vom Klang der Glocken der St. Rombouts Kathedrale übertönt. Hunderte von Entspannungsjüngern und Sonnenanbetern drängen sich an den Tischen der gut zwei Dutzend Restaurants, Cafés und Kneipen am Grote Markt – ein großes Heer von zweibeinigen Kaffeevernichtungsmaschinen, Biertrinkern und Genießern, das dem Gang der Sonne folgt. Morgens tummeln sich das Gros der Gäste an der Südwestseite des herrlichen, von mittelalterlichen Häusern mit Treppengiebeln und dem prächtigen Rathaus von 1311 gesäumten Platzes. Nachmittags stürmen die Durstigen und Hungrigen auf die Nordostseite des zentralen Platzes von Mechelen. Immer getrieben von dem Verlangen, sich von den letzten Sonnenstrahlen des Jahres wärmen zu lassen. Wäre der Platz ein Schiff, drohte er wohl mit dem Wechsel der Sonne und der hinüberschwappenden Menschenmenge zu kentern.
Textauszug: Fast scheint es, als seien in dem kleinen Örtchen Sand im norwegischen Ryfylke die Außerirdischen gelandet. Nicht vom Mars. Die wären ja grün. Vielmehr stecken die komischen Gestalten am Ufer des 22 Kilometer langen Suldalslågen Flusses in roten Anzügen und bewegen sich ein wenig steif. Wie eine Horde Pinguine watschelt die kleine Gruppe merkwürdiger Figuren auf das Wasser zu, um wenige Sekunden später in das Gewässer einzutauchen und auf Lachssafari zu gehen – oder besser gesagt, zu schwimmen. Rund 2.500 Meter lassen sich die mit einem Trockenanzug, Taucherbrille und Schnorchel ausgestatteten Gäste inmitten des fischreichen Gewässer treiben – mit den bis 20 Kilogramm schweren Lachsen zum Greifen nahe.
Textauszug: Mit jedem Wort klingt bei Yavuz Iskenderoğlu der Stolz mit. Keine Frage, der 66-jährige füllt das große Erbe, das er angetreten hat, mit Liebe, Leidenschaft und Akribie aus. Sein Leben wird tagein, tagaus von dem bestimmt, was sein Ur-Ur-Urgroßvater Iskender Efendi Mitte des 19. Jahrhunderts im türkischen Bursa erfunden haben soll: den Döner Kebab. Heute ist das am Vertikalgrill zubereitete Fleisch in der ganzen Welt bekannt. Und es gibt viele, die behaupten, die Zubereitungsmethode für das schmackhafte Grillfleisch entwickelt zu haben.
Textauszug: Gewöhnlich rasen Wagemutige in kleinen Gefährten auf Schienen über eine Achterbahn, ohne das Tempo kontrollieren zu können. Im Duisburger Angerpark geht es allein auf Schusters Rappen über eine 220 Meter lange Achterbahn. Allerdings wird der Looping ausgespart. Dieser ist zwar eingebaut, doch eine Sperre verhindert das Weiterlaufen mit dem Kopf nach unten. Wobei der Tiger & Turtle – Magic Mountain eigentlich keine Achterbahn ist, sondern nur optisch an eine solche gemahnt.
Textauszug: Kohle, Stahl und Bier – schwarzes, rotes und goldgelbes Gold – prägten über viele Jahrzehnte das Bild Dortmunds. Parallel zum Aufblühen der Montanindustrie entwickelte sich dereinst eine florierende Brauwirtschaft in der Westfalenmetropole. Eine Tradition, die nachweislich bis in das Jahr 1293 zurückreicht, als die Stadt von König Adolf von Nassau das Brauprivileg zugesprochen bekam. Im Jahre 1826 zählte Dortmund stolze 38 Brauereien. Bis zum Jahr 1913 stieg deren Ausstoß auf 1,6 Millionen Hektoliter im Jahr. 1964 katapultierte sich die Dortmunder Brauindustrie mit den Flagschiffen Dortmunder Union, Ritter, Actien, Stifts, Kronen, Thier und Hansa dann mit einem Ausstoß von vier Millionen (!) Hektolitern an die kontinentale Spitze.
Textauszug: Diese tropische Enklave ist mit Liebe gestaltet. Das ist spätestens klar, wenn man die gelben Warnschilder im Dschungeldickicht entdeckt, auf denen in großen Lettern steht: „Achtung! Raupen kreuzen!“ Damit sind nicht etwa gigantische Baumaschinen gemeint, sondern unverpuppte, winzige Larven von Schmetterlingen. Blaue, gelbe, orange, braune, getupfte, gestreifte, getarnte und leuchtende Schmetterlinge umschwirren die Besucher im Schmetterlingshaus des Maximiliansparks in Hamm. Sie fliegen in einem rund 600 Quadratmeter großen Pflanzenparadies frei umher und einige von ihnen scheinen alles andere als Berührungsängste zu haben. Vielleicht liegt es daran, dass die flatternden Schönheiten hier eindeutig in der Überzahl sind.