Textauszug: Wer glaubt, belgische Städte seien wie die berühmten Pralinen aus der Confiserie – süß, aber austauschbar – der hat noch nicht, um Bild zu bleiben, in Antwerpen hineingeschmeckt. Denn die Stadt präsentiert sich als unerwarteter Hochgenuss zwischen rauem Hafenflair und mondänem Eleganz. Schon bei der Ankunft am Hauptbahnhof, einer famosen Kathedrale mit Gleisanschluss, wird klar: Die 550.000-Seelen-Gemeinde an der Schelde versprüht nicht nur dank des legendären Diamantenhandels funkelnden Glanz. Der zentral gelegene Kopfbahnhof, der offiziell „Antwerpen Centraal“ heißt, wirkt wie ein königlicher Palast mit Gleisen auf vier Ebenen.
Thema: Streifzug durch Antwerpen
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Textauszug: Die Sommerzeit ist für viele Urlaubszeit. Die Kaffeemaschine schaltet in den Stand-by-Modus. Das Quietschen und Knarren des Bürostuhls verstummt, der Computer wird runtergefahren. Selbst das Mail-Postfach schlummert vor sich hin; lediglich die automatisierte Antwort steht in permanenter Alarmbereitschaft. Sie reagiert ganz ungefragt und mit stoischer Ruhe. Willkommen in der Hochsaison der Abwesenheitsnotiz: jenem digitalen Lächeln, das uns mitteilt, dass jemand gerade lieber mit den Füßen im Sand statt am Schreibtisch sitzt. Automatische Mailantworten im Sommer sind wie Flip-Flops im Büro – nicht jeder trägt sie mit Stil, aber irgendwie gehören sie doch dazu. Und während manche Nachrichten wie die literarische Wiedergeburt von Loriot klingen, schaffen andere es, den Absender maximal zu verwirren oder zu verärgern.
Textauszug: Manchmal scheint die Erde selbst Komponistin zu sein – nicht mit Violinen und Taktstock, sondern mit Basalt, Wind und Licht. In der Garni-Schlucht in Armenien, auch Azat-Schlucht genannt, offenbart Mutter Natur ein geologisches Meisterwerk, das in seiner Ordnung und Poesie einer orchestralen Darbietung gleicht: die „Symphonie der Steine“. Wer diese bizarre wie faszinierende Landschaft betritt, wird Teil einer stillen Aufführung. Die gewaltigen Basaltsäulen wirken fast schon akribisch geordnet wie die Pfeifen einer monumentalen Orgel – nur dass hier kein Kirchenchor singt, sondern Wind und Wasser ihre uralte Melodie spielen.
Textauszug: Nicht nur die Franken weisen immer wieder gerne darauf hin, dass Bamberg wie die italienische Hauptstadt Rom sei: auf sieben Hügeln erbaut, aber mit weniger Gladiatoren, mehr Bier und deutlich besserem Rauchfleisch. Wen es in die 77.000-Seelen-Gemeinde zieht, sei es per pedes, mit dem Drahtesel oder auf den Spuren der Bierdiplomatie, der taucht ein in eine Stadt, die mit jedem Schritt Geschichten zu erzählen weiß, mit jedem Schluck überrascht und mit jedem Sonnenstrahl ein eigenes Gesicht zeigt. Bamberg, dessen Altstadt seit dem Jahre 1993 zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, erweist sich als ein städtebauliches Gesamtkunstwerk. Zwischen Fachwerkfassaden und Flussarmen mutet ein Gang durch den historischen Stadtkern fast an, als würde man durch eine Art mittelalterliches Bilderbuch spazieren oder als Statist in einem Historienfilm mitwirken.
Textauszug: Wer glaubt, dass man in Istanbul nur zwischen Basar und Bosporus kulinarisch auf seine Kosten kommt, der hat das Roof Mezze 360 noch nicht erlebt – ein Restaurant, das sich nicht nur in luftiger Höhe in der achten Etage des Seres Hotels befindet, sondern auch kulinarisch ein wenig über den Dingen schwebt. Hier trifft der verwöhnte Gaumen auf eine faszinierende Skyline mit nahezu allen Landmarken der türkischen Megametropole. Der Abend beginnt mit einer leichten Sommerbrise, die über die Dächern im Altstadtviertel Sirkeci auf der europäischen Seite von Istanbul streicht.
Textauszug: Wer nach dem finnischen Savonlinna auf einer Landkarte Ausschau hält, sollte sich nicht wundern, wenn plötzlich deutlich mehr Blau als Grün zu sehen ist. Denn die 32.000-Seele-Gemeinde, die als Heimat der ältesten Dampfschiffflotte des Landes gilt, liegt inmitten des riesigen Saimaa-Seenlabyrinths – ein Ort, an dem selbst GPS-Geräte gelegentlich ins Schwimmen geraten. Besteht das 4.370 Quadratkilometer große Areal doch aus nicht weniger als 120 miteinander verbundenen Seen mit zusammen 14.000 Inseln. Doch keine Sorge: Wer sich hier verirrt, findet sich meist in einer Postkartenidylle wieder. Insbesondere auch in Savonlinna als eines der pulsierenden Herzstücke der finnischen Seenplatte.
Textauszug: Wenn Städte sprechen könnten, würde Istanbul flüstern – und zwar staatsmännisch und geheimnisvoll in der sonoren Stimmlage von Sean Connery. Die Metropole am Bosporus ist ein Schauplatz der Superlative: dynamisch, hier und da durchaus wuselig, dann wieder majestätisch und vor allem filmreif. Kein Wunder also, dass der britische Geheimagent Ihrer Majestät gleich mehrmals hier mit der Lizenz zu Töten unterwegs war, um einmal mehr die Welt vor größenwahnsinnigen Schurken zu bewahren. In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) schleicht Bond in seinem maßgeschneiderten Anzug durch die ehrwürdigen Hallen der Hagia Sophia, während ahnungslose Touristen Tauben füttern und Spione sich mit bedeutungsschwangeren Blicken zuwinken.
Textauszug: Istanbul, die Stadt, in der Europa und Asien eine kaffeetrinkende Liaison eingehen, bietet nicht nur Baukunst zwischen Sultan und Moderne, sondern auch Rückzugsorte für müde Reisende, die dem Trubel der Altstadt kurzzeitig entfliehen wollen – so wie das ibis Hotel im Stadtteil Zeytinburnu. Eingerahmt zwischen dem Mamarmeer und modernen Wohn- und Geschäftsblöcken liegt das Drei-Sterne-Hotel gegenüber dem Balkan Şehirleri Park. Dabei kommt das Haus nicht ohne ein Grundrauschen aus. Denn zwischen dem ibis Istanbul Zeytinburnu, dem Park und dem Meer verläuft eine neunspurige Straße. Doch seien wir mal ehrlich, wer in der 17 Millionenstadt eine ruhige Lage sucht, wird vermutlich vergeblich suchen. Die Fenster des Hotels sind so gut isoliert, dass die Geräusche im Inneren kaum wahrnehmbar sind.