Textauszug: Willkommen im Süden der britischen Hauptstadt London, wo sich ein ebenso besonderer wie geheimnisvoller Ort verbirgt – der Crossbones Churchyard. Gekennzeichnet ist der Friedhof in der Nähe des beliebten Borough Market durch seine unkonventionelle Geschichte und sein eigenartiges Aussehen. Anstatt traditioneller Grabsteine finden sich hier bunte Schmuckstücke, Spielzeug, Fotos und andere persönliche Gegenstände, die an die Verstorbenen erinnern. Dabei reicht die Geschichte des Friedhofs, der heute als ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens fungiert, bis ins Mittelalter zurück. Ursprünglich war das schmuddelige Stück Land auf der Südseite der Themse als Begräbnisstätte für Prostituierte bekannt, die im nahegelegenen Vergnügungsviertel Southwark ihre Liebesdienste feilboten.
Thema: Geschichte eines ungewöhnlichen Londoner Friedhofs
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Textauszug: Bei der bloßen Erwähnung des Namens Manchester denken viele automatisch an „König Fußball“. In der Tat beheimatet das einstige Zentrum der britischen Textilindustrie mit Manchester United und Manchester City gleich zwei europäische Spitzenclubs. Insbesondere Letztere gelten als amtierender englischer Meister und Pokalsieger sowie Champions-League-Sieger als die wohl aktuell beste Vereinsmannschaft des Kontinents, vielleicht sogar des Erdballs. Doch die 550.000-Seelen-Gemeinde im Nordwesten Englands hat weit mehr zu bieten, als die Faszination für das Runde, das ins Eckige muss. Dabei kann und will Manchester seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.
Textauszug: Ein bisschen scheint es, als würde die Zeit still stehen. Vor dem Eingang blickt Queen Victoria auf ungewöhnliche Art und Weise von einem Pub-Schild. Die bis heute im Vereinigten Königreich hochverehrte Königin hat ihr langes Haar herabgelassen, blickt über die Schulter und hat ihren Oberkörper entblößt. Zur Ehrrettung sei gesagt, dass nur der nackte Rücken des einstigen Staatsoberhaupts zu sehen ist. Direkt nebenan geht die Zeitreise beim Eintritt in das Lido Bristol weiter. Das viktorianische Bad aus dem Jahre 1849 war zunächst nur für die Obrigkeit geöffnet, dann aber auch für das „gemeine“ Volk, ehe es dem Verfall preisgegeben wurde. In den 1990er Jahren sollte das Gebäude sogar abgerissen werden, um Platz für eine Umnutzung des Areals zu machen. Doch dann kam die Rettung für das Bad, das weitgehend wieder so hergestellt wurde wie zu viktorianischen Zeiten. In mühsamer Handarbeit wurde ab 2006 bis zur feierlichen Wiedereröffnung im Jahre 2008 alles weitgehend wieder in den Originalzustand zurückversetzt.
Textauszug: Die Eingangstür zieren große silberne Gummistiefel als Türknauf. Direkt über dem Portal befindet sich ein riesige Sonnenbrille. Fast scheint es, als sei dies beides eine Anspielung auf die bisweilen eher mäßigen und wechselhaften Wetterbedingungen im Norden Englands. Dies trifft sicher zum Teil zu. Mehr noch ist diese ungewöhnliche Dekoration ein Teil des Konzepts im ibis Styles Manchester Portland Hotel. Denn das Hotel hat sich ganz dem Motto „Wetter“ verschrieben. Und so werden die Gäste im Herzen von Manchester unweit der Piccadilly Gardens mit einem überdimensionalen Sonnenstuhl, der neben der Rezeption als Blickfang aufgestellt ist, begrüßt. Die Decke der Eingangshalle wird von aufgespannten, weißen Regenschirm dominiert, während die Lounge-Ecke durch eine weitere gigantisch große Sonnenbrille vom Restaurantbereich des Hotels und den Zugängen zu den Zimmern getrennt ist.
Textauszug: Mächtig groß sind sie. Noch dazu gut gesättigt und überaus gierig. Mit schrillem Schrei unterstreichen sie, ein wenig angsteinflößend, ihr Verlangen nach einer schnellen Mahlzeit. Rund um den kleinen Hafen am River Esk belagert die Heerschar an Möwen permanent wie hemmungslos einfach jeden, der etwas Essbares in der Hand hält. Vermutlich hat es sich in Kreisen der Vögel herumgesprochen, dass es im englischen Whitby einige der wohl besten Fish & Chips Läden des Landes zu finden sind. Darunter das von vielen als vermeintlich bestes Fischrestaurant in England eingestufte Magpie Café. Für die Möwen jedenfalls ist das Setting ein Art Schlaraffenland, wo ihnen statt gebratener Tauben vorzugweise frittierter Fisch oder goldgelbe Pommes in den weit aufgerissenen Schnabel fliegen.
Textauszug: An rund 200 Tagen im Jahr zieht ein grauer Nebelschleier über die Moorlandschaft mit ihren rauschenden Flüssen, ungewöhnlichen Granitformationen, bizarren Felsfiguren, versteckten Dörfern und prähistorischen Städten, verwandelt das malerische Fleckchen Erde in eine dampfende Waschküche mit Flechten, verkrüppelten Birken und Sümpfen. Schon vor Jahrzehnten war dies das ideale Setting für die guten alten Edgar Wallace Filme. Und auch einer der berühmtesten Romane von Sir Arthur Conan Doyle, „Der Hund von Baskerville“, spielt in dem rund 950 Quadratmeter großen Landstrich in der südenglischen Grafschaft Devon. Das Dartmoor, gleichermaßen von Wasserdampf und Legenden gezeichnet, gehört zweifelsohne zu den schönsten und landschaftlich reizvollsten Regionen der britischen Insel.
Textauszug: Das Beste kommt zum Schluss: Langsam – und doch irgendwie viel zu schnell – gleitet der Fahrstuhl durch das zehn Meter hohe Aquarium. Unzählige Fische scheinen zum Greifen nahe und sind doch so fern. Ganz dicht an der Scheibe schwimmt ein Riffhai vorbei. Ein wenig wirkt es so, als würde er verschmitzt grinsen und zum Abschied noch einmal mit der Schwanzflosse winken, während der heimliche Star im Becken, ein grünlich glänzender Sägefisch, fast schon teilnahmslos auf dem Boden des Beckens ein Nickerchen zu machen scheint.
Textauszug: Für ganze Generationen galt der Name als Synonym für Hoffnung, Freiheit und Unabhängigkeit, wurde im wahrsten Sinne des Wortes automatisch mit dem Tor zur trauten Zweisamkeit gleichgesetzt. Die Rede ist von Gretna Green, jenem beschaulichen kleinen Dorf im Südwesten Schottlands unweit der Grenze zu England, das zwischen 1754 und 1940 zur Pilgerstätte für junge Liebespärchen und Ausreißer wurde. Denn in der dortigen Dorfschmiede konnten sich aufgrund einer Lücke in der schottischen Rechtsprechung Minderjährige ohne das Wissen beziehungsweise die Zustimmung der Eltern das Jawort geben.
Textauszug: „Green, green gras of home“, lautet der Refrain in Tom Jones bekannter Hommage an seine Heimat. Und schon nach kurzer Zeit wird deutlich, was der bekannte Musikexport aus Wales zum Ausdruck bringen wollte: Unendlich viele Schattierungen von Grün soweit das Auge reicht, ausgedehnte Wälder, saftige Wiesen, mannshohe Farne, mächtige Rhododendren in Hülle und Fülle, blühende Heide- und Moorlandschaften, dazwischen unzählige weiße Punkte, die sich bei näherer Betrachtung als Schafe entpuppen.
Textauszug: Die Ärmel seines Hemdes hat Chris Molyneaux hochgekrempelt. Ganz so, als wolle der sympathische Lockenkopf mit dem Dreitagebart deutlich machen, dass er bereit ist, mit anzupacken. Und dies ist auch notwendig. Schließlich möchte der waschechte Schotte mit dem leichten Bauchansatz das Dutzend an Wissbegierigen nicht nur für den Genuss von Gin begeistern, sondern ihnen auch binnen weniger Stunden helfen, ein eigenes schmackhaftes Wacholdergetränk mit seiner Hilfe herzustellen. Seine Daffy’s Gin School liegt inmitten des schottischen Hochlandes nicht weit vom Loch Ness im Dörfchen Strathmashie. Also inmitten einer der Hochburgen der Whisky-Herstellung. Die Bezeichnung „Dörfchen“ ist zugegebenermaßen fast schon Aufschneiderei. Tatsächlich handelt es sich mehr um eine Hand voll Häuser in den Cairgorns an den stark befahrenen A86. Die Heimat der Schule liegt im umgebauten Stall eines uralten Bauernhofs, während die gute Stube des Farmhauses zu einer kleinen Bar umfunktioniert wurde.
Textauszug: Die Briten und ihre Nachbarn, die Iren, tun es. Andere aber auch. So zum Beispiel die Japaner, Australier, Inder, Neuseeländer und eine ganze Reihe (ehemaliger) Commonwealth-Staaten wie Malta, Zypern, die Bahamas, Jamaika, Pakistan oder Hongkong. Ebenso wie Macau, Thailand, Malaysia, Botswana, Mosambik, Namibia, Simbabwe, Kenia und Südafrika. Sie alle fahren links und sind damit nicht allein. Weltweit gibt es heute Linksverkehr in 58 Staaten. Erklärungsversuche für dieses Phänomen sind nicht minder zahlreich. Das Ganze einfach damit ab zu tun, dass die Briten und Iren irgendwie anders sind, genügt fraglos nicht.