Textauszug: Bei der Blondine im roten Kostüm und den langen roten Handschuhen könnte es sich bei genauerem Hinsehen auch um einen Mann handeln. Allein die Größe legt den Verdacht nahe, zumal die Dame den Großteil der Tür in Beschlag nimmt. Im Vorbeigehen könnte der Gedanke aufkommen, die Tür sei der Zugang zu einer Welt der käuflichen Liebe. Doch weit gefehlt, die Blondine ist Teil eines Kunstprojekts, bei dem das Gros der Türen in der ohnehin charmanten Altstadt von Funchal künstlerisch gestaltet wurde. Seit dem Jahre 2010 treibt es die Insel-Kapitale von Madeira diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes bunt.
Thema: Streetart in Madeiras Hauptstadt
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Textauszug: In der Luft liegt der schwere Geruch von offenem Feuer und frisch gebackenem Brot. Dreckverschmierte Schweine rennen, laut quickend, aufgeregt durch die engen, belebten Gassen. Geschäftige Rheinschiffer passieren den kleinen Marktplatz und tragen im Verborgenen ihre meist gut gefüllten Geldsäcke durch das bunte Getümmel. Die Marktfrauen in ihren dicken, schweren Röcken schleppen handgeflochtene Körbe voll mit weißen Rüben, frisch vom Feld, in Richtung der Baustelle von Burg Friedestrom. So, oder so ähnlich könnte es sich im Jahr 1373 nach Christi zugetragen haben, nachdem der ehemalige kurkölnische Rheinzollort Zons zur Stadt erhoben wurde.
Textauszug: Die Queen sitzt scheinbar teilnahmslos auf einer Holzbank. Krone im Haar, mit Pailletten besticktem Kleid und weißen Handschuhen. Überall um sie herum flattern Union Jacks im Wind. Ein wenig wirkt es, als seien die Feierlichkeiten zum bemerkenswerten 70-jährigen Thronjubiläum der britischen Königin noch nicht abgeschlossen. Ein majestätischer Löwe scheint ein wachsames Auge auf die Monarchin zu werfen, während es sich Mr. Bean nur wenige Meter entfernt ebenfalls auf einer Parkbank bequem gemacht und sein schelmisches Lächeln aufgelegt hat. Auf dem gepflegten Rasenstück vor ihm fallen eine typisch rote Telefonzelle sowie ein roter Briefkasten ins Auge, während in der Einfahrt ein grünes Rolls Royce Cabrio scheinbar abfahrtbereit parkt.
Textauszug: Überraschend für klein und groß – der Plattensee bietet richtig viel Abwechslung für einen perfekten Familienurlaub. Ohne stundenlange Autofahrt bietet sich zum Beispiel ein Flug direkt nach Hévíz an, nur einen Steinwurf vom Plattensee entfernt. Hévíz selbst bietet ein traumhaft schönes, weltweit einzigartiges Badevergnügen. Dort planschen die Spaß- und Erholungssuchenden auf ihren obligatorischen bunten Poolnudeln im größten biologisch aktiven, natürlichen Thermalbadesee der Welt. Aus 38,5 Meter Tiefe sprudelt das ca. 40 Grad Celsius heiße Thermalwasser nach oben und bietet dann – je nach Jahreszeit – Badetemperaturen zwischen 23 und 38 Grad.
Textauszug: „Mama, nein, da vorne kommt schon wieder eine Kurve!“ Nicht nur Kinder leiden unter der Reisekrankheit, die einem den Spaß am unterwegs sein – im wahrsten Sinne des Wortes – verübeln kann. Doch was tun, wenn der Magen einfach nicht mitspielt und schon bei kleinsten Bewegungen des Gefährts in Wallung kommt? Wenn feuchte Hände und pochende Kopfschmerzen ein deutliches Signal für ein womöglich langanhaltendes Unwohlsein sind? Aber warum spielen Körper und Magen eigentlich verrückt? Die Augen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr senden bei schaukelnden Fahrten widersprüchliche Informationen ans zentrale Nervensystem.
Textauszug: Die Idee ist faszinierend und angsteinflößend zugleich: Paris vom Fahrradsattel aus zu entdecken, hat durchaus seinen Reiz, wäre da nicht das riesige, unkalkulierbare Verkehrsaufkommen in der Millionenmetropole an der Seine. Immerhin hatte Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2020 offiziell die Verkehrswende für die französische Hauptstadt eingeläutet und fast flächendeckend Tempo 30 durchgesetzt. Allerdings, auch das gehört zur Wahrheit, interpretiert so mancher Auto- oder Motorradfahrer die innerstädtische Geschwindigkeitsbegrenzung eher als launige Empfehlung und ist entsprechend sportlich unterwegs.
Textauszug: Der Plattensee – von vielen auch das „ungarische Meer“ genannt – rückt näher an Deutschland, insbesondere aber an Nordrhein-Westfalen heran. Seit Mitte Juni bietet Wizz Air zweimal wöchentlich einen Direktflug zum Balaton an. Donnerstags und sonntags geht es von Dortmund aus direkt nach Héviz im Westen Ungarns. Die Kleinstadt unweit des Plattensees ist bekannt für den größten Thermalsee der Welt, dessen Temperaturen im Winter bei 23 bis 25 Grad Celsius, im Sommer um die 35 Grad Celsius liegen. Das bis zu 38 Meter tiefe Wasser ist reich an Schwefel, Kohlendioxid, Kalzium, Magnesium sowie Hydrogenkarbonat und trägt nachweislich zur Linderung von rheumatischen und motorischen Beschwerden bei.
Textauszug: Die Wüste lebt. Besser gesagt, die Wüste bebt. Und wie. Dort, wo das ganze Jahr über neben gleißender Hitze und nächtlicher Kälte zwischen Sand, Staub und Geröll eine gewisse Tristesse herrscht, regiert schon bald wieder für acht Tage der absolute Ausnahmezustand. Vom 28. August bis 5. September 2022 steigt in der Black Rock Desert im US-Bundesstaat Nevada das legendäre Burning Man Festival. Nicht nur das ungewöhnliche Setting in der staubigen Einöde eines ausgetrockneten Salzsees lässt das Ganze zu einem Event der Superlative avancieren. Ein Spektakel, zu dem sich rund 75.000 Festival-Jünger auf den beschwerlichen wie langen Weg in die Wüste machen.
Textauszug: Wer an Brüssel denkt, denkt fast automatisch an den Grand Place, das Atomium, das Manneken Pis, die Comic-Kultur, die ungeahnte Bier-Vielfalt oder an handgefertigte Pralinen. Doch die belgische Hauptstadt weiß noch mit einer weiteren besonderen Note zu begeistern: Die rund 1.000 Gebäude im Art déco oder Art Nouveau Stil lassen nämlich nicht nur die Herzen ausgewiesener Architektur-Liebhaber höherschlagen. Im Gegenteil. Einige der Stil-Ikonen sind längst zu den namhaftesten Landmarken am Hauptsitz der Europäischen Union avanciert.
Textauszug: Schöner kann der Auftakt kaum sein. Von der Inselhauptstadt Funchal aus geht es an der Küste entlang gen Westen. Die Route führt abwechselnd durch ellenlange Tunnel und vorbei an riesig sich auftürmenden Bergen mit steilen Hängen und terrassenförmig angelegten Bananenplantagen. Dazwischen schmiegen sich Häuser verstreut an die steilen Hänge. Ganz Madeira scheint ein Hanghuhn zu sein – ein durchlöchertes noch dazu. Denn auf der gerade einmal 57 Kilometer langen und 22 Kilometer breiten Atlantikinsel wurden allein im Laufe der letzten zweieinhalb Jahrzehnte mehr als 300 Tunnel angelegt. Diese ersetzen die zum Teil extrem steilen und kurvenreichen Straßen entlang der Küste, aber auch im Inselinneren, wo sich der Pico Ruivo als höchster Berg stattliche 1.862 Meter hoch aufbäumt.
Textauszug: An rund 200 Tagen im Jahr zieht ein grauer Nebelschleier über die Moorlandschaft mit ihren rauschenden Flüssen, ungewöhnlichen Granitformationen, bizarren Felsfiguren, versteckten Dörfern und prähistorischen Städten, verwandelt das malerische Fleckchen Erde in eine dampfende Waschküche mit Flechten, verkrüppelten Birken und Sümpfen. Schon vor Jahrzehnten war dies das ideale Setting für die guten alten Edgar Wallace Filme. Und auch einer der berühmtesten Romane von Sir Arthur Conan Doyle, „Der Hund von Baskerville“, spielt in dem rund 950 Quadratmeter großen Landstrich in der südenglischen Grafschaft Devon. Das Dartmoor, gleichermaßen von Wasserdampf und Legenden gezeichnet, gehört zweifelsohne zu den schönsten und landschaftlich reizvollsten Regionen der britischen Insel.