Textauszug: Unter den Zwergstaaten dieser Welt kann Andorra für sich reklamieren, einer der größten zu sein. Und dies, obwohl selbst der Bodensee mit 536 Quadratkilometern deutlich mehr Platz einnimmt, als das knapp 467 Quadratkilometer große Fürstentum in den Pyrenäen. Zudem ist der Bodensee verkehrlich besser erschlossen. Denn das Principat d`Andorra, so der offizielle Name des überschaubaren Gebirgslandes, verfügt weder über einen Verkehrsflughafen noch über ein Eisenbahnnetz. Lediglich gut 200 der 270 Straßenkilometer des Landes sind asphaltiert. Zudem verfügt Andorra über keine eigene Währung. Früher dienten der französische Franc und die spanische Peseta als Zahlungsmittel. Seit 2002 ist es der Euro, obwohl das Fürstentum nicht Teil der Europäischen Union ist. Außerdem ist Andorra das einzige Land der Welt, in dem zwei ausländische Amtsträger zusammen die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen – dies sind der Bischof von Urgell und der Präsident von Frankreich.
Thema: Der unbekannte Zwergstaat in den Pyrenäen
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Textauszug: Etwas nervös steht Javier mitten auf der Straße am Aussichtspunkt Mirador de Cherfe zwischen Santiago del Teide und Masca auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa. In einer Mischung aus Aufgeregtheit und Vorfreude zappelt der junge Mann auf dem Skateboard hin und her, überprüft den richtigen Sitz des Helms und der Protektoren an Knien und Ellenbogen. Auch seine vier Freunde überprüfen noch einmal den richtigen Sitz der Ausrüstung, befestigen eine Dashcam am Helm oder der Jacke. Schließlich soll das Abenteuer im Film festgehalten und später auf Social Media Kanälen geteilt werden.
Textauszug: Auf dem kahlen Felsplateau bei Arcegno beugen sich ein paar Ginster-Büsche und die Zweige von Krüppelkiefern sanft im kontinuierlich wehenden Wind. Der Blick fällt auf Ascona und den in Dunst getauchten Lago Maggiore sowie die dahinter liegende Bergkette. Aus den Kopfhörern erklingt Entspannungsmusik. Ein halbes Dutzend Personen bewegt sich barfuß ganz individuell zum Sound der Musik. Einige geraten nahezu in Ekstase, andere lassen sich allenfalls zu einem dezenten Hüftwackeln hinreißen. Alex Dawson kniet auf einer pinkfarbenen Decke vor einem transportablen Mischpult und zaubert die unterschiedlichen Klänge auf die drahtlosen Kopfhörer der Entspannungsjünger.
Textauszug: Sissi war hier. Nicht Romy Schneider, sondern die Echte, die legendäre Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Insgesamt viermal zog es die im Jahre 1837 in München als Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach geborene Monarchin zu Kuraufenthalten nach Meran. Gleich zweimal bezog Sissi dabei mit ihrem gut 100-köpfigen Hofstaat die eigens für sie prunkvoll hergerichteten Räumlichkeiten im Schloss Trauttmansdorff. Heute würde die Kaiserin wohl weder das Schloss noch dessen Umland wiedererkennen, auch wenn hier die Erinnerungen an ihre Besuche auf mannigfaltige Art und Weise bis heute aufrechterhalten werden. Im umgebauten Schloss befindet sich mit dem Touriseum das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, während sich direkt an den Prachtbau die grandiosen Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit ihrem ungeahnten Pflanzenvielfalt anschmiegen. Das Touriseum erzählt die Geschichte dieses Teils von Südtirol und spart dabei natürlich auch den Blick auf die berühmteste Bewohnerin des Schlosses nicht aus: Am 16. Oktober 1870 bezog Sissi hier gemeinsam mit ihrer damals zweijährigen, kränkelnden Tochter Marie Valerie Quartier.
Textauszug: Einen ganz anderen Charakter weist Cregneash im Südwesten der Insel auf. Das Museumsdorf bereitet anschaulich das oftmals entbehrungsreiche Leben der Farmer im 19. Jahrhundert auf. Das besondere an dem Museumsdorf ist, dass einige Häuser noch heute bewohnt sind und in dem Freilichtmuseum noch immer nach alter Handwerkstradition geschmiedet und Wolle gesponnen wird. Hier leben auch die seltenen Manx Loaghtan Schafe, die vier, teilweise sechs Hörner haben. Nur einen Steinwurf vom ältesten Dorf der Insel entfernt liegt mit dem Calf Sound der wohl spektakulärste Küstenabschnitt auf Man. An dem von tosenden Wellen umspülten südlichsten Zipfel der Insel tummeln sich nahezu ganzjährig graue Seehunde.
Textauszug: Viele nennen Prag die „Goldene Stadt“. Pavel Kohout, der berühmte tschechische Schriftsteller und Dramatiker beschriebt die Metropole als „alt, erhaben, vom Geheimnis umwittert wie ein teuerer Schmuck, getragen von einer verarmten, unter den Falten unverändert schönen Frau.“ Und in der Tat ist die fast 1.000-jährige Vergangenheit allgegenwärtig, hat auf mannigfaltige Art und Weise ihre Spuren hinterlassen. Nichtsdestotrotz ist auch an der Moldau ein massives Facelifting unübersehbar.
Textauszug: Das Beste kommt zum Schluss: Langsam – und doch irgendwie viel zu schnell – gleitet der Fahrstuhl durch das zehn Meter hohe Aquarium. Unzählige Fische scheinen zum Greifen nahe und sind doch so fern. Ganz dicht an der Scheibe schwimmt ein Riffhai vorbei. Ein wenig wirkt es so, als würde er verschmitzt grinsen und zum Abschied noch einmal mit der Schwanzflosse winken, während der heimliche Star im Becken, ein grünlich glänzender Sägefisch, fast schon teilnahmslos auf dem Boden des Beckens ein Nickerchen zu machen scheint.
Textauszug: Über Jahrzehnte bildete Esch-sur-Alzette das Herzstück der größten Industrieregion des Landes, war so etwas wie das Ruhrgebiet Luxemburgs. Längst ist in der zweitgrößten Stadt des kleinen Großherzogtums der letzte Stahl gekocht. Qualmende Schlotte gehören der Vergangenheit an. Gleichwohl kann und will die Region rund um die 36.000-Seelen-Gemeinde im Südwesten des Landes, in der Menschen aus 122 Nationen Zuhause sind, ihre industrielle Vergangenheit nicht leugnen. Ein Selbstverständnis, das sich auch mit Blick auf das Jahr als Europas Kulturhauptstadt 2022 deutlich widerspiegelt. Unter dem Leitmotiv „Remix Culture“ feiert Esch2022 die Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer grenzüberschreitenden Region im Herzen Europas. Vom 26. Februar bis 22. Dezember 2022 stehen rund 160 Projekte mit mehr als 2.000 Events auf dem Programm.
Textauszug: Im Nolla in Finnlands Hauptstadt Helsinki verbinden sich Jugendstil und Moderne auf ungewöhnliche Art und Weise. Denn das in einem Art nouveau Gebäude aus dem Jahre 1904 untergebrachte Restaurant gilt als Vordenker für die zeitgemäße Restaurant-Branche nicht nur in Finnland. So ist der Name Programm. „Nolla“ bedeutet Null auf Finnisch. Die drei befreundeten Besitzer Carlos Henriques, Luka Balac und Albert Franch Sunyer eint nicht nur, dass sie als Einwanderer nach Finnland kamen und in renommierten Sterneküchen zu Köchen ausgebildet wurden. Nein, das Trio hat sich auf die Fahne geschrieben, kulinarische Leckerbissen zu zaubern und gleichzeitig, soweit wie möglich, jeglichen Müll zu vermeiden. Und so eröffneten die drei im Jahre 2019 das erste Zero-Waste-Restaurant in Skandinavien.
Textauszug: Mehr Postkartenidylle geht kaum. Die flämischen Häuserzeilen rund um den Grand Place, die fünftürmige Kathedrale Notre-Dame sowie Belgiens ältester Belfried bilden zusammen ein wohl einmaliges Bilderbuchensemble. Entlang des dreieckigen Marktplatzes erheben sich Häuserzeilen mit beeindruckenden Giebeln, wobei die ohnehin prachtvollen Fassaden zusätzlich durch die Flaggen von 23 Gilden verziert werden. Dabei dürfen die Patrizierhäuser gemäß Verordnung nicht mehr als drei Etagen besitzen, um den Blick auf den Glockenturm und das Gotteshaus nicht zu verstellen. Wohl auch, weil beide als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO stehen und als Wahrzeichen von Tournai gelten.