Textauszug: Der Wind weht staubig und warm durch die Schlucht des Arpa-Flusses, wo die roten Felsen von Vayots Dzor wie erstarrte Flammen in den kaukasischen Himmel ragen. Es ist eine Landschaft von archaischer Schönheit, die lange ein Geheimnis hütete, das dafür sorgte, dass die Geschichtsbücher des Genusses umgeschrieben werden mussten: Denn tief im Bauch der Erde, in den kühlen Schatten der Areni-1-Höhle, begann nachweislich vor über 6.100 Jahren eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Rebe, die bis heute nichts von ihrer Intensität verloren hat. Hier, wo Archäologen neben dem ältesten Lederschuh der Welt auch die weltweit älteste bekannte Weinkellerei freilegten, schlägt das Herz der armenischen Weinkultur.
Thema: Weinreise durch Armenien
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Textauszug: Europa ist reich an Mythen, Traditionen und kulinarischen Besonderheiten, doch nur wenige Phänomene verbinden all das so spielerisch wie die Weinbrunnen, die an ausgewählten Orten tatsächlich kostenfrei Wein ausschenken. Diese Brunnen sind keine urbanen Legenden, sondern reale Stationen, die Reisende, Pilger und Weinliebhaber gleichermaßen anziehen. Sie stehen nicht in Metropolen, sondern an Orten, die bewusst gewählt wurden: entlang historischer Routen, in Dörfern mit tief verwurzelter Weinkultur oder in Regionen, die ihre Gastfreundschaft auf besonders charmante Weise ausdrücken möchten. Sie stehen nicht in Metropolen, sondern an Orten, die bewusst gewählt wurden: entlang historischer Routen, in Dörfern mit tief verwurzelter Weinkultur oder in Regionen, die ihre Gastfreundschaft auf besonders charmante Weise ausdrücken möchten.
Textauszug: Es gibt Orte, die einen kulinarisch überraschen. Und dann gibt es das Qomo im Düsseldorfer Rheinturm – ein Restaurant, das sich nicht nur um exquisite japanische Küche dreht, sondern auch buchstäblich um sich selbst. Wer hier in exakt 172,5 Metern über dem Meeresspiegel, oder besser gesagt über Vater Rhein, einkehrt, bekommt nicht einfach nur einen Tisch mit Aussicht. Nein, hier wird das Panorama serviert wie ein Gang zwischen Nigiri und Sonnenuntergang: langsam rotierend und spektakulär inszeniert. Der Aufzug schnellt in gut 50 Sekunden sanft nach oben, die Ohren ploppen, und plötzlich steht man in einem Raum, der aussieht wie Tokyo auf Stippvisite in Düsseldorf – minimalistisch, mondän und mit einem Blick, der selbst dem skeptischsten Altbiertrinker ein Champagnerlächeln ins Gesicht zaubert.
Textauszug: In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, einer Stadt, die kulinarisch längst über Altbier, Killepitsch und dem legendären Senfrostbraten hinausgewachsen ist, setzt ein etwas abseits gelegenes Restaurant eigene Maßstäbe: das Ross & Reiter im Stadtteil Derendorf. Inmitten eines Viertels, das von Altbaucharme geprägt ist, duckt sich hinter einer eher unscheinbaren Backsteinfassade ein kulinarisches Kleinod, in dem Genuss und lässiger Charme auf ein gutes Glas Wein treffen. Hier wird nicht nur gekocht, hier wird inszeniert.
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Textauszug: Wer glaubt, dass man in Istanbul nur zwischen Basar und Bosporus kulinarisch auf seine Kosten kommt, der hat das Roof Mezze 360 noch nicht erlebt – ein Restaurant, das sich nicht nur in luftiger Höhe in der achten Etage des Seres Hotels befindet, sondern auch kulinarisch ein wenig über den Dingen schwebt. Hier trifft der verwöhnte Gaumen auf eine faszinierende Skyline mit nahezu allen Landmarken der türkischen Megametropole. Der Abend beginnt mit einer leichten Sommerbrise, die über die Dächern im Altstadtviertel Sirkeci auf der europäischen Seite von Istanbul streicht.
Textauszug: Liebe Hoteliers und werte Betreiber von Übernachtungsbetrieben aller Art, entschuldigt bitte die Frage, aber was ist nur mit euch los? Denkt ihr, die Menschen, die eine Nacht oder sogar mehrere Nächte in eurem Hause verbringen, haben kollektiv ihren Geschmackssinn verloren? Denkt ihr, der gemeine Gast kann eine Hühnerfrucht nicht von synthetischer Pampe unterscheiden? Das, was ihr als vermeintliches Rührei vorsetzt, ist nichts als labberige, zumeist blassgelbe Schlotze ohne jeglichen Eigengeschmack. Wenn ihr schon für ein bereitgestelltes oder serviertes Frühstück Champagnerpreise aufruft, ohne selbigen überhaupt auszuschenken, dann sollten es doch wenigstens ein echtes Ei oder zwei sein.
Textauszug: Die Einrichtung im Old Mill ist eher unaufgeregt schlicht. Viel dunkles Holz, knarzende Dielen, einfache Holzstühle, lederbespannte Sitzbänke und kleine Holztische. Nahezu jeder freie Zentimeter ist ausgenutzt, um möglichst viele Gäste unterbringen zu können. Da mutet jeder Gang für die Kellner des populären Restaurants wie ein kleiner, vertikaler Limbo-Tanz an. Die Wände sind komplett mit alten Fotos, Schildern und nostalgischen Reklametafeln zugepflastert. Die Tische sind so eng zusammengerückt, dass man fast zwangsweise mit den Nachbarn ins Gespräch kommt oder deren Konservation belauscht.