Textauszug: Die Luft ist deutlich kühler als das Wasser, obwohl Letzteres auch nicht gerade einer muckelig warmen Badewanne gleichkommt. Doch der Adrenalinausstoß lässt die Temperaturen für einen Moment völlig vergessen. Unweigerlich stockt der Atem für einen Augenblick, bevor das Aufatmen und die Erleichterung in ein breites Grinsen, bei manchen sogar in ein fettes Lachen übergehen. Auslöser ist das Münchhausen-Gefühl. Denn in der Area 47 im österreichischen Ötztal können Wagemutige wie der legendäre Lügenbaron durch die Luft fliegen – und dies sogar ohne den Ritt auf der Kanonenkugel. Stattdessen avancieren die Adrenalinjunkies für einen kurzen Moment selber zu einem Geschoss.
Thema: Action-Outdoorpark Area 47 im Ötztal
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Textauszug: In Anlehnung an den alten 1950er Jahre Schlager von Mieke Telkamp könnte es schon bald statt „„…dann schick ich Dir Tulpen aus Amsterdam“ heißen: „…dann schick ich Dir Touristen aus Amsterdam“. Wer der Empfänger für die Reisenden sein wird, ist noch offen. Fakt ist aber, dass die Grachtenstadt die Touristenströme massiv einschränken und lieber heute als morgen loswerden möchte. Getreu dem Motto „Alles muss raus“ möchte das Amsterdamer Stadtparlament die Reißleine ziehen. Für Touristen, Reisebusse, Kreuzfahrtschiffe und Bettenbuchung mit Airbnb könnte schon bald das gleiche Schicksal ereilen, wie dem sabbernden Hund vor dem Metzgerladen.
Textauszug: Sie ist wohl die erste und einzige Airline weltweit, die komplett ohne Piloten und Co-Piloten auskommt und doch Ziele rund um den Erdball anfliegt. Den Passagieren sind das Fehlen des fliegenden Personals, der Turbinen und Tragflächen durchaus bewusst, aber gleichzeitig völlig egal. Sie genießen lieber den Service in der First oder Business Class. Klingt abgehoben, ist es aber nicht. Im Gegenteil, die Fluggäste der First Airlines in Tokio bleiben im wahrsten Sinne des Wortes komplett geerdet. Obwohl die Fluggesellschaft nicht am geschäftigen Narita Airport in Japans Hauptstadt zu finden ist, sondern in einem von außen eher unscheinbaren Gebäude im Stadtteil Ikebukuro, sind alle Flüge seit der Gründung im Jahre 2016 komplett ausgebucht.
Textauszug: Das satte Grün der Wiese, das knallige Orange der Schwimmwesten und das Blau der Boote bilden einen farbigen Kontrast zum braunen Wasser. Mit zwei, drei beherzten Griffen wird der Kanadier an der kleinen Steintreppe unterhalb des Leine Wehrs in den Schnellen Graben gesetzt. Mit dem Fuß wird das Kanu noch leicht vom Ufer abgestoßen und schon schwimmt es im gemächlichen Tempo den Schnellen Graben hinunter. Ein perfekter Einstieg in eine faszinierende Entdeckungstour durch Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover auf dem Wasserweg.
Textauszug: „Croeso i Nant Gwrtheyrn“, hallt es durch die Andachtshalle der schmucken kleinen Kapelle mit ihrem modernen Glasvorbau. Mathew Penri hat das scheinbar Unaussprechliche über die Lippen gebracht, um die Handvoll an Wissbegierigen in eben diesem Nant Gwrtheyrn auf Walisisch willkommen zu heißen. Und dies an einem historischen Ort in der Mitte vom Nichts. Das kleine Dörfchen duckt sich in einer tief eingeschnittenen Schlucht an der Irischen See im Schatten von fast 400 Metern hoch aufragenden Bergen auf der fast menschenleeren Llŷn-Halbinsel im Norden von Wales. Dort, wo ab Mitte des 19. Jahrhunderts für gut neun Jahrzehnte Steine abgebaut wurden, stoßen viele heute auf schwere verbale Brocken. Denn seit 1982 wird in Nant Gwrtheyrn versucht, interessierten Erwachsenen aus aller Herren Ländern die Besonderheiten der walisischen Sprache näher zu bringen.
Textauszug: Wer durch Wales reist, reibt sich beim Anblick der Ortsschilder nicht selten verwundert die Augen. Schier unaussprechlich Wortungetüme wie Ystrad Flwr, Yr Wydffa oder Ynys Gybi fallen in den Blick. Schnell kommt der Verdacht auf, dass in diesem Teil Großbritanniens eine akute Vokal-Armut herrscht, gepaart mit einer grausamen Doppel-L- und Ypsilon-Flut sowie eine schier unermesslichen Konsonanten-Schwemme. Und doch hat das Unaussprechliche auch seinen Reiz. Wie sonst ließe sich erklären, dass die 3.000-Seelen-Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch im Süden der Insel Anglesey zu den meist besuchten Plätzen des Landes zählt?
Textauszug: Nicht nur an Käsemoppel richtet sich das traditionelle Cheese Rolling am Coopers Hill in Brockworth in der englischen Grafschaft Gloucestershire. Jährlich im Mai jagen unweit von Cheltenham in vier Rennen Wagemutige einen steilen, unwegsamen und glitschigen Hügel mit stellenweise bis zu 50 Prozent Gefälle hinunter und versuchen in einem verrückten Rennen, einen vier Kilogramm schweren Gloucester Käse im Sprint einzuholen. Nahezu alle Teilnehmer kommen dabei angesichts des schwierigen Geläufs – sehr zur Freude der Zuschauer – unweigerlich selber ins Rollen. Als Lohn für die ganz speziellen Mühen, darf der Sieger den Käse behalten – und ernte natürlich Ruhm und Ehre. Gewinner ist, wer den runden Laib einholt oder wer als Erstes irgendwie über die Ziellinie gelangt.
Textauszug: Wie cool ist das denn? Im Blickfeld nichts außer Sand und Meer. Sechs Stufen führen von der großzügig geschnittenen Veranda direkt hinab auf den Strand. Nur gut 120 Meter feinster Sand liegen zwischen dem schmucken Strandhaus und der Nordsee. Das einzige Geräusch, das zu vernehmen ist, ist das Brechen der Wellen am Strand. Und am Himmel strahlen die Sterne um die Wette. Nichts stört die klare Sicht auf die Milchstraße, den großen Wagen und andere Himmelskörper. Auch weil die Lichter der 14.000-Seelen-Gemeinde Julianadorp nicht über den 800 Meter breiten und mächtig hohen Dünengürtel dringen. Eine perfekte Idylle im hohen Nordwesten Hollands, rund fünf Kilometer südlich von Den Helder. Und dies nicht nur für Sternengucker.
Textauszug: Nicht von ungefähr avanciert Irland zu einem Mekka für Pflanzenliebhaber und Botaniker aus aller Welt. Die Grüne Insel wartet nicht nur, wie oft behauptet, mit mehr als 40 Schattierungen von Grün auf, sondern auch mit einer ungeahnten Blütenvielfalt. Pate steht dabei das durch den warmen Golfstrom begünstigte, milde Klima. Und dies beileibe nicht nur in den Küstenregionen. Auch in der südostirischen Grafschaft Wicklow findet sich mit Powerscourt ein Paradebeispiel irischer Gartenbaukunst.
Textauszug: Das Paradies war bekanntlich ein Garten. Einen eben solchen, noch dazu einen, der der Vorstellung vom Paradies sehr nahe kommen soll, schuf Universalkünstler André Heller im Süden von Marokko, genauer vor den Toren des Dörfchens Douar Sbiti im Ourikatal am Fuße des mächtigen Atlas-Gebirges. Anders als das biblische Paradies ist „Anima“, wie die knapp vier Hektar große Gartenlandschaft heißt, nicht göttlichen Ursprungs, sondern für viel Geld mit einer riesigen Muskelhypothek entstanden. Fast fünf Jahre gingen ins Land, ehe aus dem verödeten, vertrockneten Areal einer ehemaligen Rosenfarm ein Meer aus Blüten und Blättern entstand, in dem sich unter dem Dach von Bäumen und Sträucher zahlreiche Kunstwerke ducken.
Textauszug: „Warum heißt Salzburg Salzburg und nicht Pfefferburg?“, lautet die erste Frage an Fremdenführerin Susanne „Susi“ Ihniger Lehnfeld. Die freundliche, etwas untersetzte Dame empfängt die entdeckungsfreudigen Familien vor dem Festspielhaus. „Na, ganz einfach, der Reichtum der Stadt kam vom Salz“, erklärt sie dem neunjährigen Laurenz und schüttelt sich vor Lachen wegen der lustigen Eingangsfrage. „Weißt Du, früher gab es ja noch keine Kühlschränke. Wer über den Winter nicht verhungern wollte, der musste alles durch Salz haltbar machen – Rüben, Kraut, Fleisch…“ Schnell ist von der fröhlichen Stadtführerin erklärt, dass das Salz aus dem nahe gelegenen Dürrnberg stammt.