Textauszug: “When in Rome do as the Romans do“, sagt der Engländer. Gleiches gilt natürlich auch für Touristen oder Besucher Londons, die nur ungern als solche enttarnt werden möchten und lieber als Einheimische durchgehen wollen. Manche Dinge sind absolut tabu, andere ein Muss. Es ist ein Trugsschluss zu glauben, dass sich diese vielgestaltige Stadt durch einen Besuch der in Wachs verewigten Stars und Sternchen bei Madame Tussaud`s, der Kronjuwelen oder der Wachablösung erschließen lässt. Vielmehr sollte man sich an den Gepflogenheiten der echten Londoner, der so genannten Cockneys, orientieren. Wer wie ein echter Londoner auf die Frage „Been there, done that?“ souverän mit „Sure“ antworten können möchte, sollte unbedingt das nachstehende Exkursionsprogramm umsetzen. Auch wer den Empfehlungen nur in Auszügen folgt, wird feststellen, wie endlos facettenreich die Millionenmetropole an der Themse ist.
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Textauszug: Zwar steht Bier weiterhin unangefochten auf Platz 1 der Beleibtheitsskala alkoholischer Getränke, doch als „Kronprinz“ erfreut sich Cider großer Beliebtheit – und dies seit Generationen. Insbesondere in Südengland wurde Apfelwein seit Jahrhunderten von den Farmern für den Hausgebrauch hergestellt. Einige verkauften den Cider auch an umliegende Pubs. Doch eigentlich war das cidermaking nicht zum Gelderwerb gedacht. Der Apfelwein wurde vielmehr als Teil des Lohns an die Farmarbeiter ausgegeben. Jeder Bauerngeselle erhielt im Schnitt 2,5 Liter pro Tag. Diese Tagesration wurde aus den Fässern in kleinere Holfässchen abgefüllt, die als Flaschen fungierten und im West Country als firkins bekannt sind.
Textauszug: Auf eine Großbritannien-Karte schauen und mit dem Finger zeigen können: Da sind wir lang gewandert. Hier, auf der Höhe von Newcastle-upon-Tyne und Carlisle haben wir das britische Eiland einmal komplett von der Ost- zur Westküste durchquert – das klang reizvoll. Dass man nebenher noch auf den Spuren des großen römischen Kaisers Hadrian wandeln würde, und dass uns sein Lebenswerk, ein 117 km langer, knapp 2000 Jahre alter Verteidigungswall auf Schritt und Tritt begleiten würde, das sprach außerdem noch für diese überaus spannende und abwechselungsreiche Langstrecken-Wanderung.
Textauszug: Das nahe gelegene Dartmoor und das kaum weniger pittoreske Exmoor stellen die Bicton Park Botanical Gardens in den Schatten – und dies zu unrecht. Während die Faszination dieser beiden Nationalparks in ausgedehnten Heide- und Moorlandschaften liegt, steht Bicton Park im Ruf, einer der prächtigsten historischen Gärten in Großbritannien zu sein. Im Osten von Devon im malerischen Otter Valley gelegen, besticht der botanische Garten aus einer Mischung aus der Beschaulichkeit des 18. Jahrhunderts und moderner Gartenarchitektur. Auf mehr als 25 Hektar Land findet sich hier eine der größten Sammlungen an Pflanzen und Bäumen im Vereinigten Königreich – darunter allein rund 500 verschiedene Bäume wie Zedern, Pinien, Eichen und Palmen.
Textauszug: Wenn Blutwürste in Strumpfhosen gewickelt und durch die Luft geworfen werden, dann wissen längst nicht nur Insider im Vereinigten Königreich, dass wieder einmal ein Weltmeister in einer wenig alltäglichen Disziplin ermittelt wird: Denn im September ist das Royal Oak Pub im nordenglischen Ramsbottom abermals Schauplatz der „World Black Pudding Throwing Championships“, der Welttitelkämpfe im Blutwurstwerfen. Ein skurriler Wettbewerb, bei dem es nicht darum geht, große Weiten zu erzielen, sondern ein gutes Auge und Treffsicherheit unter Beweis zu stellen.
Textauszug: Unaufhörlich bläst der Wind über das Land. Einen Moment lang verdunkeln schwarze Wolken den Himmel, Regentropfen prasseln nieder. Sekunden später reißt die dichte Wolkendecke ein wie Seidenpapier. Die Sonne taucht das Meer in gleißendes Licht, färbt das wild tosende Wasser in leuchtendes Grün. Ein Regenbogen schlägt seinen Halbkreis über die pittoreske Moorlandschaft. Haushohe Wellen werfen sich donnernd den steilen Klippen entgegen. Hier in den North York Moors, der größten Heide- und Moorlandschaft Englands, ist es nichts ungewöhnliches, alle vier Jahreszeiten binnen weniger Stunden zu erleben.
Textauszug: Beatles und Fußball sind Schlagworte, die automatisch mit Liverpool in Verbindung gebracht werden. Das legendäre Stadion an der Anfield Road, die sportliche Heimat des FC Liverpool, gilt weltweit als ein Synonym für sportlichen Erfolg. Berühmtester Exportschlager der Hafenstadt im Nordwesten Englands, über die der amerikanische Lyriker Allen Ginsberg einmal sagte, sie sei der „Dreh- und Angelpunkt des menschlichen Bewusstseins“, sind aber fraglos die Pilzköpfe. Ob die berühmte Penny Lane oder das Kinderheim Strawberry Fields – sie alle lassen die pulsierende Metropole an der Irischen See zu einem Mekka für Beatles-Liebhaber werden, die auf den Spuren der „Fab Four“ dem Lebensgefühl der Swinging Sixties zwischen Kleinbürgeridyllen und viktorianischer Architektur nachspüren wollen.
Textauszug: „Time makes cheese“ – eine Aussage, die der Whisky-Werbung entlehnt sein könnte. Und doch weiß Tony Rich, wovon er redet. Seit 1957 verdient der Engländer seine Brötchen als Käsemacher und gilt als wahrer Meister seiner Zunft. In Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Argentinien und Indien hat er bereits sein profundes Wissen über die Geheimnisse der Käseherstellung weitergegeben. Doch immer kehrte der Weltenbummler zu seinen Wurzeln im südwestenglischen Cheddar zurück. Ein Dorf in der Grafschaft Somerset am Fuße der Mendip Hills, das gleichermaßen für seine beeindruckenden Schluchten und Höhlen, aber auch für die Herstellung des gleichnamigen Käses bekannt ist.
Textauszug: Für viele ist der Norden Englands lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Schottland. Grau und trist, von rauchenden Fabrikschornsteinen dominierte Landschaften sind Attribute, die häufig fälschlicherweise mit der Region zwischen York und Newcastle, zwischen Chester und Carlisle verbunden werden. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland. Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.
Textauszug: Das Paradies war bekanntlich ein Garten. Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wann und wie es verloren ging. Doch die Erinnerung ist geblieben, spiegelt sich in gepflanzten Bäumen und Sträuchern, gezüchteten Blumen und angelegten Teichen wieder. Dieser Vorstellung sehr nahe kommt die atemberaubende Gartenanlage in Sissinghurst Castle. Von dem elisabethanischen Schloss zwischen Hastings und Ashford im Südosten Englands blieb nur wenig erhalten. Aber das Wenige wirkt absolut märchenhaft.
Textauszug: Ihre eigentlich Heimat ist Liverpool, ihre unglaubliche Erfolgsstory begann in Hamburg, doch wie kaum eine andere Stadt hat London den musikalischen Werdegang der „Beatles“ geprägt. Die Pilzköpfe aus der Arbeiterstadt am Mersey revolutionierten den musikalischen Geschmack einer ganzen Generation, lösten wahren Begeisterungsstürme, ja ein Hysterie aus, die sogenannte Beatlemania. Noch heute zeugen in der britischen Hauptstadt unzählige Spuren zwischen Soho und Mayfair, zwischen Marylebone und St. John´s Wood von den glanzvollsten Kapiteln britischer Popmusik, wecken Erinnerungen, Träume und Sehnsüchte an die „Fab Four“, die mit Hits wie „Yesterday“ oder „Hey Jude“ in die Unsterblichkeit des Popolymps aufgestiegen sind.