Textauszug: Seine Spuren ziehen sich im Zickzackkurs durch Polens einstige Hauptstadt. Keine Frage, Krakau hat ihn geprägt, ebenso hat er Krakau geprägt. Hoch verehrt und von allen geschätzt, ist Papst Johannes Paul II. auch zwei Jahre nach seinem Tode am 2. April 2005 in der Stadt an der Weichsel allgegenwärtig. Schon kurz nach der Landung auf dem internationalen Flughafen in Krakau-Balice, der seit 1995 den Namen des einstigen Kirchenoberhaupts der katholischen Kirche trägt, fällt der Blick auf ein Relief mit dem Konterfei des berühmtesten Sohnes der Stadt. Der am 19. Mai 1920 im nahe gelegenen Wadowice geborene Karol Józef Wojtyla hat vor seiner Ernennung zum Papst im Jahre 1978 den Großteil seins Lebens in Krakau verbracht und kehrte sechsmal im Rahmen von offiziellen Pilgerfahrten hierher zurück.
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Textauszug: Die Melodie ist ebenso einfach wie eindringlich. Konkurrierende Gruppen von Studenten, Kinder und Jugendlichen ziehen durch Gamla Stan, den historischen Teil der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Stimmgewaltig lassen sie nach alter Väter Sitte das alte, ursprünglich aus Italien stammende Lied „Sankta Lucia“ und andere weihnachtliche Melodien erklingen. Im Mittelpunkt steht ein junge Frau mit Lichterkranz im Haar: Lucia, die Lichterkönigin. Mit ihrem lieblichen Gesang und den lodernden weißen Kerzen erhellt sie die längste Nacht des Jahres, die traditionell am 13. Dezember begangen wird. Begleitet wird sie von so genannten Stjärngossar, jungen Männer mit langen weißen Hemden und einer spitzen Sternenmütze.
Textauszug: Es gibt wohl kaum etwas, was hinter dem gerade einmal 50 mal 50 Zentimeter großen Fenster noch nicht in irgendeiner Form zu sehen war. Teesiebe und Gummibälle, Quietsch-Entchen, Kämme und Minibücher, aber auch Stopfkugeln, Flaschenöffner, Modellautos und Elefanten. Wertvolles und weniger Wertvolles, Kitschiges und Kunstvolles. Keine Frage, das Hoosesaggmuseum in Basel darf sich rühmen, unter den kleinsten Museen eines der größten zu sein. Hochwahrscheinlich ist es sogar das kleinste der Welt, auf jeden Fall aber eines der Ungewöhnlichsten. Denn das „Hosentaschenmuseum“ in der Schweizer Kulturmetropole kostet keinen Eintritt, kann aber auch nicht betreten werden.
Textauszug: „Vorsicht! Die Lenkung ist sehr direkt und reagiert umso sensibler, je höher die Geschwindigkeit ist“, gibt Daniel Oppliger letzte Regieanweisung, bevor die Gruppe über den Riehenring, die Klingentalstraße, die Kasernenstraße und die Untere Rheingasse mit der Mittleren Brücke ein erstes Highlight der Tour erreicht. Doch die Konzentration ist so groß, das kaum einer einen Blick auf die mittelalterliche Brücke, das linke Hand in den Blick fallende Münster oder auf die prächtigen Häuserzeilen der Baseler Altstadt wirft. „Na, glühen die Füße?“, fragt Daniel Oppliger, wohl wissend, dass dies ein ganz normaler Vorgang sei. Denn in der Regel sind die Segway-Neulinge leicht nervös und angespannt, was sich bis in die Fußsohlen überträgt.
Textauszug: Wenn die Steine reden könnten, wüssten sie so manche Geschichte aus der Welt des Fußballs zu erzählen. Geschichten von Triumphen, von Sternstunden, aber auch Geschichten von tragischen Momenten und schmerzlichen Niederlagen. So etwa vom Finale der Weltmeisterschaft 1982, als sich Fußball-Deutschland zum dritten Mal anschickte, nach 1954 und 1974 den globalen Kicker-Thron zu besteigen – vergebens. Der Traum zerplatzte wie eine Seifenblase. Die DFB-Elf um Trainer Jupp Derwall wurde im Endspiel mit 1:3 von Italien gedemütigt. Doch dies ist nur eine von vielen Momentaufnahmen aus einer Arena, in der Legenden geprägt und Helden geboren wurden: Das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid gilt als einer der bedeutendsten europäischen Fußballtempel.
Textauszug: Vor dem Eingang tummeln sich scharenweise Fremdenführer. Neben exzellenten Ortskenntnissen haben sie noch ein weiteres gemeinsam: sie verdienen alle ihre Brötchen vornehmlich als Teppich- oder Krimskramshändler, bieten entsprechend ihre Dienste mit dem Hinweis auf den eigenen Souvenirladen an. Dort verkaufen sie „echte“ antike Münzen, Vasen und Säulenreste moderner Machart. Für die meisten Türkeibesucher ein gewohntes Bild. Und so gilt das Hauptinteresse dem antiken Ephesus, einer der am besten erhaltenen historischen Ausgrabungsstätten der Welt.
Textauszug: Auf den ersten Blick gemahnt Kappadokien, jener Landstrich im Herzen Anatoliens, an eine Landschaft aus „1000 und einer Nacht“. Die fast surrealistisch anmutende Tuffsteinregion leuchtet in der Abenddämmerung in den unterschiedlichsten Pastellfarben: Rosa, gelb, bläulich, hellgrau oder weiß zeichnen sich Canyons, Türmchen, Pyramiden, Kamine, Kegel und merkwürdige Gesteinsformen am Horizont ab. Es fehlen eigentlich nur noch Kobolde und Feen zu einer perfekten Märchenlandschaft. Kappadokien – übersetzt „das Land der schönen Pferde“- ist die alte Bezeichnung für das Gebietsdreieck zwischen Kaysari, Ürgüp und Nigde im Nordosten der Türkei. Es ist das Land der unterirdischen Städte, der Feenkamine, Höhlenwohnungen und Kirchen, aber auch der Weinberge, Aprikosen, Mandeln und Oliven.
Textauszug: „Pamukkale“ – ein Namen, der jedem Türkeifreund auf der Zunge zergehen dürfte. Denn hinter dem wohlklingenden Namen verbirgt sich ein geologisches Wunder der Superlative, dessen wattig-weißes Aussehen bei der Namengebung Pate stand. Die warmen Wasser einer heißen Kalziumkarbonatquelle wandelten den Bergzug circa 19 Kilometer nördlich von Denizli im Laufe der Jahrtausende in beeindruckende Sinterterassen um. Das wohlig temperierte, bis zu 35 Grad Celsius warme Wasser ergießt sich seit Urzeiten von einem Becken in das nächste und schaffte so eine atemberaubende Gesteinsformation, die weltweit ihres gleichen sucht.
Textauszug: Während aus den Lautsprechern abwechselnd in dumpfen Klängen „Die Internationale“, die Hymne der ehemaligen Sowjetunion, schmissige Pionierlieder und die Stimme Lenins dröhnen, fallen unweit des Eingangs die vier Meter hohen Granitfiguren von Karl Marx und Friedrich Engels ins Auge, die dereinst das Portal der Budapester Parteizentrale der Kommunistischen Partei zierten. Wenige Meter weiter ragt Genosse Wladimir Iljitsch Lenin mit versteinerter Miene gen Himmel. Fast scheint es so, als hätte er sein Schicksal geahnt, als hätte er gewusst, dass der real existierende Sozialismus nur eine begrenzte Halbwertzeit hatte.