Cambridge – klug, grün und zeitlos

CambrdigeTextauszug: Die Geburtsstunde von Cambridge klingt weniger nach ehrwürdiger Tradition als nach einer Episode aus einer historischen Studentenserie: Anfang des 13. Jahrhunderts wurden einige Oxford-Studenten kurzerhand aus der Stadt geworfen – offenbar war die lokale Bevölkerung nicht ganz so begeistert von nächtlichen Debatten, philosophischen Wortgefechten und studentischer Lebensfreude. Die Vertriebenen fanden im beschaulichen Cambridge Zuflucht, das damals wohl kaum ahnte, dass es bald zur intellektuellen Großmacht aufsteigen würde. Mit der Gründung von Peterhouse Colleges im Jahr 1284 begann eine akademische Erfolgsgeschichte, die sich über Jahrhunderte fortschrieb und heute in 31 Colleges sichtbar wird – kleine Königreiche, die sich über die Stadt verteilen und jeweils ihre eigene Aura pflegen.

Thema: Die englische Universitätsstadt Cambridge
Länge: 6.090 Zeichen
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Wenn die Schlange länger ist als der Flug

Textauszug: Es beginnt oft unspektakulär: Ein leises Surren, das Klacken von Rollkoffern, das gedämpfte Murmeln einer Menschenmenge, die sich langsam vorwärts schiebt. Wer an einem deutschen Flughafen die Sicherheitskontrolle betritt, betritt zugleich einen Ort, an dem sich globale Sicherheitslage, technische Präzision und menschliche Geduld auf engstem Raum begegnen. Während die Airlines mit pünktlichen Abflugzeiten werben und einige Terminals mit architektonischer Eleganz glänzen, zeigt sich an den Kontrollspuren die Realität des Luftverkehrs: Hier entscheidet sich, wie schnell oder langsam eine Reise wirklich beginnt.

Thema: Sinnhaftigkeit und Effektivität der Sicherheitskontrollen
Länge: 5.294 Zeichen
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Eine kleine Sternenkunde der Hotellerie

Hotelklingel - Copyright Karsten-Thilo Raab Textauszug: In der Welt der Hotellerie funkeln Sterne nicht am Firmament, sondern über Eingangstüren, auf Webseiten und in Prospekten. Sie versprechen Orientierung, Komfort und ein gewisses Maß an Verlässlichkeit. Doch wer glaubt, ein Stern sei überall gleich viel wert, irrt gewaltig. Die Hotelklassifizierung ist ein globales Kaleidoskop, das sich je nach Land, Kultur und Erwartungshaltung in völlig unterschiedlichen Mustern zeigt. Während in manchen Regionen ein Stern bereits bedeutet, dass ein Zimmer überhaupt ein Fenster besitzt, wird andernorts erst ab drei Sternen ernsthaft über die Qualität der Matratze diskutiert.

Thema: Die Unterschiede der Sterne-Kategorien
Länge: 6.148 Zeichen
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Schottland auf den Spuren von Harry Potter

Glenfinnan Viaduct - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer glaubt, Schottland sei nur etwas für Whisky-Liebhaber und Highland-Romantiker, der hat wohl noch nie mit einem Butterbier in der Hand auf das Glenfinnan-Viadukt gestarrt. Denn hier, zwischen nebligen Tälern und mystischen Seen, beginnt eine Reise, die nicht nur ausgewiesene „Potterheads“ in Verzückung versetzt. Die Reise beginnt in Edinburgh, jener Stadt, in der J.K. Rowling einst mit Blick auf das mächtige Castle ihre Feder zückte und fortan mit ihren Büchern über „Harry Potter“ eine ganze Generation verzauberte. Die Victoria Street, mit ihren bunten Fassaden und verwinkelten Läden, erinnert frappierend an die Winkelgasse – man möchte fast nach einem Zauberstabgeschäft Ausschau halten.

Thema: Set-Jetting auf den Spuren des Zauberlehtlings
Länge: 3.604 Zeichen
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Kas di Pal’i Maishi: Curaçaos geheime Seele

Curacao - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer durch den Nordwesten von Curaçao fährt, entdeckt ein anderes Gesicht der von der Sonne verwöhnten Karibikinsel: Mehr als mannshohe Kadushi-Kakteen stehen wie stille Wächter am Wegesrand, Ziegen trotten gemächlich über staubige Pfade, und der Wind trägt den Duft von Erde und Meer zugleich. Inmitten dieser Kulisse liegt das ländlich geprägte Barber. Und genau hier befindet sich eines der letzten erhaltenen Beispiele traditioneller Wohnarchitektur der Karibikinsel: das Kas di Pal’i Maishi. Das Gebäude steht inmitten einer Landschaft, die von niedrigen Hügeln, Trockenvegetation und weitläufigen Feldern geprägt ist.

Thema: Das Erbe von Curaçao
Länge: 5.065 Zeichen (zuzüglich Infoteil mit 1.263 Zeichen)
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Christiania als buntes Paralleluniversum

Christiania - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer das ehemalige Kasernengelände im Herzen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen betritt, spürt sofort, hier ist etwas anders. Vielleicht liegt es an den bunt bemalten Mauern, vielleicht an der improvisierten Architektur, vielleicht an der Mischung aus Lagerfeuerduft, Freiheit und einem Hauch von Rebellion, der in der Luft liegt. Sicher ist nur: Die dänische Ordnung bleibt am Eingangstor von Christiania zurück, und man selbst tritt ein in ein soziales Experiment, das seit über fünfzig Jahren erstaunlich lebendig ist. Die Geschichte beginnt im Jahre 1971, als eine Gruppe von Aussteigern, Idealisten und Hausbesetzern beschloss, ein verlassenes Militärgelände in Christianshavn zu ihrem eigenen kleinen Utopia zu erklären.

Thema: Christiania – Aussteigerlegende in Kopenhagen
Länge: 5.980 Zeichen
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Normannischer Zauber lockt nach Rouen

Rouen - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer sich Rouen vom Wasser aus nähert, könnte meinen, er steuere auf eine Mischung aus Lagerhalle und Betonpoesie zu. Schmucklose Kais, nüchterne Zweckbauten – nichts deutet darauf hin, dass sich hinter dieser industriellen Tarnkappe eine der wohl prachtvollsten Städte Frankreichs duckt. Denn in der Altstadt entfaltet Rouen, die Hauptstadt der Normandie und Heimat von knapp 100.000 Menschen, das wahre Gesicht: mittelalterlich, charmant, überraschend – eine Ansammlung von Fachwerk, Kirchtürmen und Kopfsteinpflaster.

Thema: Streifzug durch das franzöische Rouen
Länge: 6.779 Zeichen
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Belgrad – wild, warm, widersprüchlich

Belgrad - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Belgrad ist wie ein guter Rakija: kräftig, überraschend und mit einer Wärme, die man erst merkt, wenn es schon zu spät ist. Zwischen den Flüssen Save und Donau liegt eine Metropole, die so oft zerstört und wieder aufgebaut wurde, dass sie eine gewisse Nonchalance gegenüber der Zeit entwickelt hat. Vielleicht ist es genau diese Haltung, die Belgrad so unwiderstehlich macht. Die serbische Hauptstadt zeigt sie sich als wilde Mischung aus brutalistischen Betonklötzen, osmanischen Relikten, Habsburger Charme und futuristischen Neubauten – ein urbanes Patchwork, das erstaunlich gut funktioniert. Hier ein sozialistisches Wohngebäude, dort ein türkisches Badehaus, daneben ein hipper Coffeeshop.

Thema: Streifzug durch Serbiens Hauptstadt
Länge: 5.476 Zeichen (zuzüglich Infoteil mit 1.994 Zeichen)
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Industrieromantik im Norden Englands

Darlington - Brick train - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Wer den Norden Englands nur als graue Durchfahrtszone auf dem Weg nach Schottland abtut, hat vermutlich auch schon mal Instant-Tee für britische Kultur gehalten. Denn zwischen York und Newcastle-upon-Tyne, Chester und Carlisle zeigt sich eine Region, die viel mehr ist als ein nostalgischer Postkartenabdruck aus der Zeit der rauchenden Schlote. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland. Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.

Thema: Praktische Tipps für jede Reise
Länge: 8.860 Zeichen
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Hotelcheck: Das Hilton Tanger City Center

Tanger Hilton City Center - Copyright Karsten-Thilo RaabTextauszug: Das Hilton Tanger City Center erhebt sich über der nordmarokkanischen Küstenstadt wie ein architektonisches Ausrufezeichen der Moderne. Die Lage ist unbestreitbar strategisch: nicht unmittelbar am historischen Geschehen, sondern vielmehr im Herzen des neuen Geschäfts- und Shoppingviertels der Millionenstadt. Auf der einen Seite lockt das Mittelmeer mit dem weitläufigen Malabata-Strand, der sich keine fünf Gehminuten entfernt befindet; direkt am Haus lockt ein Konsumtempel in Form der Tanger City Mall und gegenüber bietet der zentrale Hochgeschwindigkeitsbahnhof Anschluss an die anderen marokkanischen Königsstädte. Äußerlich ein eher unaufgeregter Betonklotz ohne architektonische Besonderheiten, weiß das Fünf-Sterne-Haus im Inneren Behaglichkeit und Wohlfühlcharakter zu versprühen.

Thema: Praktische Tipps für jede Reise
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Kotztüten als unterschätzte Flugbegleiter

Textauszug: „Möchtest du etwas loswerden?“ – selten war eine Frage so charmant und gleichzeitig so pragmatisch wie die auf lilafarbenem Grund gedruckte Botschaft einer „Kotztüte“. Der Spuckbeutel steckt brav neben Bordmagazin und Sicherheitskarte in der Rückenlehne, wartet geduldig auf seinen großen Auftritt und wird doch meist ignoriert. Mal mit Humor, mal mit britischem Understatement, mal mit einem Augenzwinkern, das den Passagier daran erinnert, dass auch die Fluggesellschaft weiß, wie unangenehm Reiseübelkeit sein kann. Die Kotztüte gehört zum Fliegen wie der Tomatensaft oder das Sicherheitsvideo, das niemand wirklich ansieht. Sie ist ein unscheinbares Stück Papier mit wasserfester Innenbeschichtung, funktional bis ins letzte Detail, und doch ein Designklassiker.

Thema: Die Historie der Kotztüten als turbulenter Trip
Länge: 4.265 Zeichen
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