Textauszug: Wer glaubt, Schottland sei nur etwas für Whisky-Liebhaber und Highland-Romantiker, der hat wohl noch nie mit einem Butterbier in der Hand auf das Glenfinnan-Viadukt gestarrt. Denn hier, zwischen nebligen Tälern und mystischen Seen, beginnt eine Reise, die nicht nur ausgewiesene „Potterheads“ in Verzückung versetzt. Die Reise beginnt in Edinburgh, jener Stadt, in der J.K. Rowling einst mit Blick auf das mächtige Castle ihre Feder zückte und fortan mit ihren Büchern über „Harry Potter“ eine ganze Generation verzauberte. Die Victoria Street, mit ihren bunten Fassaden und verwinkelten Läden, erinnert frappierend an die Winkelgasse – man möchte fast nach einem Zauberstabgeschäft Ausschau halten.
Thema: Set-Jetting auf den Spuren des Zauberlehtlings
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Textauszug: Wer durch den Nordwesten von Curaçao fährt, entdeckt ein anderes Gesicht der von der Sonne verwöhnten Karibikinsel: Mehr als mannshohe Kadushi-Kakteen stehen wie stille Wächter am Wegesrand, Ziegen trotten gemächlich über staubige Pfade, und der Wind trägt den Duft von Erde und Meer zugleich. Inmitten dieser Kulisse liegt das ländlich geprägte Barber. Und genau hier befindet sich eines der letzten erhaltenen Beispiele traditioneller Wohnarchitektur der Karibikinsel: das Kas di Pal’i Maishi. Das Gebäude steht inmitten einer Landschaft, die von niedrigen Hügeln, Trockenvegetation und weitläufigen Feldern geprägt ist.
Textauszug: Wer das ehemalige Kasernengelände im Herzen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen betritt, spürt sofort, hier ist etwas anders. Vielleicht liegt es an den bunt bemalten Mauern, vielleicht an der improvisierten Architektur, vielleicht an der Mischung aus Lagerfeuerduft, Freiheit und einem Hauch von Rebellion, der in der Luft liegt. Sicher ist nur: Die dänische Ordnung bleibt am Eingangstor von Christiania zurück, und man selbst tritt ein in ein soziales Experiment, das seit über fünfzig Jahren erstaunlich lebendig ist. Die Geschichte beginnt im Jahre 1971, als eine Gruppe von Aussteigern, Idealisten und Hausbesetzern beschloss, ein verlassenes Militärgelände in Christianshavn zu ihrem eigenen kleinen Utopia zu erklären.
Textauszug: Wer sich Rouen vom Wasser aus nähert, könnte meinen, er steuere auf eine Mischung aus Lagerhalle und Betonpoesie zu. Schmucklose Kais, nüchterne Zweckbauten – nichts deutet darauf hin, dass sich hinter dieser industriellen Tarnkappe eine der wohl prachtvollsten Städte Frankreichs duckt. Denn in der Altstadt entfaltet Rouen, die Hauptstadt der Normandie und Heimat von knapp 100.000 Menschen, das wahre Gesicht: mittelalterlich, charmant, überraschend – eine Ansammlung von Fachwerk, Kirchtürmen und Kopfsteinpflaster.
Textauszug: Belgrad ist wie ein guter Rakija: kräftig, überraschend und mit einer Wärme, die man erst merkt, wenn es schon zu spät ist. Zwischen den Flüssen Save und Donau liegt eine Metropole, die so oft zerstört und wieder aufgebaut wurde, dass sie eine gewisse Nonchalance gegenüber der Zeit entwickelt hat. Vielleicht ist es genau diese Haltung, die Belgrad so unwiderstehlich macht. Die serbische Hauptstadt zeigt sie sich als wilde Mischung aus brutalistischen Betonklötzen, osmanischen Relikten, Habsburger Charme und futuristischen Neubauten – ein urbanes Patchwork, das erstaunlich gut funktioniert. Hier ein sozialistisches Wohngebäude, dort ein türkisches Badehaus, daneben ein hipper Coffeeshop.
Textauszug: Wer den Norden Englands nur als graue Durchfahrtszone auf dem Weg nach Schottland abtut, hat vermutlich auch schon mal Instant-Tee für britische Kultur gehalten. Denn zwischen York und Newcastle-upon-Tyne, Chester und Carlisle zeigt sich eine Region, die viel mehr ist als ein nostalgischer Postkartenabdruck aus der Zeit der rauchenden Schlote. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland. Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.
Textauszug: Das Hilton Tanger City Center erhebt sich über der nordmarokkanischen Küstenstadt wie ein architektonisches Ausrufezeichen der Moderne. Die Lage ist unbestreitbar strategisch: nicht unmittelbar am historischen Geschehen, sondern vielmehr im Herzen des neuen Geschäfts- und Shoppingviertels der Millionenstadt. Auf der einen Seite lockt das Mittelmeer mit dem weitläufigen Malabata-Strand, der sich keine fünf Gehminuten entfernt befindet; direkt am Haus lockt ein Konsumtempel in Form der Tanger City Mall und gegenüber bietet der zentrale Hochgeschwindigkeitsbahnhof Anschluss an die anderen marokkanischen Königsstädte. Äußerlich ein eher unaufgeregter Betonklotz ohne architektonische Besonderheiten, weiß das Fünf-Sterne-Haus im Inneren Behaglichkeit und Wohlfühlcharakter zu versprühen.
Textauszug: „Möchtest du etwas loswerden?“ – selten war eine Frage so charmant und gleichzeitig so pragmatisch wie die auf lilafarbenem Grund gedruckte Botschaft einer „Kotztüte“. Der Spuckbeutel steckt brav neben Bordmagazin und Sicherheitskarte in der Rückenlehne, wartet geduldig auf seinen großen Auftritt und wird doch meist ignoriert. Mal mit Humor, mal mit britischem Understatement, mal mit einem Augenzwinkern, das den Passagier daran erinnert, dass auch die Fluggesellschaft weiß, wie unangenehm Reiseübelkeit sein kann. Die Kotztüte gehört zum Fliegen wie der Tomatensaft oder das Sicherheitsvideo, das niemand wirklich ansieht. Sie ist ein unscheinbares Stück Papier mit wasserfester Innenbeschichtung, funktional bis ins letzte Detail, und doch ein Designklassiker.
Textauszug: Direkt an der marokkanischen Mittelmeerküste in M’diq gelegen, breitet sich das Sofitel Tamuda Bay wie ein eleganter Fächer aus. Nur wenige Schritte trennen die Gäste vom privaten Strand, während im Hintergrund die grünen Hügel des Rif-Gebirges diskret den Rahmen geben. Das Fünf-Sterne-Haus mit seinen 104 Zimmern, Suiten und Villen wirkt wie ein Rendezvous zwischen Pariser Chic und marokkanischer Gelassenheit: klare Linien, kunstvolle Details, und immer wieder kleine Überraschungen – sei es ein kunstvoller Lampenschirm oder die loungige Poollandschaft. Großzügige Terrassen und bodentiefe Fenster sorgen dafür, dass das Meer nicht nur eine Kulisse, sondern ein integraler Bestandteil des Aufenthaltserlebnisses ist.
Textauszug: Reisen ist die schönste Nebensache der Welt, zumindest solange man den kleinen Stolperfallen mit einem Augenzwinkern begegnet. Wer schon einmal versucht hat, Handy, Laptop und Kamera gleichzeitig im Hotelzimmer zu laden, kennt das Drama des Kabelsalats – ein Gewirr aus Leitungen und nur eine Steckdose. Besonders im Ausland, wo Steckdosen gerne mal aussehen, als wären sie in einem Paralleluniversum entworfen worden, lohnt sich ein kleiner Trick: Eine mitgebrachte Verlängerungsschnur mit mehreren Steckplätzen sorgt dafür, dass ein einziger Adapter genügt, um sämtliche Geräte gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Während die Technik brav vor sich hin lädt, kann man selbst entspannt die Stadt erkunden, ohne sich zu fragen, ob die Kamera später noch genug Saft für den Sonnenuntergang hat.
Textauszug: Kaum auf den Malediven angekommen – vorzugsweise barfuß und mit einem Cocktail in der Hand – fällt einem sofort etwas auf: Es sind nicht die wohlig warmen Temperaturen, nicht das türkisfarbene Wasser, nicht einmal die Tatsache, dass man plötzlich glaubt, in einem Werbespot für Sonnencreme gelandet zu sein. Nein, es ist die Stille. Oder besser gesagt: das Fehlen von allem, was sonst so lärmt, hupt, knattert oder röhrt. Die Palmen hier sind wahre Künstler. Sie rascheln nicht einfach – sie flüstern. Mal wie ein geheimnisvoller Inselklatsch, mal wie ein meditatives Mantra. Der Wind, ein sanfter Dirigent, lässt die Blätter tanzen, als wollten sie einem sagen: „Entspann dich, du bist nicht bei der Arbeit.“ Quasi als Chor im Hintergrund rascheln auch die Bambusblätter im leichten Dauerwind.