Textauszug: Im ostenglischen Ashton fliegen alljährlich im Herbst die Kastanien tief. Nicht weil in dem Kleinstädtchen in der Grafschaft Northamptonshire kräftig an den Bäumen gerüttelt wird, sondern weil sich hier seit 1965 am zweiten Sonntag im Oktober die internationale Elite im Kastanienzerschmettern trifft, um ihren Weltmeister zu ermitteln. Bei dem Wettbewerb stehen sich in verschiedenen Ausscheidungsrunden jeweils zwei Teilnehmer mit auf einer 30 Zentimeter langen Schnur aufgezogenen Kastanien gegenüber und schlagen abwechselnd die Früchte der Buchengewächse gegeneinander. Ziel ist es, die Kastanien des jeweiligen Gegenübers zu zerschmettern, um in die nächste Runde einzuziehen.
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Textauszug: Dinosaurier leben hier schon lange nicht mehr. Ihre Fußabdrücke haben sie jedoch an vielen Stellen deutlich sichtbar hinterlassen. Hinzu kommen Tausende von Muscheln und Einzellern, deren fossile Abdrücke vor allem während der Herbststürme an der Jurassic Coast angespült oder freigelegt werden. Die auffällig roten Klippen entlang der englischen Südküste zwischen Studland Bay in der Grafschaft Dorset und Exmouth in Devon verdanken ihre Farbe dem hohen Eisengehalt und dokumentieren wie die vielen spektakulären Funde 185 Millionen Jahre Erdgeschichte. Neben prächtigen Jurafelsen sind an dem 160 Kilometer langen Küstenabschnitt, der im Jahre 2001 von der UNESCO in den Status des Weltnaturerbes erhoben wurde, auch ältere Trias- und jüngere Kreidefelsen zu sehen.
Textauszug: Die schnellste, wenngleich auch kostspieligste Verbindung vom europäischen Festland zum Vereinigten Königreich bestand mit dem Luftkissenboot zwischen dem französischen Calais und dem ostenglischen Dover. Im Jahre 2000 wirbelte letztmalig ein Hovercraft über den Ärmelkanal. Zum einen, weil die seit den 1960er Jahren betrieben Luftkissenboote in die Jahre gekommen waren, zum anderen, weil neue Flugrouten und der Kanaltunnel das Preisgefüge mächtig durcheinander gerüttelt hatten. Dennoch endete damit die Geschichte der rund 13.000 PS starken und propellerbetriebenen Luftkissenfähre nicht gänzlich. Noch heute wird ein Hovercraft-Service zwischen dem südenglischen Southsea unweit von Portsmouth und der Isle of Wight aufrecht erhalten.
Textauszug: “When in Rome do as the Romans do“, sagt der Engländer. Gleiches gilt natürlich auch für Touristen oder Besucher Londons, die nur ungern als solche enttarnt werden möchten und lieber als Einheimische durchgehen wollen. Manche Dinge sind absolut tabu, andere ein Muss. Es ist ein Trugsschluss zu glauben, dass sich diese vielgestaltige Stadt durch einen Besuch der in Wachs verewigten Stars und Sternchen bei Madame Tussaud`s, der Kronjuwelen oder der Wachablösung erschließen lässt. Vielmehr sollte man sich an den Gepflogenheiten der echten Londoner, der so genannten Cockneys, orientieren. Wer wie ein echter Londoner auf die Frage „Been there, done that?“ souverän mit „Sure“ antworten können möchte, sollte unbedingt das nachstehende Exkursionsprogramm umsetzen. Auch wer den Empfehlungen nur in Auszügen folgt, wird feststellen, wie endlos facettenreich die Millionenmetropole an der Themse ist.
Textauszug: Zwar steht Bier weiterhin unangefochten auf Platz 1 der Beleibtheitsskala alkoholischer Getränke, doch als „Kronprinz“ erfreut sich Cider großer Beliebtheit – und dies seit Generationen. Insbesondere in Südengland wurde Apfelwein seit Jahrhunderten von den Farmern für den Hausgebrauch hergestellt. Einige verkauften den Cider auch an umliegende Pubs. Doch eigentlich war das cidermaking nicht zum Gelderwerb gedacht. Der Apfelwein wurde vielmehr als Teil des Lohns an die Farmarbeiter ausgegeben. Jeder Bauerngeselle erhielt im Schnitt 2,5 Liter pro Tag. Diese Tagesration wurde aus den Fässern in kleinere Holfässchen abgefüllt, die als Flaschen fungierten und im West Country als firkins bekannt sind.
Textauszug: Auf eine Großbritannien-Karte schauen und mit dem Finger zeigen können: Da sind wir lang gewandert. Hier, auf der Höhe von Newcastle-upon-Tyne und Carlisle haben wir das britische Eiland einmal komplett von der Ost- zur Westküste durchquert – das klang reizvoll. Dass man nebenher noch auf den Spuren des großen römischen Kaisers Hadrian wandeln würde, und dass uns sein Lebenswerk, ein 117 km langer, knapp 2000 Jahre alter Verteidigungswall auf Schritt und Tritt begleiten würde, das sprach außerdem noch für diese überaus spannende und abwechselungsreiche Langstrecken-Wanderung.
Textauszug: Das nahe gelegene Dartmoor und das kaum weniger pittoreske Exmoor stellen die Bicton Park Botanical Gardens in den Schatten – und dies zu unrecht. Während die Faszination dieser beiden Nationalparks in ausgedehnten Heide- und Moorlandschaften liegt, steht Bicton Park im Ruf, einer der prächtigsten historischen Gärten in Großbritannien zu sein. Im Osten von Devon im malerischen Otter Valley gelegen, besticht der botanische Garten aus einer Mischung aus der Beschaulichkeit des 18. Jahrhunderts und moderner Gartenarchitektur. Auf mehr als 25 Hektar Land findet sich hier eine der größten Sammlungen an Pflanzen und Bäumen im Vereinigten Königreich – darunter allein rund 500 verschiedene Bäume wie Zedern, Pinien, Eichen und Palmen.
Textauszug: Wenn Blutwürste in Strumpfhosen gewickelt und durch die Luft geworfen werden, dann wissen längst nicht nur Insider im Vereinigten Königreich, dass wieder einmal ein Weltmeister in einer wenig alltäglichen Disziplin ermittelt wird: Denn im September ist das Royal Oak Pub im nordenglischen Ramsbottom abermals Schauplatz der „World Black Pudding Throwing Championships“, der Welttitelkämpfe im Blutwurstwerfen. Ein skurriler Wettbewerb, bei dem es nicht darum geht, große Weiten zu erzielen, sondern ein gutes Auge und Treffsicherheit unter Beweis zu stellen.
Textauszug: Unaufhörlich bläst der Wind über das Land. Einen Moment lang verdunkeln schwarze Wolken den Himmel, Regentropfen prasseln nieder. Sekunden später reißt die dichte Wolkendecke ein wie Seidenpapier. Die Sonne taucht das Meer in gleißendes Licht, färbt das wild tosende Wasser in leuchtendes Grün. Ein Regenbogen schlägt seinen Halbkreis über die pittoreske Moorlandschaft. Haushohe Wellen werfen sich donnernd den steilen Klippen entgegen. Hier in den North York Moors, der größten Heide- und Moorlandschaft Englands, ist es nichts ungewöhnliches, alle vier Jahreszeiten binnen weniger Stunden zu erleben.
Textauszug: Beatles und Fußball sind Schlagworte, die automatisch mit Liverpool in Verbindung gebracht werden. Das legendäre Stadion an der Anfield Road, die sportliche Heimat des FC Liverpool, gilt weltweit als ein Synonym für sportlichen Erfolg. Berühmtester Exportschlager der Hafenstadt im Nordwesten Englands, über die der amerikanische Lyriker Allen Ginsberg einmal sagte, sie sei der „Dreh- und Angelpunkt des menschlichen Bewusstseins“, sind aber fraglos die Pilzköpfe. Ob die berühmte Penny Lane oder das Kinderheim Strawberry Fields – sie alle lassen die pulsierende Metropole an der Irischen See zu einem Mekka für Beatles-Liebhaber werden, die auf den Spuren der „Fab Four“ dem Lebensgefühl der Swinging Sixties zwischen Kleinbürgeridyllen und viktorianischer Architektur nachspüren wollen.
Textauszug: „Time makes cheese“ – eine Aussage, die der Whisky-Werbung entlehnt sein könnte. Und doch weiß Tony Rich, wovon er redet. Seit 1957 verdient der Engländer seine Brötchen als Käsemacher und gilt als wahrer Meister seiner Zunft. In Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Argentinien und Indien hat er bereits sein profundes Wissen über die Geheimnisse der Käseherstellung weitergegeben. Doch immer kehrte der Weltenbummler zu seinen Wurzeln im südwestenglischen Cheddar zurück. Ein Dorf in der Grafschaft Somerset am Fuße der Mendip Hills, das gleichermaßen für seine beeindruckenden Schluchten und Höhlen, aber auch für die Herstellung des gleichnamigen Käses bekannt ist.