Textauszug: Großereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. So auch das europäische Kulturhauptstadtjahr 2027 im lettischen Liepãja. Nach der Hauptstadt Riga im Jahre 2014 rückt nun die drittgrößte Stadt des Landes in den internationalen Fokus. Zusammen mit 14 weiteren Gemeinden will die 70.000-Seelen-Gemeinde an der Ostsse die kulturelle Vielfalt des Baltikums unter dem Motto „(un) rest“ – „(Un-) Ruhe“ – mit einem bunten Programm präsentieren. „Liepãja war immer geprägt von Gegensätzen und gilt nicht von ungefähr als lettische Musikhauptstadt“, weiß Elizabete Hartmane, Mitglied des Organisationskomitees von Liepãja 2027, zu berichten.
Thema: Ausblick auf das Kulturhauptstadtjahr 2027
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Textauszug: Exakt 53 steile Stufen sind es vom Senatsplatz hinauf zum schneeweißen Dom. Ein lohnender Anstieg – und dies nicht nur wegen des beeindruckenden Kirchenbaus aus dem Jahre 1852. Am Fuße der Stufen breitet sich rund um das Denkmal von Zar Alexander II. einer der wohl schönsten Plätze von Helsinki aus. Gelb- und Ockertöne prägen die neoklassizistischen Prachtbauten mit dem Sitz des Staatsrates, dem Hauptgebäude der Universität sowie dem Sederholm-Haus, dem ältesten Steingebäude der finnischen Hauptstadt aus dem Jahr 1757. Zudem öffnet sich vom Portal des Doms ein Panoramablick auf den Hafen der finnischen Hauptstadt und die dahinter liegenden Schäreninseln.
Textauszug: 1234 – das ist keine Aufzählung oder wenig einfallsreiche Zahlenreihe, sondern das überaus einfach zu merkende Gründungsdatum von Stralsund. Eine Jahreszahl, die zugleich den Beginn der gut 800-jährigen Geschichte der Hansestadt symbolisiert. Obwohl mit knapp 60.000 Einwohner eher klein, ist Stralsund in punkto Architektur fraglos ganz groß. Sogar derart, dass die historische Altstadt seit dem Jahre 2002 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht. Ein Ritterschlag, der zugleich Magnetwirkung hat. Seither stimmen Gäste aus aller Herren Länder mit den Füßen ab und erkunden in Heerscharen das überaus pittoreske Stadtzentrum.
Textauszug: Der Name der „Magic“ ist Programm. Schon bei der Anfahrt zum Norwegenkai in Kiel fällt der blauweiße Ozeanriese immer wieder zwischen den Häuserschluchten in den Blick. Bei der Einfahrt mit dem Auto ins Heck kommen sich die meisten zwergenklein vor. Tatsächlich ist das mächtige Fährschiff, das Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt täglich mit Norwegens Hauptstadt Oslo verbindet, gigantisch groß. Und der Zauber, den der Name verspricht, zieht einen jeden spätestens nach Verlassen des Autodecks in den Bann. Die „Color Magic“ und ihr Schwesterschiff, die „Color Fantasy“, sind nicht nur riesige Pötte, sondern schwimmende Städte. Städte, in denen es an nichts fehlt. Zumindest nicht mit Blick auf Entspannung und Freizeitgestaltung. Da gibt es Geschäfte, Restaurants und Cafes, da gibt es Bars, ein Casino und eine Showbühne mit kostenfreiem Programm.
Textauszug: Gerade erst wurden die Dänen gemäß World Happiness Report unter rund 160 untersuchten Ländern wieder zum glücklichsten Volk der Welt gekürt. Eine allgemeine Zufriedenheit, die an vielen Faktoren festzumachen, vor allem aber spürbar ist. Ob dies auch damit zu tun hat, dass Dänemark über ein hervorragendes Radwegenetz und traumhafte Bedingungen für Pedalritter verfügt, darüber lässt sich nur spekulieren. Nicht aber darüber, dass es in dem skandinavischen Königreich mehr als 10.000 Kilometer ausgewiesener Radwege gibt, die aus Ermangelung an Bergen kaum über nennenswerte Steigungen verfügen. Dabei hat der geneigte Radfahrer zwischen Nord- und Ostsee die Qual der Wahl.
Textauszug: Ganz ehrlich, es wird eng. Vermutlich richtig eng. In Deutschland droht kollektiver Platzmangel. Schuld ist der Tourismus. Die große Verunsicherung nach den Terroranschlägen in der Türkei und in einigen nordafrikanischen Ländern sowie die anhaltenden Flüchtlingsbewegungen im Mittelmeerraum führen dazu, dass dem einstigen Reiseweltmeister aus dem Land der Germanen die Reiselust ein Stück weit vergangen zu sein scheint. Heimatgefühle statt Fernweh dominieren entsprechend die Urlaubsplanung. Viele wollen offenbar in der vermeintlich schönsten Zeit des Jahres aus Sicherheitsgründen lieber in deutschen Landen umherreisen. Wobei noch offen ist, ob sie hier überhaupt ein Plätzchen finden, um gebührend zu entspannen. Denn gleichzeitig müssen wir feststellen, dass Deutschland förmlich von ausländischen Touristen überrannt wird. Im vergangenen Jahr wurden nicht weniger als 79,7 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste registriert. Da reicht ein normaler Block nicht mehr aus, um dies ordentlich zu erfassen und die Strichliste übersichtlich zu führen.
Textauszug: Weihnachten kommt auch in diesem Jahr wieder schneller als manch einer denkt. Und mit dem Näherrücken des Festes der Feste wird der Druck immer größer, ein möglichst ausgefallenes, am besten noch individuelles Geschenk für die Liebsten zu finden. Daher dürfte nun kollektive Erleichterung über einen zunächst einmal verbalen Silberstreif am Horizont herrschen. Denn an den Küsten, an denen manche schon küssten, könnte schon bald eine kleine Scholle in den Familienbesitz übergehen. Gemeint ist nicht der schmackhafte Fisch, sondern ein Stück Land.
Textauszug: Am Fähranleger steht eine Frau mit einem wuscheligen Hund. Ihre augenfällige Kopfbedeckung sieht aus, als sei er aus dem Zwillingsbruder ihres Vierbeiners gefertigt. Über die Brücke verlassen die gut gelaunten Passagiere das mächtige Schiff. Dabei unterscheiden sich die Einheimischen durch die Wahl des Zusatzgepäcks eindeutig von den Touristen. Denn nahezu jeder hat einen „Hackenporsche“ voll mit Wein und Paletten an Dosenbier im Schlepptau. Nicht dass es die Alkoholika in Göteborg, Schwedens zweitgrößter Stadt, nicht gäbe, nein, nur die stolzen Preise im Land der Elche laden die Einwohner immer wieder zu Hamsterkäufen auf den Skandinavien-Fähren ein.