Textauszug: Der leichte Bauchansatz ist stummer Zeuge. Mark Reid liebt den Genuss von Bier. Und Wandern. Am liebsten beides in Kombination. Weit mehr als 20.000 Kilometer will der Engländer nach eigenem Bekunden in den zurückliegenden 20 Jahren allein im Norden Englands auf Schusters Rappen zurückgelegt haben. Wie viele Gläser Bier er sich während seiner ausgiebigen Wanderungen gegönnt hat, vermag er nicht zu sagen. Auf jeden Fall gehört für ihn ein Pint of Bitter zum mittäglichen Stopp in einem Pub dazu – ebenso wie zur abendlichen Einkehr in eines der vielen gemütlichen Landgasthäuser.
Thema: Wandern auf den Inn Ways in Nordengland
Länge: 4.804 Zeichen (zuzuglich Infoteil mit 1.637 Zeichen)
Bildauswahl und HD-Video-Clips lieferbar
Bestellen
Textauszug: Das Lindos Royal auf der griechischen Ägäis-Insel Rhodos ist ein Hanghuhn – ein terrassenförmig angelegtes, wohl gemerkt. Zwischen den einzelnen Häuserblocks des Fünf-Sterne-Hauses, das im Laufe der Jahre mehr und mehr erweitert wurde, blitzt immer wieder das Meer auf. Direkt unterhalb des Hotels lädt eine kleine, verträumte Bucht zum Plantschen und Schnorcheln ein. Nur der Einstieg über ein paar Steine ist etwas unbequem. Dafür besticht die ruhige Bucht durch glasklares Wasser und überraschenden Fisch-Reichtum. Rund 250 Meter vom Hotel erstreckt sich ein lang gezogener, sichelförmiger Kiesstrand, der Vlycha Beach. Sechs Pools – davon einer nur für Erwachsene und einer mit sechs Rutschen für die Kleinen und die Kleingebliebenen runden das vielfältige Badevergnügen des Lindos Royal ab.
Textauszug: Nur die Götter wissen vermutlich, warum die kleine, enge Straße die zum zentralen Platz, der Platía Eleftherías in Lindos führt, nicht für Autos gesperrt ist. Hier gibt es keine Parkplätze, hier darf niemand stehen bleiben. Im Gegenteil, wer am Ende des knapp 400 Meter langen Abschnitts angekommen ist, muss einen Baum umrunden und sich wieder zum Parkplatz an der Hauptstraße hinaufquälen – sehr zum Verdruss der Fußgänger, die nicht selten Angst haben, an die Mauer am Straßenrand gequetscht zu werden. Erst recht, wenn die Blechlawine mal wieder einem Touribus ausweichen muss.
Textauszug: Über Clough William-Ellis streiten sich auch vier Jahrzehnte nach seinem Tode die Geister. Die einen stufen ihn als exzentrischen Spinner ein, die anderen als Visionär mit besonderer Hingabe und Weitsicht. Fakt ist, Portmeirion das Lebenswerk und Vermächtnis des selbst ernannten Architekten hat noch heute magische Anziehungskraft und gilt mit 220.000 Besuchern jährlich als eine der größten Attraktionen im Norden von Wales. Der 1883 geborene Clough William-Ellis schuf hier zwischen 1925 und 1976 seine eigene kleine Welt in einer seltsam anmutenden Kombination aus romanischer, barocker und klassizistischer Bauweise.
Textauszug: Die Luft ist deutlich kühler als das Wasser, obwohl Letzteres auch nicht gerade einer muckelig warmen Badewanne gleichkommt. Doch der Adrenalinausstoß lässt die Temperaturen für einen Moment völlig vergessen. Unweigerlich stockt der Atem für einen Augenblick, bevor das Aufatmen und die Erleichterung in ein breites Grinsen, bei manchen sogar in ein fettes Lachen übergehen. Auslöser ist das Münchhausen-Gefühl. Denn in der Area 47 im österreichischen Ötztal können Wagemutige wie der legendäre Lügenbaron durch die Luft fliegen – und dies sogar ohne den Ritt auf der Kanonenkugel. Stattdessen avancieren die Adrenalinjunkies für einen kurzen Moment selber zu einem Geschoss.
Textauszug: In Anlehnung an den alten 1950er Jahre Schlager von Mieke Telkamp könnte es schon bald statt „„…dann schick ich Dir Tulpen aus Amsterdam“ heißen: „…dann schick ich Dir Touristen aus Amsterdam“. Wer der Empfänger für die Reisenden sein wird, ist noch offen. Fakt ist aber, dass die Grachtenstadt die Touristenströme massiv einschränken und lieber heute als morgen loswerden möchte. Getreu dem Motto „Alles muss raus“ möchte das Amsterdamer Stadtparlament die Reißleine ziehen. Für Touristen, Reisebusse, Kreuzfahrtschiffe und Bettenbuchung mit Airbnb könnte schon bald das gleiche Schicksal ereilen, wie dem sabbernden Hund vor dem Metzgerladen.
Textauszug: Das satte Grün der Wiese, das knallige Orange der Schwimmwesten und das Blau der Boote bilden einen farbigen Kontrast zum braunen Wasser. Mit zwei, drei beherzten Griffen wird der Kanadier an der kleinen Steintreppe unterhalb des Leine Wehrs in den Schnellen Graben gesetzt. Mit dem Fuß wird das Kanu noch leicht vom Ufer abgestoßen und schon schwimmt es im gemächlichen Tempo den Schnellen Graben hinunter. Ein perfekter Einstieg in eine faszinierende Entdeckungstour durch Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover auf dem Wasserweg.
Textauszug: „Croeso i Nant Gwrtheyrn“, hallt es durch die Andachtshalle der schmucken kleinen Kapelle mit ihrem modernen Glasvorbau. Mathew Penri hat das scheinbar Unaussprechliche über die Lippen gebracht, um die Handvoll an Wissbegierigen in eben diesem Nant Gwrtheyrn auf Walisisch willkommen zu heißen. Und dies an einem historischen Ort in der Mitte vom Nichts. Das kleine Dörfchen duckt sich in einer tief eingeschnittenen Schlucht an der Irischen See im Schatten von fast 400 Metern hoch aufragenden Bergen auf der fast menschenleeren Llŷn-Halbinsel im Norden von Wales. Dort, wo ab Mitte des 19. Jahrhunderts für gut neun Jahrzehnte Steine abgebaut wurden, stoßen viele heute auf schwere verbale Brocken. Denn seit 1982 wird in Nant Gwrtheyrn versucht, interessierten Erwachsenen aus aller Herren Ländern die Besonderheiten der walisischen Sprache näher zu bringen.
Textauszug: Wer durch Wales reist, reibt sich beim Anblick der Ortsschilder nicht selten verwundert die Augen. Schier unaussprechlich Wortungetüme wie Ystrad Flwr, Yr Wydffa oder Ynys Gybi fallen in den Blick. Schnell kommt der Verdacht auf, dass in diesem Teil Großbritanniens eine akute Vokal-Armut herrscht, gepaart mit einer grausamen Doppel-L- und Ypsilon-Flut sowie eine schier unermesslichen Konsonanten-Schwemme. Und doch hat das Unaussprechliche auch seinen Reiz. Wie sonst ließe sich erklären, dass die 3.000-Seelen-Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch im Süden der Insel Anglesey zu den meist besuchten Plätzen des Landes zählt?
Textauszug: Nicht nur an Käsemoppel richtet sich das traditionelle Cheese Rolling am Coopers Hill in Brockworth in der englischen Grafschaft Gloucestershire. Jährlich im Mai jagen unweit von Cheltenham in vier Rennen Wagemutige einen steilen, unwegsamen und glitschigen Hügel mit stellenweise bis zu 50 Prozent Gefälle hinunter und versuchen in einem verrückten Rennen, einen vier Kilogramm schweren Gloucester Käse im Sprint einzuholen. Nahezu alle Teilnehmer kommen dabei angesichts des schwierigen Geläufs – sehr zur Freude der Zuschauer – unweigerlich selber ins Rollen. Als Lohn für die ganz speziellen Mühen, darf der Sieger den Käse behalten – und ernte natürlich Ruhm und Ehre. Gewinner ist, wer den runden Laib einholt oder wer als Erstes irgendwie über die Ziellinie gelangt.
Textauszug: Wie cool ist das denn? Im Blickfeld nichts außer Sand und Meer. Sechs Stufen führen von der großzügig geschnittenen Veranda direkt hinab auf den Strand. Nur gut 120 Meter feinster Sand liegen zwischen dem schmucken Strandhaus und der Nordsee. Das einzige Geräusch, das zu vernehmen ist, ist das Brechen der Wellen am Strand. Und am Himmel strahlen die Sterne um die Wette. Nichts stört die klare Sicht auf die Milchstraße, den großen Wagen und andere Himmelskörper. Auch weil die Lichter der 14.000-Seelen-Gemeinde Julianadorp nicht über den 800 Meter breiten und mächtig hohen Dünengürtel dringen. Eine perfekte Idylle im hohen Nordwesten Hollands, rund fünf Kilometer südlich von Den Helder. Und dies nicht nur für Sternengucker.