Textauszug: „Naked Flying“ klingt wie ein Scherz aus einer Cocktailbar, doch das Phänomen hat sich längst zu einem festen Bestandteil der Reisebewegung entwickelt. Ursprünglich tauchte der Begriff in den frühen 2000ern in Blogs und Foren auf, als das Internet noch wie ein digitaler Abenteuerspielplatz wirkte. Damals erzählten Reisende von einer besonderen Art des Abhebens: dem Fliegen ohne Kleidung – zumindest als ironische Metapher für das Reisen ohne Lasten, ohne Erwartungen, ohne die Schichten des Alltags. Die Idee verbreitete sich rasch und wurde zum Codewort für radikale Freiheit über den Wolken.
Thema: Englische Fastnachtstradition
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Textauszug: Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Am Shrove Tuesday, dem Fastnachtsdienstag, um 11.55 Uhr demonstrieren Wettkämpferinnen in Olney in der englischen Grafschaft Buckinghamshire, wie im Laufschritt Pfannkuchen in einer Pfanne gewendet werden können – was aber kein Muss ist. Pflicht es jedoch, den Pfannkuchen zumindest am Start und im Ziel des 380 Meter langen Parcours zwischen dem Marktplatz und der St. Peter & Paul Church wenigstens einmal zu wenden. Gestartet wird das Rennen stilecht mit der historischen Pancake Bell, einer Glocke, die ansonsten zu den Ausstellungsstücken des örtlichen Museums gehört.
Textauszug: Die berühmte englische Universitätsstadt Oxford empfängt weltoffen, auch wenn die Colleges ihre Pforten nicht immer öffnen. Die 39 Colleges, verstreut wie kleine Fürstentümer, verleihen der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter. Manche öffnen ihre Tore nur in den Ferien, andere lassen Besucher jederzeit in ihre stillen Innenhöfe eintreten, in denen der Duft von Rosen und frisch gemähtem Gras in der Luft liegt. Ein besonders stimmungsvoller Beginn gelingt hoch oben: 99 Stufen führen auf den Carfax Tower, von dessen Plattform man erkennt, warum der gelbliche Kalkstein aus dem Umland die Stadt selbst an grauen Tagen warm leuchten lässt.
Textauszug: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, höchstens wundern. Und wundern dürften sich viele, sobald sie in einem Flugzeug Platz genommen haben und plötzlich zu völlig neuen kulinarischen Vorlieben finden. Kaum hat der Jet die Reiseflughöhe erreicht, verwandelt sich die Bordküche in eine Art fliegende Saftbar, in der ein Getränk dominiert, das am Boden ein Schattendasein fristet: Tomatensaft. Ein Getränk, das in Kneipen, Bars oder Restaurants kaum jemand bestellt, wird über den Wolken zum Renner. Fast wirkt es, als würde eine unsichtbare Macht die Hände der Passagiere lenken, bis sie bei der Flugbegleiterin mit einem überraschend entschlossenen „Tomatensaft, bitte“ landen.
Textauszug: Schon beim ersten Blick auf die honigfarbenen Fassaden aus dem berühmten Bath Stone, einem mineralhaltigen Kalkstein, und die fast allgegenwärtige Eleganz spürt man unweigerlich, dass die 100.000-Seelen-Gemiende im Südwesten Englands über Jahrhunderte hinweg mit besonderer Hingabe gestaltet wurde. In Bath in der Grafschaft Somerset trifft römisches Erbe auf georgianische Perfektion, britische Zurückhaltung auf zeitlose Schönheit – kein Wunder, dass die gesamte Stadt zum UNESCO-Welterbe zählt und als eine der schönsten im Vereinigten Königreich gilt. Der Ursprung von Bath liegt tief unter der Erde, wo seit Jahrtausenden heißes Wasser an die Oberfläche steigt.
Textauszug: Wohl nur die wenigsten dürfen sich rühmen, eine Königsfamilie zum Nachbarn zu haben. Noch dazu eine, die ganz nebenbei auch seit gut 170 Jahren zu den Stammkunden zählt. Und eben jene ansonsten nur selten zu sehenden Blaublüter, die gerne auf ihrem großzügigen Anwesen rund um das prächtige Balmoral Castle ihre Ruhe und Abgeschiedenheit genießen, ließen es sich wiederum nicht nehmen, den Nachbarn auf eine besondere Art zu adeln. Denn niemand Geringeres als die bis heute hoch verehrte Queen Victoria verlieh der kleinen Destillerie bereits im Jahre 1848 das Prädikat „Royal“.
Textauszug: Die Luftfahrt ist ein Universum aus Details, die im Verborgenen wirken. Jede Dimmung, jede offene Fensterblende, jedes kleine Loch im Fenster, jede Bewegung der Tragflächen, jedes Pfeifen der Triebwerke, jedes Knacken der Kabine und jeder Crosscheck folgt einem ausgeklügelten System. Diese unsichtbaren Routinen machen das Fliegen zu einer der sichersten Fortbewegungsarten der Welt. Gleichzeitig verleihen sie dem Erlebnis eine besondere Magie. Wer sich auf diese kleinen Phänomene einlässt, entdeckt eine Welt, in der Technik, Sicherheit und menschliche Sorgfalt harmonisch ineinandergreifen.
Textauszug: Schon aus der Ferne wirkt Dubai fast wie eine Fata Morgana. Zwischen Wüstensand und Persischem Golf erhebt sich eine Stadt, die sich nicht mit dem Möglichen zufriedengibt, sondern das Unmögliche zum Standard erhebt. Der Wind trägt feine Körner durch die Straßen, doch darüber spannt sich eine ebenso beeindruckende wie futuristische Skyline, die nicht von ungefähr immer wieder als Kulisse für Kino-Blockbuster herhalten muss. Die Hitze flimmert über dem Asphalt, während sich die Glasfassaden der Hochhäuser wie Spiegel in den Himmel strecken. Dabei erweist sich Dubai als ein Kaleidoskop aus Tradition und Vision, aus Basar und Business, aus Wüste und Wasser – und genau diese Mischung macht den Reiz aus.
Textauszug: Die Geburtsstunde von Cambridge klingt weniger nach ehrwürdiger Tradition als nach einer Episode aus einer historischen Studentenserie: Anfang des 13. Jahrhunderts wurden einige Oxford-Studenten kurzerhand aus der Stadt geworfen – offenbar war die lokale Bevölkerung nicht ganz so begeistert von nächtlichen Debatten, philosophischen Wortgefechten und studentischer Lebensfreude. Die Vertriebenen fanden im beschaulichen Cambridge Zuflucht, das damals wohl kaum ahnte, dass es bald zur intellektuellen Großmacht aufsteigen würde. Mit der Gründung von Peterhouse Colleges im Jahr 1284 begann eine akademische Erfolgsgeschichte, die sich über Jahrhunderte fortschrieb und heute in 31 Colleges sichtbar wird – kleine Königreiche, die sich über die Stadt verteilen und jeweils ihre eigene Aura pflegen.
Textauszug: Es beginnt oft unspektakulär: Ein leises Surren, das Klacken von Rollkoffern, das gedämpfte Murmeln einer Menschenmenge, die sich langsam vorwärts schiebt. Wer an einem deutschen Flughafen die Sicherheitskontrolle betritt, betritt zugleich einen Ort, an dem sich globale Sicherheitslage, technische Präzision und menschliche Geduld auf engstem Raum begegnen. Während die Airlines mit pünktlichen Abflugzeiten werben und einige Terminals mit architektonischer Eleganz glänzen, zeigt sich an den Kontrollspuren die Realität des Luftverkehrs: Hier entscheidet sich, wie schnell oder langsam eine Reise wirklich beginnt.
Textauszug: In der Welt der Hotellerie funkeln Sterne nicht am Firmament, sondern über Eingangstüren, auf Webseiten und in Prospekten. Sie versprechen Orientierung, Komfort und ein gewisses Maß an Verlässlichkeit. Doch wer glaubt, ein Stern sei überall gleich viel wert, irrt gewaltig. Die Hotelklassifizierung ist ein globales Kaleidoskop, das sich je nach Land, Kultur und Erwartungshaltung in völlig unterschiedlichen Mustern zeigt. Während in manchen Regionen ein Stern bereits bedeutet, dass ein Zimmer überhaupt ein Fenster besitzt, wird andernorts erst ab drei Sternen ernsthaft über die Qualität der Matratze diskutiert.