Textauszug: Das historische Rathaus von Einbeck birgt ein Geheimnis. Genauer gesagt ist dieses im Kreuztonnengewölbe des Kellers aufbewahrt. Zwischen den Säulen aus dem 15. Jahrhundert lagert eine überaus ungewöhnliche Bierspezialität, die es so bislang noch nicht gab: Der Aged Bock aus der Einbecker Brauerei. Dieses spezielle Bier wird bei gleichbleibender Temperatur in dem kühlen Kellergewölbe für mindestens fünf Jahre gelagert. Der süffige Inhalt der insgesamt 9.000 Flaschen aus einer Abfüllung im Jahr 2015 reift dabei weiter und entwickelt einen leicht süßlichen Geschmack. „Das Besondere am Bockbier ist die Tatsache, dass es, wenn es bei entsprechender Temperatur und Dunkelheit gelagert wird, fast unendlich haltbar ist“, versichert Ulrich Meiser, Sprecher der Einbecker Brauerei, dass sich auch der Alkoholgehalt von 6,5 Prozent im Laufe der Jahre kaum merklich verändern würde.
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Thema: Besuch in der Heimat des Bockbiers
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Textauszug: Der große Name weckt Erwartungen. Und die Optik des prachtvollen Eingangs- und Restaurantbereichs gemahnt an die Bäderkultur und -architektur in den klassischen Kurorten in Böhmen und Polen. Dennoch wird das Grand Hotel & Centre Thermal in Yverdon-les-Bains im Schweizer Kanton Waadt diesem Anspruch trotz seiner vier Sterne nur bedingt gerecht. Das mag daran liegen, dass die stilvolle Optik des Hotels durch einen eher nüchternen, viergeschossigen Anbau, in dem sich die insgesamt 116 Zimmer befinden, gestört wird. Die Zimmer sind großzügig und geräumig geschnitten, verfügen allesamt über einen eigenen Balkon. Die Ausstattung der hellen Räume ist modern, aber durchaus nüchtern. Kein Bild verziert die Wände. Einzige Farbtupfer sind neben dem roten Teppich eine rote Wand hinter dem Bett sowie rot-beige Verdunklungsvorhänge. Beige Sessel mit Beistelltisch, ein langgezogener Schreibtisch mit integrierter Minibar sowie ein üppig bemessener Kleiderschrank ergänzen das Interior.
Textauszug: Da mag sich das Hirn noch durch Motive, Mordwaffen und Milieus gewühlt haben – wenn die Knie Richtung Schreibmaschine zu wandern begannen, gab es bald darauf Tote. Wie viele Menschen das Knie von Georges Simenon (1903-1989) Knie auf dem Gewissen haben, lässt sich nur schätzen. Mehr als 400 Romane hat er geschrieben, für manche benötigte er nicht einmal zwei Wochen. Bis heute sind weltweit gut 500 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft. 55 seiner Werke wurden verfilmt. Mit der Figur des Pariser Kommissars Maigret stieg der belgische Vielschreiber schon zu Lebzeiten in den Olymp der Krimiautoren auf. Das Gedenken an den wohl bedeutendsten Literaturexport des benachbarten Belgiens wird in seiner Geburtsstadt Lüttich auf mannigfaltige Art und Weise aufrechterhalten.
Textauszug: Der Name ist im Belchin Spring Spa Resort Programm. Denn die Mineralquellen, aus denen bis zu 41 Grad Celsius heiße Wasser strömt, verleihen dem modernen Hotel im Südwesten Bulgariens seinen ureigenen Charme. Das Thermalwasser wird dabei nicht nur im Spa-Bereich genutzt, sondern auch in den verschiedenen Indoor- und Outdoorpools. Im Außenbereich locken Becken mit verschieden heißem Wasser die Wellnessjünger, während sich neben dem Hauptschwimmbecken ein eigener Kinderbereich befindet. Während das Hallenbad eine Wassertemperatur von 31 Grad Celsius aufweist, variiert die Temperatur in den Außenbecken von 26 bis 41 Grad Celsius.
Textauszug: Der Kutscher kennt für gewöhnlich den Weg. Dies gilt ganz sicher auch für Claude Jäggi. Doch das wird für die nächsten gut zweieinhalb Stunden zur Nebensache. Ebenso wie die traumhafte Landschaft des Kanton Waadt an den Gestaden des Lac de Neuchâtel, des Neuenburgersees. Dabei ist dieser Teil der Schweiz überaus faszinierend – geprägt von einem weiten Tal mit sanften Bergen sowie urigen Dörfern und einladenden Almen. Gemütlich trotten Beauty und Piana im immer gleichen Tempo dahin. Kaum einer würdigt die stolze Rössern eine Blickes, während die Kutsche über schmale Pfade zwischen den ausgedehnten Weinbergen rollt.
Textauszug: Das kostenlose Kuhglockenkonzert ist eines der nicht zu überhörenden Markenzeichen. Zumindest von Juni bis September, wenn die Wiederkäuer rund um die Alpe das saftig grüne Gras auf 1.198 Metern hoch über dem Vallee de Joux im schweizerischen Kanton Waadt genießen. Die glücklichen Kühe freuen sich über Platz satt und weiden gemütlich rund um den auf einem Hügel liegenden, offenen Geheimtipp. Auch in der Alpe selber ist die Nähe zu den muhenden Milchspendern allgegenwärtig. Milchkannen umrahmen dekorativ die Fenster, während unter der Dachrinne unzählige Kuhglocken in verschiedenen Größen und verschieden gestalteten Halsbändern baumeln. Der Restaurantbereich besteht aus umgebauten Stallungen mit dicken Holzbalken und -trägern, die gleichzeitig als dekorative Raumteiler dienen.
Textauszug: Sanfte Hügel, hoch aufragende Berge, ausgedehnte Felder und Weinberge, soweit das Auge reicht, prägen die Landschaft im Südwesten Bulgariens. Ein wenig scheint in den kleinen, verträumten Dörfern die Zeit still zu stehen. Hier und da rekeln sich Hunde verschlafen im Halbschatten der Bäume. Männer und Frauen ackern auf den Feldern und Wiesen. Die Straßen sind meist wie leergefegt. Nicht wenige Häuser sind in einem eher mäßigen Zustand. Der Putz bröckelt hier und da von den Wänden und verleiht der ländlichen Idylle einen ureigenen Charme. Immer wieder finden sich auch verlassene oder halb zerfallene Häuser. Wohlstand sind definitiv anders aus. Doch all dies tut der Aufgeschlossenheit und großen Gastfreundschaft keinen Abbruch.
Textauszug: In der Schweiz ticken die Uhren anders. Nicht langsamer, sondern präziser. So ist es kein Zufall, dass die Alpenrepublik als die Mutter aller Chronografen gilt. Insbesondere im Vallée de Joux im malerischen Kanton Waadt wissen die meisten der knapp 7.000 Einwohner im wahrsten Sinne des Wortes, was die Stunde geschlagen hat. Denn ihre Vorfahren waren es, die mit jahrhundertelanger Präzisionsarbeit den Grundstein für das hoch geschätzte Uhrmacherhandwerk im Herzen des Waadtländer Juras legten. Nicht von ungefähr erhob die UNESCO im Jahre 2020 das Uhrmacherhandwerk im Vallée de Joux zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Ein Ritterschlag, der das gerade einmal knapp 20 Kilometer lange und zwischen einem und fünf Kilometer breite Tal nicht nur auf die Reisekarte der Reichen, Schönen und Möchtegerne katapultierte.
Textauszug: Alltagsmenschen im ostwestfälischen Wiedenbrück immer wieder für kollektive Entzückung. Die meisten von ihnen scheinen einen Hang zum Adipösen zu haben; besitzen deutlich mehr Körperauswuchtungen als das Gros der Bewunderer. Dafür sind sie im Schnitt ein wenig größer als Otto-Normal-Verbraucher. Die Alltagsmenschen sind keine Super-Size-Modells, sondern dienen an mehr als zwei Dutzend Stellen in der von Fachwerkhäusern durchzogenen Innenstadt von Wiedenbrück als ungewöhnliche Blickfänge. Kaum einer, der ohne ein Lächeln im Gesicht an ihnen vorbeihuscht; kaum einer, der nicht das Handy für einen Schnappschuss oder ein Selfie mit den Kunstfiguren zückt.
Textauszug: Nicht von ungefähr gilt das Vitosha-Gebirge als das beliebteste Naherholungsgebiet der Sofioter. Keine zehn Kilometer vom Stadtzentrum der bulgarischen Hauptstadt Sofia entfernt liegen die ersten Ausläufer der Bergkette, die im Sommer zu Wander- und Klettertouren einlädt und im Winter ein beliebtes Skigebiet bildet. Höchster Punkt ist der 2.290 Meter hoch aufragende Cherni Vrah, der „schwarze Gipfel“. Ein Netz von Wanderwegen erschließt die bis in den Juni hinein zum Teil schneebedeckten Gipfel. Immer wieder geht es dabei an gewaltigen Felsbrocken aus der letzten Eiszeit vorbei.
Textauszug: Ein wenig unscheinbar duckt sich der Eingang zwischen einem Dessous-Geschäft und einem leerstehenden Ladenlokal in der Tsar Asen Straße in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Kein Schild, keine Klingel deutet daraufhin, dass sich in einer kleinen Wohnung im zweiten Stock die Tür zu einer Zeitreise in die sozialistische Vergangenheit Bulgariens öffnet. Erst seit dem Frühjahr 2019 befindet sich hier ein kleines, privates Museum zum Kommunismus in der Balkanrepublik. Das Red Flat präsentiert dabei eine typische Arbeiterwohnung aus jener Tagen. „Das kommunistische Zeitalter wird in Bulgarien weitgehend totgeschwiegen“, unterstreicht Museumsgründer Valeri Gyurov, dass in seiner Heimat der Geschichtsunterricht in der Schule im Jahre 1945 endet. Auch im sehenswerten Nationalmuseum in Sofia etwa endet die Ausstellung zur Geschichte des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg. Die sozialistische Ära spielt hier keine Rolle. Genau dies wollen Valeri Gyurov und seine Mitstreiter ändern.