Textauszug: Kaum ist das Flutlicht eingeschaltet, da macht sich zwischen den zweibeinigen und vierbeinigen Rivalen der Rennbahn gleichermaßen Hochspannung breit. Ein immer lauter werdendes Rattern versetzt die hochaufgeschossenen, spindeldürren Windhunde in zusätzliche Unruhe. Etwas Pelziges braust im hohen Tempo vorbei und die Wartekäfige, die sogenannten Traps, springen auf. Die Sechsermeute der Greyhounds jagt dem elektrischen Hasen mit bis 70 Stundenkilometern hinterher. Ein, zwei Kurven und kaum mehr als 30 Sekunden später ist das kurzweilige Spektakel vorbei. Emsige Helfer stülpen eine Plastikbox über den falschen Hasen, während die Besitzer die aufgebrachten Windhunde einfangen.
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Textauszug: „Slainte is Saol“ hallt es all abendlich durch den Festsaal von Bunratty Castle rund elf Kilometer vom irischen Großflughafen Shannon-Airport, wenn die knapp einhundert Gäste ihre Becher zum Tost erheben, um auf Gälisch gegenseitig „Gesundheit und ein langes Leben“ zu wünschen. Der Stammsitz des O’Brien Geschlechts, 1451 von Sioda MacNamara erbaut und heute Teil des gleichnamigen Bunratty Folk Parks, fungiert tagsüber als Bestandteil des angrenzenden Freilichtmuseums. Doch bei Fackel- und Kerzenlicht verwandelt sich die altehrwürdige Burg nach Einbruch der Dunkelheit in ein lebendiges Fenster der Geschichte, vermittelt im Rahmen eines feierlichen Banketts den Eindruck mittelalterlicher Lebensart und irischer Gastfreundschaft.
Textauszug: König Artus und der Graf von Monte Christo gaben sich hier die Klinke in die Hand, während Black Beauty, das wohl berühmteste Pferd der Fernsehgeschichte, rund um das mächtige Herrenhauses eine Vielzahl von Abenteuern bestand. Keine Frage, über dem Areal liegt ein Hauch von Hollywood. Und doch ist es weniger die Welt des Films, die die Besucher aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Denn die Gärten von Powerscourt gelten nicht von ungefähr als eines der weltweit schönsten Beispiele für einen aristokratischen Garten mit italienischen und japanischen Elementen, Seen, herrlichen Statuen und dekorativen Kunstschmiedearbeiten. Das Gartenparadies in der irischen Grafschaft Wicklow steht mit seiner beeindruckenden Symetrie im starken Kontrast zu der Wildheit der ihn umgebenden Berge.
Textauszug: In Irland sind noch immer einige Gebiete zu finden, in denen bis heute gälische Traditionen, Lebensart und Sprache erhalten geblieben sind. Und dies ungeachtet der Tatsache, dass Gälisch als Sprache von den englischen Machthabern seit dem 16. Jahrhundert mehr und mehr verdrängt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts sprachen nach Schätzungen gerade einmal noch dreizehn Prozent der irischen Bevölkerung Gälisch.
Textauszug: Die Westküste Irlands gilt als raue Schönheit, geprägt von schroffen Felsen, unendlich grünen Weiten und den tosenden Winden. Rund 5000 Kilometer liegen zwischen Europas westlichstem Zipfel und dem nordamerikanischen Kontinent. Und die Grüne Insel begrüßt die Wellen, die aus Amerika über den Atlantik schwappen, mit dem wohl spektakulärsten Küstenabschnitt, den Europa zu bieten hat: den Cliffs of Moher. Die Klippen erstrecken sich über acht Küstenkilometer und ragen an ihrem höchsten Punkt 230 Meter über dem Meeresspiegel auf. Dunkle, grasbewachsene Plateaus enden hier abrupt in fast senkrecht abfallenden Steilwänden und bieten einen ebenso faszinierenden wie schwindelerregenden Blick in die Tiefe.
Textauszug: Wenn die Muse immer nur andere küsst, göttliche Eingebungen fernbleiben, dann sollte man dem Schicksal etwas nachhelfen und besagte Muse selber küssen. So in Westirland, rund acht Kilometer vor den Toren von Cork, der zweitgrößten Stadt der Republik. Hier im malerischen Lee-Valley befindet sich in mitten einer liebevoll angelegten Parkanlage das alt- ehrwürdige Blarney Castle. Doch weniger das 1446 erbaute Gemäuer, als der im dreistöckigen Towerhaus der Burg befindliche „Blarney Stone“ lassen den ehemaligen Sitz der Mac Carthys, der sagenumwobenen Könige von Südmunster, zu einer wahren Pilgerstätte werden. Denn gemäß Überlieferung soll derjenige von der Muse der Beredsamkeit befallen werden, dessen Lippen den heiligen Stein berühren.
Textauszug: In der weitgehend baumlosen und kargen Landschaft mit ihren rauen Klippen scheinen allenfalls Steine, Kies und Geröll zu wachsen. Dazwischen Trockensteinmauern so weit das Auge reicht. Eine Welt aus grauem Stein, die zeitweise wie poliertes Silber in der Sonne glänzt und funkelt. Besonders im Herbst ist die Brandung an den steilen Klippen gewaltig, die Gischt peitscht einige Hundert Meter weit über die Insel und überzieht Bäume und Sträucher mit einem Salzmantel. Überall haben die mitunter heftigen Stürme und scharfen Winde des Atlantiks sichtbar ihre Spuren hinterlassen. Und irgendwie drängt sich nicht nur auf den ersten Blick das Gefühl auf, die Zeit würde hier stillstehen. Auf jeden Fall aber ticken die Uhren auf den Aran Islands spürbar anders.
Textauszug: „Wird sich jemand dieses Datums erinnern?“, schrieb James Joyce 1924 in sein Notizbuch. Gemeint ist der 16. Juni 1904, der gern als längster Tag der Literaturgeschichte bezeichnet wird. Jener Tag an dem der irische Schriftsteller seine erste Verabredung mit Nora Barnacle, seiner späteren Ehefrau hatte. Jener Tag, der sich also in diesem Jahr zum einhundersten Mal jährt und den Hunderte von Joyce-Liebhabern zum Anlass nehmen, um auf den Spuren von Leopold Bloom durch die Straßen von Dublin zu ziehen. Bloom, der bei der Namensgebung dieses inoffiziellen Feiertages Pate stand, ist der Protagonist in „Ulysses“, dem wohl bedeutendstem Werk aus der Feder von James Joyce. In enger Anlehnung an die Romanvorlage machen sich alljährlich am „Bloomsday“ Joyce-Jünger aus aller Herren Länder in Kleidung aus der vorletzten Jahrhundertwende auf den Weg durch die irische Kapitale.
Textauszug: Größenmäßig rangiert Galway hinter Dublin und Cork nur auf Rang 3. In punkto Kunst-, Musik- und Pubkultur avanciert die Universitätsstadt an der Westküste jedoch unumstritten zur heimliche Hauptstadt Irlands, ja, zu einer Kapitale der Festivals und der gälischen Kultur. Urige Pubs, moderne Bars und Clubs bestimmen gleichermaßen das Nachtleben in einer der reizvollsten Städte der Grünen Insel. Für Freunde traditioneller Folkmusik ist die berühmte Crane Bar in der Sea Road erste Anlaufstelle. Allabendlich gibt sich hier die Creme de la creme des Irish Folk ein Stelldichein, während im Roisin Dubh (www.roisindubh.net) an der Dominick Street das gesamte musikalische Spektrum von Countrymusic über Rock bis zu den Klängen russischer Zigeuner auf dem Programm steht.
Textauszug: Die Sache war eigentlich völlig einfach. Mit dem ersten Vogelgezwitscher aufstehen, runter zur Marina, in das kleine Boot mit dem Außenbordmotor steigen, auf den See hinaus schippern, die Angel auswerfen und ein paar Fische an Land ziehen. Soweit zur Theorie. Zumindest der erste Teil – der mit dem Aufstehen und der kurzen Fahrt von Kincorna Harbour über den Lough Derg – verlief auch nach Plan. Der mit einer Länge von 35 Kilometern und Breite von bis zu zwölf Kilometern größte See des River Shannon gab sich zunächst auch äußerst einladend. Leise schwappten die Wellen gegen die Bordwand, während uns Skipper und Angelexperte David O´Brien in kurzen Zügen knapp und verständlich das Basiswissen für Hobbyangler erklärt. Schnell wird der Köder über den Haken gezogen, und – schwups – ist die Angel auch schon ausgeworfen. Ganz langsam tuckern wir über den größten Binnensee der Republik Irland. Und wir haben nur ein Ziel vor Augen: Wir wollen unser Frühstück selber fangen.
Textauszug: Zu Ehren des Nationalheiligen St. Patrick wird am 17. März in Irland und von Iren in aller Welt der St. Patrick’s Day mit farbenfrohen Paraden und Festivals begangen. Auf den Straßen Irlands findet sich dann kaum einer, der sich nicht ein dreiblättriges Kleeblatt ans Reverse steckt, in Grün gekleidet ist und fröhlich winkend mit der Nationalfahne in der Hand umherzieht. Die urigen Pubs platzen aus allen Nähten. Wo sonst das Guinness in Strömen fließt, ist nun grünes Bier im Ausschank. Parallel dazu finden rund um den Globus in bekannter irischer Fröhlichkeit prächtige Paraden statt. Wobei sich Boston in den USA rühmen darf, im Jahre 1737 die erste St. Patrick’s Day Parade weltweit auf die Beine gestellt zu haben, während New York diesem Beispiel seit 1762 folgt.