Textauszug: Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Am Shrove Tuesday, dem Fastnachtsdienstag, um 11.55 Uhr demonstrieren Wettkämpferinnen in Olney in der englischen Grafschaft Buckinghamshire, wie im Laufschritt Pfannkuchen in einer Pfanne gewendet werden können – was aber kein Muss ist. Pflicht es jedoch, den Pfannkuchen zumindest am Start und im Ziel des 380 Meter langen Parcours zwischen dem Marktplatz und der St. Peter & Paul Church wenigstens einmal zu wenden. Gestartet wird das Rennen stilecht mit der historischen Pancake Bell, einer Glocke, die ansonsten zu den Ausstellungsstücken des örtlichen Museums gehört.
Thema: Englische Fastnachtstradition
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Textauszug: Die berühmte englische Universitätsstadt Oxford empfängt weltoffen, auch wenn die Colleges ihre Pforten nicht immer öffnen. Die 39 Colleges, verstreut wie kleine Fürstentümer, verleihen der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter. Manche öffnen ihre Tore nur in den Ferien, andere lassen Besucher jederzeit in ihre stillen Innenhöfe eintreten, in denen der Duft von Rosen und frisch gemähtem Gras in der Luft liegt. Ein besonders stimmungsvoller Beginn gelingt hoch oben: 99 Stufen führen auf den Carfax Tower, von dessen Plattform man erkennt, warum der gelbliche Kalkstein aus dem Umland die Stadt selbst an grauen Tagen warm leuchten lässt.
Textauszug: Schon beim ersten Blick auf die honigfarbenen Fassaden aus dem berühmten Bath Stone, einem mineralhaltigen Kalkstein, und die fast allgegenwärtige Eleganz spürt man unweigerlich, dass die 100.000-Seelen-Gemiende im Südwesten Englands über Jahrhunderte hinweg mit besonderer Hingabe gestaltet wurde. In Bath in der Grafschaft Somerset trifft römisches Erbe auf georgianische Perfektion, britische Zurückhaltung auf zeitlose Schönheit – kein Wunder, dass die gesamte Stadt zum UNESCO-Welterbe zählt und als eine der schönsten im Vereinigten Königreich gilt. Der Ursprung von Bath liegt tief unter der Erde, wo seit Jahrtausenden heißes Wasser an die Oberfläche steigt.
Textauszug: Wohl nur die wenigsten dürfen sich rühmen, eine Königsfamilie zum Nachbarn zu haben. Noch dazu eine, die ganz nebenbei auch seit gut 170 Jahren zu den Stammkunden zählt. Und eben jene ansonsten nur selten zu sehenden Blaublüter, die gerne auf ihrem großzügigen Anwesen rund um das prächtige Balmoral Castle ihre Ruhe und Abgeschiedenheit genießen, ließen es sich wiederum nicht nehmen, den Nachbarn auf eine besondere Art zu adeln. Denn niemand Geringeres als die bis heute hoch verehrte Queen Victoria verlieh der kleinen Destillerie bereits im Jahre 1848 das Prädikat „Royal“.
Textauszug: Die Geburtsstunde von Cambridge klingt weniger nach ehrwürdiger Tradition als nach einer Episode aus einer historischen Studentenserie: Anfang des 13. Jahrhunderts wurden einige Oxford-Studenten kurzerhand aus der Stadt geworfen – offenbar war die lokale Bevölkerung nicht ganz so begeistert von nächtlichen Debatten, philosophischen Wortgefechten und studentischer Lebensfreude. Die Vertriebenen fanden im beschaulichen Cambridge Zuflucht, das damals wohl kaum ahnte, dass es bald zur intellektuellen Großmacht aufsteigen würde. Mit der Gründung von Peterhouse Colleges im Jahr 1284 begann eine akademische Erfolgsgeschichte, die sich über Jahrhunderte fortschrieb und heute in 31 Colleges sichtbar wird – kleine Königreiche, die sich über die Stadt verteilen und jeweils ihre eigene Aura pflegen.
Textauszug: Wer glaubt, Schottland sei nur etwas für Whisky-Liebhaber und Highland-Romantiker, der hat wohl noch nie mit einem Butterbier in der Hand auf das Glenfinnan-Viadukt gestarrt. Denn hier, zwischen nebligen Tälern und mystischen Seen, beginnt eine Reise, die nicht nur ausgewiesene „Potterheads“ in Verzückung versetzt. Die Reise beginnt in Edinburgh, jener Stadt, in der J.K. Rowling einst mit Blick auf das mächtige Castle ihre Feder zückte und fortan mit ihren Büchern über „Harry Potter“ eine ganze Generation verzauberte. Die Victoria Street, mit ihren bunten Fassaden und verwinkelten Läden, erinnert frappierend an die Winkelgasse – man möchte fast nach einem Zauberstabgeschäft Ausschau halten.
Textauszug: Wer das ehemalige Kasernengelände im Herzen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen betritt, spürt sofort, hier ist etwas anders. Vielleicht liegt es an den bunt bemalten Mauern, vielleicht an der improvisierten Architektur, vielleicht an der Mischung aus Lagerfeuerduft, Freiheit und einem Hauch von Rebellion, der in der Luft liegt. Sicher ist nur: Die dänische Ordnung bleibt am Eingangstor von Christiania zurück, und man selbst tritt ein in ein soziales Experiment, das seit über fünfzig Jahren erstaunlich lebendig ist. Die Geschichte beginnt im Jahre 1971, als eine Gruppe von Aussteigern, Idealisten und Hausbesetzern beschloss, ein verlassenes Militärgelände in Christianshavn zu ihrem eigenen kleinen Utopia zu erklären.
Textauszug: Wer sich Rouen vom Wasser aus nähert, könnte meinen, er steuere auf eine Mischung aus Lagerhalle und Betonpoesie zu. Schmucklose Kais, nüchterne Zweckbauten – nichts deutet darauf hin, dass sich hinter dieser industriellen Tarnkappe eine der wohl prachtvollsten Städte Frankreichs duckt. Denn in der Altstadt entfaltet Rouen, die Hauptstadt der Normandie und Heimat von knapp 100.000 Menschen, das wahre Gesicht: mittelalterlich, charmant, überraschend – eine Ansammlung von Fachwerk, Kirchtürmen und Kopfsteinpflaster.
Textauszug: Belgrad ist wie ein guter Rakija: kräftig, überraschend und mit einer Wärme, die man erst merkt, wenn es schon zu spät ist. Zwischen den Flüssen Save und Donau liegt eine Metropole, die so oft zerstört und wieder aufgebaut wurde, dass sie eine gewisse Nonchalance gegenüber der Zeit entwickelt hat. Vielleicht ist es genau diese Haltung, die Belgrad so unwiderstehlich macht. Die serbische Hauptstadt zeigt sie sich als wilde Mischung aus brutalistischen Betonklötzen, osmanischen Relikten, Habsburger Charme und futuristischen Neubauten – ein urbanes Patchwork, das erstaunlich gut funktioniert. Hier ein sozialistisches Wohngebäude, dort ein türkisches Badehaus, daneben ein hipper Coffeeshop.
Textauszug: Wer den Norden Englands nur als graue Durchfahrtszone auf dem Weg nach Schottland abtut, hat vermutlich auch schon mal Instant-Tee für britische Kultur gehalten. Denn zwischen York und Newcastle-upon-Tyne, Chester und Carlisle zeigt sich eine Region, die viel mehr ist als ein nostalgischer Postkartenabdruck aus der Zeit der rauchenden Schlote. Tatsächlich jedoch besticht der englische Norden durch eine ungeahnte landschaftliche Vielfalt: malerische Castle, hohe Klippen und Dünen zieren weite Teile der Ostküste, grüne Hügel und Täler, Seen und einsame Moore das Hinterland. Dennoch kann und will der Norden Englands seine industrielle Vergangenheit nicht verleugnen.
Textauszug: Die Malediven gelten häufig als ein Synonym für Traumstrände mit weißem Sand, türkisblaues Wasser und Luxusresorts. Doch wer hier Urlaub macht, kann mehr erleben als Müßiggang zwischen Palmen und traumhafte Sonnenuntergänge. Im Sheraton Maldives Full Moon Resort & Spa im Nord-Malé-Atoll wartet ein Projekt, das Gäste mitten ins Herz der marinen Biodiversität führt: „Adopt a Coral“. „Korallen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie sind überlebenswichtig für unzählige Fischarten“, bringt Cailin Roberts es kurz und prägnant auf den Punkt. Gleichzeitig betont die ausgebildete Meeresbiologin mit ernster Miene: „Wenn wir die Korallen verlieren, verlieren wir einen großen Teil der marinen Biodiversität.“