Textauszug: Wer die Fahrt vom Cabo San Lucas in Richtung Norden antritt, lässt nicht nur die Kilometer, sondern ein ganzes Lebensgefühl hinter sich. Wo der Beton der All-Inclusive-Resorts an der mexikanischen Baja California Sur endet, beginnt das Reich der Kakteen, der Freigeister und jener eigentümlichen Stille, die nur ein Ort wie Todos Santos verströmt. Die Fassaden der alten Backsteinhäuser, Überbleibsel aus der glanzvollen Ära des Zuckerbooms im späten 19. Jahrhundert, leuchten in Ocker, Terrakotta und einem verwaschenen Indigo. Als die Nachfrage für Zucker nachließ, verfiel der Ort in einen dornröschenhaften Schlaf. Genau diese Isolation rettete den architektonischen Kern vor der Modernisierungswut und bewahrte jene Patina, die heute Künstler, Aussteiger und Ästheten aus aller Welt anlockt.
Thema: Streifzug durch das „Pueblo Mágico“
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Textauszug: Am äußersten Zipfel der Halbinsel Baja California, dort, wo das Land schmal wird und schließlich ganz im tiefen Blau des Meeres versinkt, liegt eine andere, ganz eigene Welt. Denn das mexikanische Los Cabos erweist sich als ein berauschendes Paradoxon aus staubtrockener Kakteenwüste und glitzerndem Luxus, aus der rauen Gewalt des Pazifiks und der sanften Ruhe des Golfs von Kalifornien. Es ist ein Ort der Extreme, an dem die Sonne fast dreihundertfünfzig Tage im Jahr regiert. Die Fahrt vom Flughafen San José del Cabo in Richtung Süden offenbart zunächst eine Landschaft, die eher an die bizarre Vorstellung der Mars-Oberfläche erinnert als an ein tropisches Paradies. Rotbraune Erde, majestätische Kakteen, Schluchten, in denen der Regen nur selten fällt – und dann, plötzlich, das tiefblaue Meer. Es ist genau dieser Kontrast, der den besonderen Reiz von Los Cobos ausmacht.