Textauszug: Wer sich von Tanger aus entlang der Küste Richtung Südosten Marokkos aufmacht, entdeckt eine Stadt, die sich nicht direkt aufdrängt: Tétouan schmiegt sich hell und selbstbewusst an die Ausläufer des Rif-Gebirges. Zwischen Olivenhainen und den satten Farben des Mittelmeers liegt eine Stadt, die zugleich ein wenig verschlafen und quicklebendig ist, geheimnisvoll und einladend, alt und immer wieder neu. Von weitem wirkt sie wie ein Schwarm weißer Häuser, der gerade zum Himmel aufsteigen will – vielleicht trägt sie deshalb den Beinamen „Weiße Taube“.
Thema: Streifzug durch Tétouan
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Textauszug: Viele nennen Prag die „Goldene Stadt“. Pavel Kohout, der berühmte tschechische Schriftsteller und Dramatiker beschriebt die Metropole als „alt, erhaben, vom Geheimnis umwittert wie ein teuerer Schmuck, getragen von einer verarmten, unter den Falten unverändert schönen Frau.“ Und in der Tat ist die fast 1.000-jährige Vergangenheit allgegenwärtig, hat auf mannigfaltige Art und Weise ihre Spuren hinterlassen. Nichtsdestotrotz ist auch an der Moldau ein massives Facelifting unübersehbar.
Textauszug: Ein bisschen sehen die beiden Turmruinen aus wie stattliche Eckzähne, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Ein Gemäuer, das hier und da nur durch ein wenig Mörtel zusammengehalten scheint. Wo einst ein 40 Meter hoher und 22 Meter breiter Torbogen die Türme verband, ist heute freie Sicht. Die markanten Teile des einstigen Eingangsportals sind im Laufe der Jahrhunderte fast um die Hälfte geschrumpft – oder besser gesagt geschrumpft worden. Statt des ursprünglichen Gardemaßes von 65 Metern messen die beiden mit blauen, weißen und goldfarbenen Mosaiken verzierten Steinkolosse heute lediglich noch 38 Meter. Und doch lässt sich erahnen, wie prachtvoll der Ak Serai Palast in Shahrisabz dereinst gewesen sein muss.