Textauszug: Wer die kurvenreichen Straßen der Argolis entlangfährt, vorbei an silbrig schimmernden Olivenhainen und dem herben Duft von wildem Thymian, der ahnt nicht, dass er sich einem Epizentrum der antiken Welt nähert. Epidaurus ist kein bloßes Ansammlung verwitterter Marmorblöcke, die unter der griechischen Sonne langsam zu Staub zerfallen. Es ist ein Ort, an dem die Grenze zwischen Wissenschaft und Wunder seit über 2.000 Jahren verschwimmt. Hier, im Osten der Peloponnes, rund 30 Kilometer von der historischen Hauptstadt Nauplia entfernt, schufen die Griechen in der Antike ein Heiligtum, das in seiner Komplexität und ästhetischen Vollendung bis heute seinesgleichen sucht.
Thema: Epidaurus zwischen Heilkunst und Klangwunder
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Textauszug: Obwohl Nauplia die wohl deutscheste Stadt in Griechenland ist, obwohl Nauplia als erste Hauptstadt in die Geschichte des modernen Griechenlands einging, kennt kaum jemand das malerische 14.000-Seelen-Nest am Argolischen Golf. Nauplia, auch Náfplio genannt, gilt nicht von ungefähr als eine der schönsten Städte auf dem Peloponnes. Neoklassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert dominieren neben den drei Festungsanlagen das Stadtbild.
Textauszug: Seit mehr als einer Stunde gleitet der Katamaran nun bereits durch den Saronischen Golf. Auf dem Oberdeck herrscht reger Betrieb. Kaum ein Stuhl, der nicht belegt ist. Das Heer der Frühaufsteher hat den ersten Kaffeedurst längst gestillt und genießt gemütlich zurückgelegt die warme Sonne gepaart mit dem angenehmen Fahrtwind. Eine hübsche 20-jährige, vielleicht 22-jährige im bauchfreien Top lümmelt sich etwas aufreizend in einem Liegestuhl, hält dabei einen aufgespannten, bunten Regenschirm in der Hand, während ein hagerer Asiate bemüht scheint, jeden Zentimeter der nahen Küsten der Peloponnes mit seinem Camcorder lückenlos zu erfassen. Und die Küstenlinie ist lang.
Textauszug: Georgeos Stronis hat irgendwie Zappel. Das muskulöse Kraftpaket ist überaus energetisch. Kein Wort kommt ohne wilde Bewegungen von Kopf, Armen, Händen und Beinen über seine Lippen. Fast scheint es, als unterliege er dem Diktat des auf seinem T-Shirt aufgedruckten Mottos „Give muscle life“ („Schenk den Muskeln Leben“). Dabei übt der kleine, lebhafte Mann mit Schnauzer und Minibart unter der Unterlippe fast eine ähnlich große Faszination aus wie das UNESCO-Weltkulturerbe, das er vorstellt. Davon zeugt zumindest die Tatsache, dass kaum ein Besucher der 3.200 Jahre alten Ausgrabungsstätte von Mykene auf der Peloponnes nicht wenigstens einen Augenblick verharrt, um den redegewandten Zappelphilipp zu beobachten und ihm ein wenig zu lauschen.