Textauszug: Tanger, diese launische Perle an der marokkanischen Nordküste, trägt ihr Chaos mit Stil – ganz so wie James Bond nach einer wilden Verfolgungsjagd seinen glatt gezupften Smoking. Wer hier ankommt, hat das Gefühl, am Rande zweier Welten zu stehen: Afrika und Europa, Mittelmeer und Atlantik, Vergangenheit und Gegenwart, Geheimnis und Gelassenheit. Und natürlich: Minztee und Martini. „Willkommen in Tanger“, murmelt der Taxifahrer mit einem Grinsen, das sowohl Verschwörung als auch Einladung sein könnte. „Hier beginnt eigentlich jede gute Geschichte“, fügt er fast schon staatsmännisch mit Verweis auf die vielen namhaften Persönlichkeiten und Spione hinzu, die sich hier vor allem in den 1940er und 1950er Jahren ein Stelldichein gaben, als die Millionenmetropole im Norden von Marokko eine Internationale Zone war.
Thema: Set-Jetting im marokkanischen Tanger
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Textauszug: Es gibt Städte, die klingen schon beim Namen nach Fernweh. Tanger ist so eine – die weiße Stadt am Meer, wo sich Afrika und Europa fast berühren. Nur ein paar Seemeilen trennen sie. Ziemlich genau 14 Kilometer sind es bis Andalusien, die Straße von Gibraltar dazwischen – ein Glitzern, ein Wind, ein Versprechen. Hier, wo die Sonne das Meer zweimal küsst – morgens am Mittelmeer, abends am Atlantik – spürt man, dass sich Geschichte und Gegenwart in den Wellen die Hand reichen. Hier kreuzen sich nicht nur Schiffe, sondern auch Kulturen, Sprachen und Sehnsüchte. In den 1940er- und 50er-Jahren war Tanger eine internationale Zone – neutral, frei, ein bisschen verrucht. Hier trafen sich Spione, Poeten, Lebenskünstler und Exzentriker, auf einem Espresso oder einem Arak, und niemand fragte nach Pässen.
Textauszug: Wer nach Marokko reist, sehnt sich in der Regel nach Sonne und muckelig warmen Temperaturen. Der Marrokaner indes freut sich über jeden Regentropfen. Denn gewöhnlich lässt es Wettergott Petrus eher selten über diesen Teil Nordafrikas regnen. Das Badeparadies Agadir darf sich beispielsweise rühmen, im Mittel über 320 Sonnentage im Jahr zu verfügen. Kein Wunder, dass der Marrokaner gerne sagt, „wer den Regen mitbringt, ist gesegnet!“. Blöd nur, wenn man als vermeintlicher Sonnenanbeter zufällig der Segensbringer ist. Ganz ehrlich, ein Verzicht auf diese Ehre wäre ungleich schöner. Na ja, ändern lässt es sich eh nicht.